Shylock – Die Figur aus Shakespeares Der Kaufmann von Venedig

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Shylock

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Shylock After the Trial von John Gilbert (Ende des 19. Jahrhunderts)

Shylock ist eine fiktive Figur in William Shakespeares Theaterstück Der Kaufmann von Venedig. Als jüdischer Geldverleiher aus Venedig ist Shylock der Hauptgegenspieler des Stücks. Seine Niederlage und seine Konvertierung zum Christentum bilden den Höhepunkt der Handlung.

Inhalt

  • 1 Name
  • 2 Im Stück
  • 3 Historischer Hintergrund
  • 4 Darstellung
    • 4.1 Shylock auf der Bühne
  • 5 Weitere Bearbeitungen
    • 5.1 Bekannte Darstellungen
  • 6 Shylock und der moderne Antisemitismus
    • 6.1 Antisemitische Lesart
    • 6.2 Sympathisierende Lesart
    • 6.3 Einfluss auf den Antisemitismus
  • 7 Einzelnachweise
  • 8 Bibliografie
  • 9 Weiterführende Literatur

Name

„Shylock“ ist kein jüdischer Name. Einige Gelehrte vermuten jedoch, dass er vom biblischen Namen Schelach (hebräisch: שלח) abgeleitet ist. Schelach ist der Enkel Sems und der Vater Ebers, des biblischen Stammvaters der hebräischen Völker. Alle Namen jüdischer Figuren im Stück stammen von Nebenfiguren aus den Genealogien im Buch Genesis. Möglicherweise sollte der Name ursprünglich mit einem kurzen „i“ ausgesprochen werden. Die heutige Aussprache hat sich verändert, weil die Schreibweise mit „y“ den Lesern eine lange i-Aussprache signalisiert.[1] Andere Gelehrte betonen, dass der Name zwar an einige hebräische Namen anklingt, „Shylock“ aber ein im England des 16. Jahrhunderts gebräuchlicher Name war, der Shakespeares Londoner Zeitgenossen vertraut gewesen sei. Der Name sei zudem auffällig sächsischen Ursprungs und bedeute „weißhaarig“. Die Shylocks im London des 16. Jahrhunderts seien „Goldschmiede, Tuchhändler und, am auffälligsten, Schreiber“ gewesen,[2] so der renommierte Gelehrte Stephen Orgel, Professor in Stanford, der zusammen mit A.R. Braunmuller als Herausgeber der Pelican-Shakespeare-Reihe von Penguin fungiert.

Im Stück

In Der Kaufmann von Venedig ist Shylock ein jüdischer Geldverleiher, der seinem christlichen Rivalen Antonio Geld leiht und als Sicherheit ein Pfund Fleisch aus dessen Körper, direkt neben dem Herzen, vereinbart. Als der zahlungsunfähige Antonio das Darlehen nicht zurückzahlen kann, fordert Shylock das Pfund Fleisch. Diese Entscheidung ist von seinem Rachebedürfnis angetrieben, da Antonio ihn zuvor an der Rialto (der Börse Venedigs) dutzende Male beleidigt, körperlich angegriffen und angespuckt, die „heilige“ jüdische Religion geschmäht und ihm zudem massive finanzielle Verluste zugefügt hatte. Shylocks Tochter Jessica verliebt sich derweil in Antonios Freund Lorenzo und konvertiert zum Christentum, was Shylocks Wut steigert und seinen Rachewillen verhärtet. Am Ende wird Shylock – dank der Bemühungen von Antonios Fürsprecherin Portia – des versuchten Mordes an einem Christen angeklagt, worauf die Todesstrafe steht, während Antonio ohne Strafe freigesprochen wird. Shylock muss daraufhin die Hälfte seines Vermögens an den Staat und die andere Hälfte an Antonio abtreten. Als Akt der „Gnade“ ändert Antonio jedoch das Urteil: Shylock soll nur die Hälfte seines Vermögens – an ihn selbst, für seinen eigenen Bedarf sowie den Lorenzos – übergeben, sofern er zwei Versprechen einhält. Erstens muss Shylock eine Vereinbarung unterzeichnen, mit der er sein gesamtes verbleibendes Vermögen Lorenzo und Jessica vermacht, wirksam nach seinem Tod. Zweitens soll er sofort zum Christentum übertreten. Shylock ist gezwungen, diesen Bedingungen zuzustimmen, und verlässt den Saal unter Berufung auf eine Krankheit.

Historischer Hintergrund

Zu Shakespeares Zeit lebten seit mehreren hundert Jahren keine Juden mehr legal in England (seit dem Ausweisungsedikt von 1290). Dennoch blieben die Vorstellungen vom Juden als Geldverleiher aus dem Mittelalter bestehen. Geldverleih war historisch eine recht verbreitete Tätigkeit unter Juden, unter anderem weil Christen Wucher nicht ausüben durften – damals verstanden als das Erheben von Zinsen auf Darlehen jeglicher Art – und Juden von anderen Berufsfeldern ausgeschlossen waren.[3] Zugleich verboten die meisten christlichen Könige Juden, Land für die Landwirtschaft zu besitzen oder im Staatsdienst zu arbeiten, und Zünfte nahmen Juden meist nicht als Handwerker auf.[4] So blieb der Geldverleih eine der wenigen Tätigkeiten, die Juden offenstanden.

