Schwangerschaft und Geburt: Ein Leitfaden
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Die Schwangerschaft
Die Schwangerschaft ist die Zeit von der Befruchtung der Eizelle bis zur Geburt. Sie dauert bei einem normalen Verlauf etwa 38 bis 42 Wochen. In den ersten 9 Wochen wird das Kind als Embryo (4 cm und 5 g) bezeichnet, ab der 9. Woche als Fötus.
Die Plazenta
Die Plazenta ist das Organ, durch das der metabolische Austausch zwischen Fötus und Mutter stattfindet. Sie fungiert als Ernährungs- und Atmungsorgan und setzt Schwangerschaftshormone frei.
Veränderungen in der Schwangerschaft
- Ausbleiben der Menstruation: Der Zyklus wird unterbrochen, da die Hormonspiegel hoch bleiben.
- Veränderungen der Brust: Hypertrophie, erhöhter Druck, Pigmentierung der Areolen und Brustwarzen; manchmal sondern die Kanäle eine klare Flüssigkeit ab.
- Veränderungen der Haut: Dehnungsstreifen am Bauch und an den Brüsten, eine dunkle vertikale Linie am Abdomen (Linea alba) sowie Pigmentflecken im Gesicht können auftreten.
- Übelkeit und Erbrechen: Tritt meist in den frühen Morgenstunden auf und klingt zum zweiten oder dritten Monat ab.
- Pollakisurie: Der Raum in der Vagina verringert sich durch Druck und die Blase fasst weniger Urin.
- Erweiterung des Uterus: Hypertrophie, erhöhte Vaskularisierung und Dicke des Endometriums. Der Gebärmutterhals verändert seine Elastizität und bildet einen Schleimpfropf, der die Gebärmutter nach außen verschließt.
- Vermehrte Speichelsekretion: Eine geringere Konzentration antibakterieller Substanzen im Speichel kann Karies begünstigen.
- Vagina und Vulva: Werden elastischer, wobei Sekrete aus den Drüsen vor Infektionen schützen.
Förderung der Schwangerschaftsbedingungen
- Mundhygiene: Regelmäßige Besuche beim Zahnarzt.
- Brustpflege: Achten Sie auf eine gute Pflege.
- Sexuelle Gesundheit: Anpassung der Positionen bei sexuellen Beziehungen.
- Kleidung und Schuhe: Lockere Kleidung sowie Schuhe mit niedrigem und breitem Absatz.
- Psychische Gesundheit: Frauen sollten ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen und Ängste oder Zweifel ansprechen.
- Körperliche Aktivität und Ruhe: Vermeiden Sie große Anstrengungen und abrupte Bewegungen. Empfohlen sind Spaziergänge, gezielte Muskelübungen und mindestens 8 Stunden Schlaf.
- Geburtsvorbereitung: Erlernen von Entspannungstechniken und Atemkontrolle durch Geburtsvorbereitungskurse.
- Ernährung: Der Körper benötigt mehr Energie, aber man muss nicht „für zwei“ essen.
Zusätzliche Informationen
Die Fruchtblase (Amnion) enthält eine transparente Flüssigkeit, das Fruchtwasser, das den Fötus durch Dämpfung von Stößen schützt.
Diagnostik
- Amniozentese: Entnahme einer Fruchtwasserprobe mittels Punktion unter Ultraschallkontrolle durch den Arzt unter aseptischen Bedingungen.
- Amnioskopie: Untersuchung durch den Muttermund mittels Instrument, um die Farbe des Fruchtwassers zu beurteilen und Komplikationen frühzeitig zu erkennen.
Die Geburt
Der Prozess, bei dem der Fötus den Körper der Mutter verlässt. Eine Geburt beginnt bei rhythmischen, schmerzhaften Kontraktionen alle 10 Minuten und einer Muttermundöffnung von 2 cm. Oxytocin ist das Hormon, das die Uteruskontraktionen stimuliert.
Phasen der Entbindung
- Eröffnungsphase: Der Druck der Fruchtblase und des Fötus auf den Muttermund führt zur Dilatation. Diese Phase dauert bei Erstgebärenden etwa 12 Stunden, bei Mehrgebärenden ca. 8 Stunden. Am Ende bricht die Fruchtblase.
- Austreibungsphase: Beginnt bei vollständig erweitertem Muttermund und endet mit der Geburt des Kindes. Um Risse im Geburtskanal zu vermeiden, kann ein Dammschnitt (Episiotomie) durchgeführt werden.
- Nachgeburtsphase: Die Plazenta und die Eihäute werden ausgestoßen und anschließend vom Arzt oder der Hebamme überprüft.