Sexueller Missbrauch und Drogenabhängigkeit: Forensik
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1. Häuslicher und außerfamiliärer sexueller Missbrauch
Es ist essenziell, zwischen häuslichem und außerfamiliärem sexuellem Missbrauch zu unterscheiden, da die Ursachen, Interventionsansätze und Täterprofile radikal voneinander abweichen. Auch die Dynamik innerhalb der betroffenen Familien und die Verhaltensmuster der Opfer unterscheiden sich signifikant.
Emotionaler Zustand des Kindes bei Bekanntwerden
- Widerstand: Schwierigkeiten, sich zu öffnen.
- Verlegenheit: Besonders bei jüngeren Kindern.
- Wut: Häufiger bei Jungen als bei Mädchen.
- Angst: Häufiger bei Mädchen.
- Ekel: Oft bei Beschreibungen von Oralsex.
- Sexuelle Stimulation: Bei emotional gestörten Kindern.
- Angst vor Drohungen: Wenn der Täter das Opfer unter Druck setzt.
Emotionale Folgen für das Opfer
- Kurzfristig: 80 % der Opfer leiden unter negativen psychischen Folgen. Mädchen zeigen oft ängstlich-depressive Reaktionen; Jungen neigen zu Schulversagen, Sozialisationsproblemen und aggressivem Verhalten.
- Langfristig: Betrifft ca. 30 % der Opfer. Dazu gehören Störungen der sexuellen Sphäre, sexuelle Dysfunktion, Depressionen, posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) und mangelnde Wutkontrolle.
2. Terminologie: Drogenmissbrauch und Abhängigkeit
- Drogenmissbrauch: Konsum psychoaktiver Substanzen, der die Gesundheit oder soziale/berufliche Funktionen ernsthaft beeinträchtigt.
- Abhängigkeit: Ein Muster aus zwanghaftem Konsum, Suchtverhalten und Rückfallgefahr nach Entzug.
- Toleranz: Notwendigkeit, die Dosis zu erhöhen, um die gleiche Wirkung zu erzielen.
- Abstinenzsyndrom: Symptome, die beim Absetzen oder Reduzieren der Substanz auftreten.
- Duale Pathologie: Kombination aus einer psychiatrischen Störung und Drogenkonsum.
Kriminelles Verhalten und Zurechenbarkeit
Drogenkonsum steht oft in direktem Zusammenhang mit Kriminalität, sei es durch den Handel, Beschaffungskriminalität oder Handlungen unter Einfluss der Substanz.
Besonderheiten der Zurechenbarkeit
- Drogenrausch: Die Zurechenbarkeit variiert je nach Substanz und psychischem Zustand.
- Alkohol und Barbiturate: Akuter Missbrauch kann zu gewalttätigem Verhalten führen und die Zurechenbarkeit mindern oder ausschließen.
- Halluzinogene: Können zu abnormen Verhaltensweisen (Mord, Übergriffe, Unfälle) führen, da die Realitätswahrnehmung massiv gestört ist.
- Kokain: Führt oft zu Betrug, Diebstahl und Delikten im Zusammenhang mit Prostitution. Die Zurechenbarkeit ist bei Halluzinationen deutlich gemindert.
Forensische Begutachtung
Bei der Erstellung von Gutachten müssen folgende Faktoren berücksichtigt werden:
- Konsumhistorie: Art der Substanz, Dosierung, Dauer und Behandlungsverlauf.
- Rechtlicher Status: Vorstrafen, Inhaftierungen und Bewährungsauflagen.
- Familiengeschichte: Stabilität des Umfelds und soziale Beziehungen.
- Psychopathologie: Psychiatrische Symptome, Suizidversuche und bisherige Krankenhausaufenthalte.