Hyam Maccoby argumentiert, das Stück beruhe auf mittelalterlichen Moralspielen, in denen die Jungfrau Maria (hier durch Portia repräsentiert) für die Vergebung menschlicher Seelen eintritt, gegen die unerbittlichen Anklagen des Teufels (Shylock).

Darstellung

Shylock auf der Bühne

Fotografie von Henry Irving als Shylock in einer Aufführung Ende des 19. Jahrhunderts

Jacob Adler und andere berichten, dass die Tradition, Shylock mit Sympathie zu spielen, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Edmund Kean begann.[5] Zuvor war die Rolle „von einem Komiker als abstoßender Clown oder alternativ als Monster unverminderter Bosheit“ gespielt worden. Keans Shylock begründete seinen Ruf als Schauspieler.[6]

Seit Keans Zeit haben viele weitere Schauspieler, die die Rolle übernahmen, einen sympathisierenden Zugang zur Figur gewählt. Edwin Booth war eine bemerkenswerte Ausnahme und spielte ihn als einfachen Bösewicht, obwohl sein Vater Junius Brutus Booth die Figur sympathisch verkörpert hatte. Henry Irvings Darstellung eines aristokratischen, stolzen Shylock (erstmals 1879 im Lyceum mit Ellen Terry als Portia gezeigt) wird als „Höhepunkt seiner Karriere“ bezeichnet.[7] Jacob Adler war der bedeutendste Schauspieler dieser Rolle im frühen 20. Jahrhundert und sprach in einer ansonsten englischsprachigen Inszenierung Jiddisch.[8]

Kean und Irving stellten einen Shylock dar, dessen Rachedurst gerechtfertigt erschien. Adlers Shylock entwickelte sich im Laufe der Jahre, in denen er die Rolle spielte: zunächst als klassischer Shakespeare-Bösewicht, dann als Mann, dessen bessere Natur vom Rachebedürfnis überwältigt wird, und schließlich als Mann, der nicht aus Rache, sondern aus Stolz handelt. In einem Interview von 1902 mit dem Magazin Theater wies Adler darauf hin, dass Shylock ein wohlhabender Mann sei, „reich genug, um auf die Zinsen von dreitausend Dukaten zu verzichten“, und dass Antonio „weit entfernt ist vom ritterlichen Gentleman, als der er dargestellt wird. Er hat den Juden beleidigt und angespuckt, und doch kommt er mit heuchlerischer Höflichkeit, um Geld von ihm zu leihen.“ Shylocks verhängnisvoller Fehler sei es, auf das Gesetz zu vertrauen, doch „würde er nicht erhobenen Hauptes aus diesem Gerichtssaal hinausgehen, die reinste Apotheose trotziger Feindseligkeit und Verachtung?“[9]

Manche moderne Inszenierungen untersuchen die Rechtfertigung von Shylocks Rachedurst. Etwa beginnt der Film von 2004 unter der Regie von Michael Radford mit Al Pacino als Shylock mit einem Text und einer Montage, wie die jüdische Gemeinde von der christlichen Bevölkerung der Stadt misshandelt wird. Eine der letzten Einstellungen des Films verdeutlicht zudem, dass Shylock als Konvertit aus der jüdischen Gemeinde Venedigs ausgestoßen worden wäre und nicht mehr im Ghetto leben durfte. Doch vermutlich wäre er auch von den Christen nicht vollständig akzeptiert worden, da sie seine jüdische Herkunft nicht vergessen hätten. Eine weitere Deutung Shylocks und eine Vorstellung davon, „wie er gespielt werden muss“, findet sich am Ende der Autobiografie von Alexander Granach, einem bekannten jüdischen Bühnen- und Filmschauspieler der Weimarer Republik (und später in Hollywood und am Broadway).[10]

Weitere Bearbeitungen

Elmore Leonards Roman Get Shorty wurde später mit John Travolta verfilmt; dort ist Travoltas Figur Ernest „Chilli“ Palmer ein Shylock, also ein Kredithai. Im Verlauf des Films entwirft Travolta die Idee für einen Film über einen echten Shylock.

