Das schwere Erdbeben in Haiti 2010

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Einleitung

Das Erdbeben in Haiti wurde am 12. Januar 2010 um 16:53:09 Uhr mit einem Epizentrum 15 km von der Hauptstadt Port-au-Prince entfernt registriert. Nach Angaben des U.S. Geological Survey hatte das Erdbeben eine Stärke von 7,0 auf der Momenten-Magnituden-Skala und ereignete sich in einer Tiefe von 10 km. Es folgte eine Serie von Nachbeben, wobei die stärksten eine Stärke von 5,9, 5,5 und 5,1 erreichten. Die NOAA wies die Gefahr eines Tsunamis in der Region zurück. Das Erdbeben war das stärkste, das in dieser Umgebung seit 1770 erfasst wurde. Das Beben war auch in den nahe gelegenen Ländern wie Kuba, Jamaika und der Dominikanischen Republik zu spüren, was Angst und präventive Evakuierungen auslöste.

Die Auswirkungen auf das Land, das als das ärmste in Lateinamerika gilt, waren verheerend. Die Zahl der bis zum 25. Januar geborgenen Leichen wurde auf 150.000 geschätzt, wobei die Gesamtzahl der Todesopfer auf 200.000 geschätzt wurde. Zudem gab es mehr als 250.000 Verletzte und eine Million Obdachlose. Es wird als eine der schwerwiegendsten humanitären Katastrophen der Geschichte betrachtet.

Unmittelbare Folgen

Während der ersten neun Stunden wurden 26 Nachbeben mit einer Stärke von über 4,2 in verschiedenen Teilen der Tiburon-Halbinsel registriert, von denen zwölf stärker als 5,0 waren. Am Mittwoch, den 20. Januar, um 11:03:44 Uhr ereignete sich ein starkes Nachbeben der Stärke 6,1, das später auf 5,0 korrigiert wurde. Es wurde 60 Kilometer westlich von Port-au-Prince verzeichnet.

Das Erdbeben ereignete sich in der Nähe des nördlichen Randes der Karibischen Platte, die sich kontinuierlich und langsam mit etwa 20 mm pro Jahr ostwärts in Bezug auf die Nordamerikanische Platte bewegt. Seismische Daten deuten darauf hin, dass das Erdbeben durch das Enriquillo-System ausgelöst wurde, das 240 Jahre lang unter Druck stand und enorme Mengen potenzieller Energie angesammelt hatte.

Laut einem Mitglied des U.S. Geological Survey waren etwa drei Millionen Menschen von dem Beben betroffen. Das Pacific Tsunami Warning Center gab kurzzeitig eine Tsunami-Warnung heraus, die jedoch bald wieder aufgehoben wurde. Eine der Folgen des Erdbebens war der Zusammenbruch fast aller Telefonleitungen, was die Nutzung des Internets und sozialer Netzwerke wie Twitter und Facebook zur Informationsverbreitung unverzichtbar machte.

Todesopfer

Der Premierminister von Haiti, Jean-Max Bellerive, befürchtete, dass die Zahl der Opfer die 140.000 übersteigen könnte. Das Rote Kreuz schätzte die Opferzahlen zunächst auf 45.000 bis 50.000, was jedoch aufgrund der schwierigen Bergungsarbeiten in den Straßen von Port-au-Prince schwer zu bestätigen war. Unter den zerstörten Gebäuden befand sich auch das UN-Hauptquartier in Haiti. Am 24. Januar 2010 gab die haitianische Regierung bekannt, dass 150.000 Leichen geborgen und beigesetzt worden waren. Zu den prominenten Opfern zählten der Hip-Hop-Künstler Jimmy O. Barik und der Erzbischof von Port-au-Prince, Joseph Serge Miot.

Schäden

Viele öffentliche Gebäude, darunter der Nationalpalast, die Kathedrale von Port-au-Prince und zahlreiche Krankenhäuser, stürzten ein. Die medizinische Versorgung brach zusammen, da Krankenhäuser zerstört wurden und es an Personal sowie Medikamenten mangelte. In der Stadt Jacmel wurden schätzungsweise 20 % der Gebäude zerstört. Die First Lady von Haiti, Élisabeth Préval, beschrieb die Lage als Katastrophe und forderte dringend internationale Hilfe, insbesondere Ingenieure.

Charakteristik der Infrastruktur

Ein großer Prozentsatz öffentlicher Gebäude wie Schulen, Polizeistationen und Ministerien wurde zerstört. Auch die Kommunikationsinfrastruktur war schwer beeinträchtigt. Der Flughafen von Port-au-Prince war aufgrund eines eingestürzten Kontrollturms und Treibstoffmangels zeitweise überlastet. Aufgrund des Mangels an Trinkwasser und Treibstoff verlor Geld teilweise an Bedeutung, und Wasser sowie Gas wurden als Tauschmittel verwendet. Die Vereinten Nationen bezeichneten das Erdbeben als die logistisch schwierigste Katastrophe, mit der die Organisation jemals konfrontiert war, bedingt durch den völligen Zusammenbruch der lokalen Regierung und Infrastruktur.

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