Der sekundäre Sektor: Industrie, Bau und Nachhaltigkeit
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Der sekundäre Sektor: Bau und Industrie
Der sekundäre Sektor besteht spezifisch aus zwei Bereichen: Bau und Industrie. Der Bausektor ist der wirtschaftlichen Tätigkeit der Schaffung von Gebäuden und Infrastruktur gewidmet. Die Industrie ist die wichtigste Komponente des sekundären Sektors. Sie umfasst die Tätigkeiten der Verarbeitung von Rohstoffen in hergestellte Produkte, die entweder für den Endverbrauch oder für den Einsatz in anderen Branchen bestimmt sind.
Merkmale des industriellen Prozesses
Der industrielle Prozess weist folgende Merkmale auf:
- Gesteuerte Maschinen werden von einer Energiequelle angetrieben.
- Mitarbeiter verrichten ihre Tätigkeit an einem bereitgestellten Ort (Betrieb oder Fabrik).
- Es herrscht eine auferlegte Arbeitsteilung (jeder Arbeiter spezialisiert sich auf eine Phase).
Die Industrie ist einer der wichtigsten Indikatoren zur Messung der Entwicklung eines Landes.
Rohstoffe und ihre Kategorien
Rohstoffe sind Ressourcen (viele davon von der Natur bereitgestellt), die durch ein industrielles Verfahren in Produkte oder halbverarbeitete Produkte verwandelt werden. Es gibt drei Arten:
- Tierische Rohstoffe: Leder, Wolle, Milch ...
- Pflanzliche Rohstoffe: Gummi, Baumwolle, Leinen, Holz ...
- Mineralische Rohstoffe: Eisen, Kupfer, Öl ...
- Künstliche Materialien: Dies sind Halbprodukte der chemischen Industrie, wie zum Beispiel Viskose oder Nylon.
Energiequellen, Kapital und Unternehmen
Energiequellen: Natürliche Ressourcen liefern die notwendige Kraft, um Rohstoffe zu verwandeln. Menschliche Ressourcen sind ein wesentlicher Bestandteil bei der Herstellung.
Kapital: Das Kapital besteht aus Rohstoffen und Energiequellen. Kapital kann von Privatpersonen (private Unternehmen), durch den Staat (staatliche Unternehmen) oder durch beide (Joint Ventures) beigetragen werden. Um Unternehmensgewinne zu steigern, entstehen Unternehmenskonzentrationen, die vertikal oder horizontal sein können:
- Vertikale Konzentration: Die Vereinigung von Branchen, die in den verschiedenen Phasen der Entwicklung einer Ware beteiligt sind.
- Horizontale Konzentration: Die Vereinigung von Unternehmen, die an der gleichen industriellen Tätigkeit beteiligt sind.
Die Schwerindustrie
Die Schwerindustrie umfasst diejenigen Bereiche, die Rohstoffe zu Zwischenprodukten verwandeln. Ihre Charakteristika sind:
- Sie bedingen hohe Investitionen.
- Eine große Menge an Rohstoffen und Energie wird verbraucht.
- Sie erfordern große Flächen für ihre Einrichtungen.
Metallindustrie
Diese ist der Herstellung von Metallerzeugnissen gewidmet, wie Eisen und Stahl (Stahlindustrie). Die Metallurgie von Aluminium ist sehr wichtig; dieses Metall wird in anderen Branchen und für Hochspannungsleitungen verwendet. Die Metallurgie von Kupfer ist ebenfalls von großem Interesse, wenn es in der Elektro-, Luftfahrt- und Automobilindustrie verwendet wird.
Schwere chemische Industrie
Sie entwickelt Produkte, die für die heutige Industrie in entwickelten Ländern erforderlich sind.
Investitionsgüterindustrie
Diese transformiert Halbfertigprodukte für die Industrie in Fertigprodukte. Es gibt unterschiedliche Typen: Baustoffe, landwirtschaftlicher Fahrzeugbau, Luft- und Raumfahrt, Holz und Papier sowie Elektrik, Elektronik und Computer.
Die Konsumgüterindustrie
Diese entwickelt Produkte für den unmittelbaren Verbrauch. Ihre Eigenschaften sind:
- Sie verbrauchen weniger Rohstoffe.
- Sie sind weniger umweltschädlich.
- Sie liegen in der Regel in der Nähe der Städte.
- Ihre Größe variiert.
Es gibt verschiedene Arten:
- Lebensmittelindustrie: Umfasst die Transformation und Manipulation von Produkten für den Verzehr.
- Automobilindustrie: Widmet sich der Produktion von Lkw und PKW.
- Chemische Leichtindustrie: Verantwortlich für die Herstellung verschiedener Artikel.
- Elektronikindustrie: Gekennzeichnet durch eine kontinuierliche Entwicklung aufgrund wissenschaftlicher Fortschritte.
- Textilindustrie: Umfasst eine Reihe von Aktivitäten, angefangen von Spinnen und Weben bis zur Herstellung von Bekleidung.
Lokalisierung der Industrie
Die Lokalisierung der Industrie in einem bestimmten Bereich hängt von einer Reihe von Faktoren ab: der Nähe zu den Rohstoffen, der Verfügbarkeit von Transportmöglichkeiten und der ökonomischen Entwicklung. Früher wurde eine Politik der Schwerindustrie an Orten umgesetzt, an denen Materialvorkommen und Energiequellen lagen. Heute finden sich Industrien in verschiedenen Gebieten aufgrund der Schaffung von Gewerbe- und Industrieflächen. Diese Gebiete sind:
- Verteilte industrielle Bereiche.
- Gruppierte Industriebereiche (Industrieparks und Technologieparks).
Technologischer Fortschritt und Umweltfolgen
Branchen erleben technologischen Fortschritt durch die Entstehung neuer Materialien und den Einsatz recycelter Materialien sowie Veränderungen in der Produktion. Dabei wird die Bedeutung von Forschung und Entwicklung (F&E) sowie Innovation unterstrichen.
Negative Auswirkungen
Industrie und Umwelt verändern sich; Einleitungen und industrielle Abfälle, die in Flüsse geleitet werden, verursachen Verschmutzung. Die Atmosphäre rund um einige industrielle Bereiche leidet unter Problemen wie saurem Regen. Hinzu kommen die akustische Kontamination (Lärmbelastung) und der Verbrauch natürlicher Ressourcen.
Korrekturmaßnahmen für Nachhaltigkeit
Für eine nachhaltige Entwicklung werden verschiedene Maßnahmen in Anspruch genommen:
- Umsetzung der Umweltpolitik.
- Maßnahmen gegen die Erschöpfung der Ressourcen durch eine rationellere Nutzung der Rohstoffe.
- Energieeinsparung und Förderung erneuerbarer Energien.