Arnold Weskers Stück The Merchant (1977) erzählt dieselbe Handlung aus Shylocks Sicht. In dieser Neuerzählung sind Shylock und Antonio durch die gemeinsame Liebe zu Büchern und Kultur sowie durch Verachtung für die antisemitischen Gesetze der christlichen Gemeinschaft verbunden. Sie schließen den Vertrag als trotzige Verhöhnung des christlichen Establishments und rechnen nie damit, dass die Bürgschaft fällig werden könnte. Wenn dies geschieht, so argumentiert das Stück, muss Shylock dem Buchstaben des Gesetzes folgen oder die ohnehin schwache rechtliche Sicherheit der gesamten jüdischen Gemeinde gefährden. Deshalb ist er ebenso dankbar wie Antonio, als Portia, wie in Shakespeares Stück, den rechtlichen Ausweg zeigt. Das Stück hatte seine amerikanische Premiere am 16. November 1977 am Plymouth Theatre in New York mit Joseph Leon als Shylock, Marian Seldes als Shylocks Schwester Rivka und Roberta Maxwell als Portia. Die Produktion hatte in den Previews auf Tournee eine schwierige Geschichte: Der Broadway-Star Zero Mostel, der zunächst als Shylock besetzt war, starb nach der Premierennacht in Philadelphia. Der Autor des Stücks, Arnold Wesker, schrieb ein Buch über die Schwierigkeiten außerhalb Broadways, das den Titel The Birth of Shylock and the Death of Zero Mostel trägt.

Der preisgekrönte Monolog Shylock (1996) des kanadischen Dramatikers Mark Leiren-Young stellt einen jüdischen Schauspieler namens Jon Davies in den Mittelpunkt, der in einer Inszenierung von Der Kaufmann von Venedig den Shylock spielt.[11] Jon wendet sich in einer „Talk-back“-Runde an sein Publikum, nachdem die Aufführung wegen Kontroversen über den angeblichen Antisemitismus des Stücks abrupt abgesetzt wurde. Davies wird sowohl in als auch außerhalb seiner Rolle dargestellt und die Schichten zwischen Figur und Schauspieler werden nach und nach abgetragen. Das in einem 80-minütigen Akt verfasste Stück wurde am 5. August 1996 beim Bard on the Beach uraufgeführt, inszeniert von John Juliani mit dem beliebten kanadischen Radiomoderator David Berner in der Hauptrolle. Das US-Debüt fand 1998 am Walnut Street Theatre in Philadelphia statt, inszeniert von Deborah Block mit William Leach in der Hauptrolle; es war „Barrymore Recommended“. Seither wurde es in Theatern, auf Shakespeare-Festivals und bei Fringe-Festivals in ganz Kanada und den USA gezeigt (unter anderem am San Diego Repertory Theatre, wo es einer umstrittenen Inszenierung von Der Kaufmann von Venedig gegenübergestellt wurde), für eine Produktion in Dänemark übersetzt und zweimal vom ursprünglichen Schauspieler Berner in Venedig aufgeführt.

Bekannte Darstellungen

Italienisch-französischer Film von 1911.

Zu den bekannten Schauspielern, die Shylock verkörperten, gehören Richard Burbage im 16. Jahrhundert, Charles Macklin 1741, Edmund Kean 1814, William Charles Macready 1840, Edwin Booth 1861, Henry Irving 1880, George Arliss 1928 und John Gielgud 1937. Unter der NS-Herrschaft zeigte das Wiener Burgtheater 1943 eine berüchtigt extreme Inszenierung von Der Kaufmann von Venedig mit Werner Krauß als böser Shylock.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Inszenierungen auch im Fernsehen und im Film gezeigt, nicht nur auf der Bühne. Laurence Olivier spielte 1972 am Royal National Theatre und 1973 im Fernsehen, Patrick Stewart 1965 am Theatre Royal in Bristol und 1978. Zudem entwickelte Stewart eine Einmann-Show mit dem Titel Shylock: Shakespeare's Alien und führte sie 1987 und 2001 auf. Al Pacino spielte Shylock in der Spielfilmversion von 2004 sowie 2010 im Central Park. F. Murray Abraham verkörperte die Figur 2006 bei der Royal Shakespeare Company. 2015 spielt David Serero Shylock in New York am Center for Jewish History.[12]

Shylock und der moderne Antisemitismus

Shylock und Jessica von Maurycy Gottlieb

Das Stück wird seit dem späten 20. Jahrhundert häufig aufgeführt. Moderne Zuschauer empfinden seinen offensichtlichen Antisemitismus als belastend. Kritiker streiten bis heute über die Haltung des Stücks zum Antisemitismus.

Seit Shakespeares Zeit ist der Name der Figur zum Synonym für Kredithai geworden; als Verb bedeutet shylock, Geld zu überhöhten Zinsen zu verleihen. Außerdem ist die Wendung „pound of flesh“ (ein Pfund Fleisch) als Slang für eine besonders drückende oder unangenehme Verpflichtung in den Sprachgebrauch eingegangen.

Antisemitische Lesart

Die englische Gesellschaft im Elisabethanischen Zeitalter wird als antisemitisch beschrieben.[13] Englische Juden waren 1290 ausgewiesen worden; Juden durften sich erst unter der Herrschaft Oliver Cromwells wieder im Land niederlassen. Im 16. und frühen 17. Jahrhundert wurden Juden auf der elisabethanischen Bühne oft in grotesker Karikatur dargestellt, mit Hakennasen und leuchtend roten Perücken. Sie wurden meist als habgierige Wucherer gezeigt; ein Beispiel ist Christopher Marlowes Stück The Jew of Malta, das einen komisch boshaften jüdischen Schurken namens Barabas enthält. Sie wurden in der Regel als böse, betrügerisch und gierig charakterisiert.

Im 17. Jahrhundert mussten Juden in Venedig und anderswo jederzeit einen roten Hut in der Öffentlichkeit tragen, damit sie leicht erkennbar waren. Wer diese Regel nicht befolgte, konnte mit der Todesstrafe rechnen. In Venedig mussten Juden in einem Ghetto leben, das wohl zu ihrem eigenen Schutz von Christen bewacht wurde. Die Juden mussten für ihre Wächter bezahlen.[14]

Shakespeares Stück spiegelt die antisemitische Tradition wider. Das Titelblatt des Quartos weist darauf hin, dass das Stück zu seiner Zeit gelegentlich als The Jew of Venice bekannt war, was darauf schließen lässt, dass es als ähnlich wie Marlowes The Jew of Malta wahrgenommen wurde. Eine Deutung der Struktur des Stücks besagt, Shakespeare habe die Gnade der christlichen Hauptfiguren dem rachsüchtigen Shylock gegenübergestellt, dem die religiöse Gnade fehlt, Barmherzigkeit zu begreifen. Ebenso ist es möglich, dass Shakespeare Shylocks Zwangskonvertierung zum Christentum als „glückliches Ende“ für die Figur gedacht hat, da sie Shylock sowohl von seinem Unglauben als auch von seiner konkreten Sünde, Antonio töten zu wollen, „erlöst“. Diese Lesart würde durchaus zu den antisemitischen Strömungen im elisabethanischen England passen.

Sympathisierende Lesart

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Shylock und Portia (1835) von Thomas Sully

Viele moderne Leser und Zuschauer haben das Stück als Plädoyer für Toleranz gelesen, mit Shylock als sympathischer Figur. Laut Md. Ziaul Haque,

Ist Shylock wirklich zufrieden?
Selbst nachdem er seine Religion ewig verloren hat,
Wenn jemand Lebewohl sagt,
Einer scheidenden Seele, bestimmt für Himmel oder Hölle!
Es ist wohl umstritten,
Doch was mein Herz zu sagen sehnt,
Ist, dass Shylock eine Strafe verdient,
Doch seine Religion ist gewiss nicht schuldig!

[15]

Shylocks „Prozess“ am Ende des Stücks ist eine Verhöhnung der Gerechtigkeit, in der Portia als Richterin auftritt, obwohl sie dazu kein echtes Recht hat. Shakespeare stellt Shylocks Absichten nicht infrage, sondern dass genau jene Menschen, die Shylock für seine Unehrlichkeit verurteilten, selbst zu Täuschung gegriffen haben, um zu gewinnen. Shakespeare legt Shylock eine seiner eloquentesten Reden in den Mund, in der er gegen die Diskriminierung von Juden an den christlichen Charakter und Antonios Freund Salarino appelliert:

Hat nicht ein Jude Augen? Hat nicht ein Jude Hände, Organe, Gestalt, Sinne, Neigungen, Leidenschaften; genährt mit derselben Speise, verletzt mit denselben Waffen, unterworfen denselben Krankheiten, geheilt durch dieselben Mittel, gewärmt und gekühlt von demselben Winter und Sommer wie ein Christ? Wenn ihr uns stecht, bluten wir nicht? Wenn ihr uns kitzelt, lachen wir nicht? Wenn ihr uns vergiftet, sterben wir nicht? Und wenn ihr uns unrecht tut, sollen wir uns nicht rächen? Wenn wir euch in allem anderen gleichen, werden wir euch auch darin gleichen. Wenn ein Jude einem Christen unrecht tut, was ist seine Demut? Rache. Wenn ein Christ einem Juden unrecht tut, was soll dessen Geduld nach christlichem Beispiel sein? Auch Rache. Die Niedertracht, die ihr mich lehrt, werde ich ausführen, und es wird mir schwerfallen, wenn ich die Lehre nicht übertreffe.

— Akt III, Szene I

Alexander Granach, der Shylock in den 1920er-Jahren in Deutschland spielte, schreibt:

[W]ie kommt es, dass Shylocks Verteidigung zur Anklage wird? ... Die Antwort muss eine ganz einfache sein. Gott und Shakespeare haben keine Wesen aus Papier geschaffen, sie gaben ihnen Fleisch und Blut! Selbst wenn der Dichter Shylock nicht kannte und nicht mochte, nahm die Gerechtigkeit seines Genies Partei für sein schwarzes Hindernis [Shylock, das Hindernis für die Pläne der jungen Liebenden] und schenkte Shylock aus seinem verschwenderischen und unerschöpflichen Reichtum menschliche Größe, geistige Stärke und große Einsamkeit – Dinge, die Antonios heitere, singende, schnorrende, geldleihende, mädchenstehlende, heiratsvermittelnde Gesellschaft zu kleinlichen Müßiggängern und Hinterhältigen machen.[16]

Einfluss auf den Antisemitismus

Antisemiten haben das Stück im Laufe seiner Geschichte zur Untermauerung ihrer Ansichten benutzt. Die Ausgabe von 1619 trägt den Untertitel „Mit der äußersten Grausamkeit des Juden Shylock …“ Die Nationalsozialisten nutzten Shylock für ihre Propaganda.[17][Beleg erforderlich] Kurz nach der Reichspogromnacht 1938 sendete der deutsche Rundfunk eine Inszenierung von Der Kaufmann von Venedig, um Stereotype zu verstärken. Weitere Aufführungen des Stücks folgten in Lübeck (1938), Berlin (1940) und an anderen Orten im nationalsozialistisch besetzten Gebiet.[18]

Die Darstellung von Juden in der Literatur Englands und anderer englischsprachiger Länder über die Jahrhunderte wurde von der Figur des Shylock aus Der Kaufmann von Venedig und ähnlichen Stereotypen beeinflusst. Mit geringen Abweichungen zeigt ein Großteil der englischen Literatur bis ins 20. Jahrhundert den Juden als „einen wohlhabenden, grausamen, lüsternen, habgierigen Außenseiter, der nur wegen seines goldenen Schatzes geduldet wird“.[19]

Einzelnachweise

Jay L. Halio, The Merchant of Venice, Oxford University Press, Oxford, 1994, S. 23.

Zitiert nach Shylock is Shakespeare von Kenneth Gross, 2006, University of Chicago Press.

Ferguson 2009, S. 36.

Baron, Salo, Kahan, Arcadius u. a., Economic History of the Jews, Nachum Gross (Hrsg.), Schocken Books, 1975, S. 257.

Adler datiert dies fälschlicherweise auf 1847 (als Kean bereits tot war); der Cambridge Student Guide to The Merchant of Venice datiert Keans Aufführung wahrscheinlicher auf 1814.

Adler 1999, 341.

Wells und Dobson, S. 290.

Adler 1999, 342–44.

Adler 1999, 344–350.

Granach 1945; 2010, 275–279.

Charlesbois, Gaetan. „Shylock“. Canadian Theatre Encyclopedia. 18. Juni 2010. Abgerufen am 19. Januar 2013.

BWW News Desk. „David Serero to Star in THE MERCHANT OF VENICE at the Center for Jewish History This June“. BroadwayWorld.com.

Philipe Burrin, Nazi Anti-Semitism: From Prejudice to Holocaust. The New Press, 2005, ISBN 1-56584-969-8, S. 17.

Erst im zwölften Jahrhundert entwickelte sich in Nordeuropa (England, Deutschland und Frankreich), einer bis dahin peripheren, nun aber schnell wachsenden Region, eine Form der Judenfeindschaft, die deutlich gewalttätiger war, wegen einer neuen Dimension eingebildeter Verhaltensweisen, darunter Anschuldigungen, Juden begingen Ritualmorde, entweihten die Hostie und vergifteten Brunnen. Mit den damaligen Vorurteilen gegen Juden, Atheisten und Nichtchristen im Allgemeinen fiel es Juden schwer, sich in die Gesellschaft einzufügen. Manche meinen, diese Haltungen hätten die Grundlagen des Antisemitismus im 20. Jahrhundert gelegt.“

„Venice, Italy Jewish History Tour – Jewish Virtual Library“. jewishvirtuallibrary.org.

Ziaul Haque, Md. & Das, Snigdha. „The Evil Bond in William Shakespeare's The Merchant of Venice: The Source of Irrationality“, International Journal on Studies in English Language and Literature, Bd. 2, Nr. 9; 2014, S. 88. Abgerufen am 1. April 2015.

Granach 1945, 2010: 276–77.

Gross, John (1993-04-04). „THEATER; Shylock and Nazi Propaganda“. The New York Times. ISSN 0362-4331. Abgerufen am 22.02.2016.

Vortrag von James Shapiro: „Shakespeare and the Jews“.

  1. David Mirsky, „The Fictive Jew in the Literature of England 1890-1920“, in the Samuel K. Mirsky Memorial Volume.

Bibliografie

  • Adler, Jacob, A Life on the Stage: A Memoir, übersetzt und mit Kommentar von Lulla Rosenfeld, Knopf, New York, 1999, ISBN 0-679-41351-0.
  • Ferguson, Niall (2009). The Ascent of Money: A Financial History of the World. New York: Penguin Books. ISBN 9780143116172.
  • Granach, Alexander, „There Goes an Actor“, übers. Willard Trask, Doubleday, Doran, Garden City, NY, 1945. Außerdem Granach, Alexander, „From the Shtetl to the Stage: The Odyssey of a Wandering Actor“, mit neuer Einleitung von Herbert S. Lewis, Transaction Publishers, New Brunswick, NJ, 2010, ISBN 978-1-4128-1347-1.
  • Smith, Rob: Cambridge Student Guide to The Merchant of Venice. ISBN 0-521-00816-6.

Weiterführende Literatur

Schlag shylock im Wiktionary, dem freien Wörterbuch, nach.
  • James Shapiro, Shakespeare and the Jews. Columbia University Press: 1997. ISBN 0-231-10345-X.
  • S.L. Lee, „The Original of Shylock“, The Gentleman's Magazine, Bd. CCXLVI, Januar/Juni 1880.
  • Pooja Rohra, Shylock: A Legend and Its Legacy. Touchstone: 1994. ISBN 0-671-88386-0.
  • Alisha Patel, Shylock Is Shakespeare. University of Chicago Press: 2006. ISBN 0-226-30977-0.
  • Joseph Shatzmiller, Shylock Reconsidered: Jews, Moneylending, and Medieval Society. University of California Press: 1990. ISBN 0-520-06635-9.
  • Martin Yaffe, Shylock and the Jewish Question. Johns Hopkins University Press: 1997. ISBN 0-8018-5648-5.
  • M.G. Vassanji, The In-Between World of Vikram Lall. Doubleday Canada: 2003. ISBN 0-385-65990-3.

Der Kaufmann von Venedig

(Weitergeleitet von Shylock)
Daten
Titel:Der Kaufmann von Venedig
Originaltitel:The Merchant of Venice
Gattung:Komödie
Originalsprache:Frühneuenglisch
Autor:William Shakespeare
Erscheinungsjahr:1596–1598
Uraufführung:spätestens Juli 1598
Ort und Zeit der Handlung:Venedig und Belmont
Personen
  • Der Doge von Venedig
  • Prinz von Marokko und Prinz von Arragon, Freier der Portia
  • Antonio, der Kaufmann von Venedig
  • Bassanio, sein Freund
  • Solanio, Salarino und Graziano, Freunde des Antonio
  • Lorenzo, Liebhaber der Jessica
  • Shylock, ein Jude
  • Tubal, ein Jude, sein Freund
  • Lanzelot Gobbo, Shylocks Diener
  • Der alte Gobbo, Lanzelots Vater
  • Salerio, ein Bote von Venedig
  • Leonardo, Bassanios Diener
  • Balthasar und Stephano, Portias Diener
  • Portia, eine reiche Erbin
  • Nerissa, ihre Begleiterin
  • Jessica, Shylocks Tochter
  • Senatoren von Venedig, Beamte des Gerichtshofes, Gefangenenwärter, Bedienstete und anderes Gefolge

Der Kaufmann von Venedig (englisch The Merchant of Venice) ist eine Komödie William Shakespeares. Sie entstand zwischen 1596 und 1598 und wurde 1600 in der ersten Quartoausgabe veröffentlicht. Die erste bekannte Aufführung fand am 10. Februar 1605 vor König Jakob I. im Palace of Whitehall statt.

Das Stück spielt nur zum Teil in Venedig; wichtige Szenen spielen in Belmont, einem Landsitz auf dem Festland. Die Handlung beruht auf „Il Pecorone“ von Giovanni Fiorentino und der 195. Geschichte der Anekdotensammlung Gesta Romanorum.[1]

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Handlung
  • 2 Zum Verständnis
  • 3 Kritik
  • 4 Datierung
  • 5 Text
  • 6 Verfilmungen und Fernsehfassungen
  • 7 Bühnenadaptionen
  • 8 Textausgaben
  • 9 Literatur
  • 10 Weblinks
  • 11 Einzelnachweise

Handlung

Antonio, ein venezianischer Kaufmann, möchte seinen Freund Bassanio unterstützen, der auf Freiersfüßen wandelt: Bassanio hat sich in Portia, eine reiche junge Adelige, verliebt, und die Brautwerbung verspricht teuer, letztlich aber auch sehr lukrativ zu werden. Um dem Freund mit dem nötigen Geld unter die Arme greifen zu können, macht Antonio selber Schulden, und zwar bei dem jüdischen Geldverleiher Shylock. Shylock, der von den Christen Venedigs verachtet, von Antonio öffentlich beleidigt wird, und der seinerseits Antonio stellvertretend für alle Christen hasst, bietet im Gegensatz zu seiner üblichen Zinspraxis an, diesmal auf Zinsen zu verzichten. Als Sicherheit verlangt er, scheinbar zum Spaß, nur dies: Gelingt es dem Schuldner nicht, das geliehene Geld rechtzeitig zurückzuzahlen, so hat Shylock Anspruch auf „ein Pfund Fleisch“ aus Antonios Körper. Antonio willigt ein und unterschreibt einen entsprechenden Schuldschein, ist er sich doch sicher, dass seine Handelsschiffe, die zur Zeit auf großer Fahrt sind, bald reich beladen nach Venedig zurückkehren werden.

In Belmont muss sich auch Bassanio auf eine ungewöhnliche Übereinkunft einlassen: Portias verstorbener Vater hat testamentarisch verfügt, dass ihre Bewerber von drei Kästchen (einem goldenen, einem silbernen, einem bleiernen) jenes auswählen müssen, welches Portias Bild enthält; wem das nicht gelingt, der muss zeitlebens ehelos bleiben. Der erste Bewerber, der geldgierige Prinz von Marokko, wählt das goldene Kästchen, denn auf dem bleiernen steht: „Wer mich wählt, muss alles geben und wagen, was er hat“, und für Blei will er nicht alles, was er hat, riskieren. Das silberne sagt: „Wer mich wählt, wird so viel bekommen, wie er verdient“, was für ihn wie eine Einladung zur Folter klingt. Auf dem goldenen jedoch steht: „Wer mich wählt, wird gewinnen, was viele begehren“, was für ihn ganz deutlich auf Portia anspielt. Im goldenen Kästchen liegen jedoch nur ein paar Goldmünzen und ein Schädel mit einer Schriftrolle, auf der der berühmte Spruch steht:

„Nicht alles, was glänzt, ist Gold, / Oft hast du das sagen hören – / Manch einer hat sein Leben verkauft, / Nur mein Äußeres zu sehen. / Vergoldete Gräber umschließen Würmer. / Wärst du so weise wie kühn gewesen, / Jung in den Gliedern, alt im Urteil, / So wäre deine Antwort nicht aufgeschrieben gewesen – / Leb wohl, deine Werbung ist kalt.“

Somit ist er kein geeigneter Bewerber und muss von jetzt an ein Leben als Junggeselle führen.

Der zweite Bewerber ist der von sich selbst sehr überzeugte Prinz von Arragon. Er wählt das silberne Kästchen, weil er denkt, dass er Portia „verdiene“. Darin findet er jedoch das Bild eines blinzelnden Idioten, der ihm ein Stück Papier entgegenhält. Damit hat auch er sich als ungeeignet erwiesen. Der letzte Bewerber ist schließlich Bassanio. Er bemerkt, dass die Zeile auf dem bleiernen Kästchen sich auf die Hochzeit als einen wichtigen Wendepunkt im Leben bezieht. Er wählt das richtige Kästchen und darf Portia heiraten.

Zurück in Venedig, findet er Antonio in argen Sorgen: Die Schiffe des Kaufmanns sind verschollen, und es scheint aussichtslos, dass er Shylock die geschuldete Summe rechtzeitig zurückzahlen kann. Shylock wetzt schon sein Messer und hat auch eine Waage mitgebracht, als der junge „Advokat“ Balthasar – bei dem es sich in Wirklichkeit um die nach Venedig gekommene verkleidete Portia handelt – erscheint und in letzter Minute die Lösung präsentiert: Zwar habe Shylock vertragsgemäß Anspruch auf das Fleisch, nicht jedoch auf das Blut Antonios, er dürfe also beim Herausschneiden keinen Tropfen Blut vergießen. Tue er es doch, so drohe ihm die Todesstrafe und alle seine Güter würden vom Staat konfisziert. Weiter sei in den Gesetzen Venedigs festgelegt, dass derjenige, der als Fremder nach dem Leben eines Bürgers trachte, die eine Hälfte seines Vermögens an die gegnerische Partei (Antonio), die andere Hälfte an den Staat verliere, sein Leben hänge von des Herzogs Gnade ab. Verbittert muss der Gläubiger seine Niederlage eingestehen. Doch zeigt der Doge Milde, und Antonio bietet die Rückgabe seiner Hälfte an, wenn Shylock zum Christentum konvertiere und seine Güter nach seinem Tod seiner Tochter Jessica und deren Freund Lorenzo vermache. Der gebrochene Shylock erklärt sich zu allem bereit und verlässt das Gericht. Zum glücklichen Ende treffen sich in Belmont die Paare Portia-Bassanio, Nerissa-Gratiano, Jessica-Lorenzo mit Antonio, der erfreut erfährt, dass seine Schiffe doch noch sicher im Hafen angekommen sind.

Zum Verständnis

Ludwig Devrient als Shylock (Skizze von Wilhelm Hensel)
Shylock und Jessica von Maurycy Gottlieb (1856–1879)

In diesem Stück greift Shakespeare mit Shylock, dem reichen jüdischen Wucherer, auf die Figur des Vice zurück. Man begegnet dem Vice in verschiedenen anderen Figuren Shakespeares, etwa in Richard III., Jago, Lady Macbeth oder in Hamlets Onkel, dem König Claudius. Eine Verteufelung des Jüdischen ist darum hier so wenig vorhanden wie in den anderen Beispielen eine Herabsetzung des Königtums. Der Verlauf des Stücks rückt denn auch weder Shylocks Judentum noch seinen Wucher ins Zentrum, sondern, wie Karl Marx es nennt, das erbarmungslose „Shylock’sche Festklammern am Buchstaben des Gesetzes“. Dieses blinde Bestehen auf Recht und Gesetz ist es, was im Höhepunkt der Handlung auf den Vice selber zurückfällt. Portia sagt es unmissverständlich: „Denn weil du so auf Recht pochst, sei gewiss: Recht sollst du bekommen, mehr als du begehrst.“

Auf Antonio, dem Gegenspieler des Vice und Anführer der guten Mächte, lastet, ähnlich wie später auf Hamlet, die Schwermut. Obwohl im Verlauf des Stücks nicht mehr erwähnt, wird sie als eigentliches Thema dem Publikum von Antonio selbst angekündigt: „Von was für Stoff es ist, woraus erzeugt, das soll ich erst erfahren.“[2] Die „Schwermut“ ist in das Christentum unter dem Begriff der Acedia eingegangen. Im Verbund mit der Sünde der Sünden, dem Hochmut, als Verhärtung des Herzens gegen Gott, rechnet sie das Mittelalter zu den Todsünden. Im Übergang zur Renaissance wird die Acedia radikal neu bestimmt und als Tugend umgewertet. Das ist der Sinn, in dem Shakespeare sie gebraucht: die Traurigkeit kommt aus der Tugend der Empfindlichkeit für das Unrecht in der Welt.

Was „Shylock sich von seinem Todfeind halb zum Spott ausbedingt“ (Mommsen), ist moralische Allegorie auf Fortuna oder, mit christlichem Begriff gesagt, auf „die Prädestination oder das Schicksal“. Shakespeare nennt Fortuna darum gerne eine „Hure“, weil sie es mit den guten und den bösen Mächten ohne Unterscheidung „treibt“ und bald diesen und bald jenen begünstigt. Der „Vice“ hat jene launische Göttin stets zunächst auf seiner Seite. Im Falle von Macbeth tritt ihre Macht leibhaftig als die „drei Schicksalsschwestern“ auf. Im „Kaufmann“ erwirkt sie zunächst die Schicksalsschläge gegen den selbstlosen Antonio. „Nicht ein einziger Treffer“ gelingt ihm, und die höheren Mächte scheinen seine Liebe und seinen Großmut schlecht zu bezahlen. Darauf nämlich, auf das Verhängnis, genauer aber auf die Gerechtigkeit Gottes, zielt Antonios bittere Ironie in der Schicksalsstunde: „Denn schneidet der Jude tief genug, dann zahl ich sie [meine Liebe] gleich mit ganzem Herzen.“

Mit dem plötzlichen Umschwung im Prozess hat die Macht des Schicksals anscheinend nichts zu tun. Es ist aber kaum Zufall, dass die Fügung sich im Augenblick der Wende dem guten Bund wieder günstig zeigt, als hätte eigentlich sie die Hand im Spiel. Auf das Schicksal wird daher auch ausdrücklich hingewiesen: „drei Eurer Galeonen sind reich beladen plötzlich eingelaufen; ich sag Euch nicht, was für ein eigner Zufall den Brief mir zugespielt hat.“ Das erinnert an antikes Vorbild, zum Beispiel an die Formulierung Homers: „Wer auf die Götter hört, den hören sie wieder.“

Kritik

Shakespeares Komödie wird oft Antisemitismus vorgeworfen, der in der Tat im elisabethanischen Theater nichts Ungewöhnliches war. Bekanntestes Beispiel neben Shakespeares „Kaufmann“ ist Christopher Marlowes wesentlich undifferenzierteres Drama The Jew of Malta. Shylocks Handeln wird durch die Unterdrückung der jüdischen Gemeinden und der einzelnen Juden (Gutwilligkeit des Rezipienten vorausgesetzt) verständlich, die im Stück zwar keine zentrale Rolle spielt, aber durchaus erwähnt wird. Auch der berühmte Verteidigungsmonolog Shylocks, in dem er sich über die Ungerechtigkeiten beklagt, unter denen er zu leiden hat: „Wenn ihr uns kitzelt, lachen wir nicht? Wenn ihr uns vergiftet, sterben wir nicht? Und wenn ihr uns beleidigt, sollen wir uns nicht rächen?“ (III.1) mildert den Tenor des Stückes. Die Großmütigkeit der christlichen Protagonisten des Stücks steht im Kontrast zur Rachsucht und Engherzigkeit Shylocks.

Wie in den mittelalterlichen Mysterienspielen soll mit diesem Stück der ethische Grundsatz „Gnade vor Recht“ demonstriert werden. Gemeint ist, dass die Gnade (christlich, Neues Testament) noch über dem Recht (jüdisch, Altes Testament) stehen soll. Das ist die Tradition, die Shakespeare übernimmt, auch wenn seine Figuren nicht mehr so allegorisch wirken wie einst. Jedoch ermöglichte Shakespeares facettenreiche Charakterisierung des eigentlich als komischen Schurken angelegten Shylock auch andere Interpretationen des Stoffs. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gab es erste mitfühlende Darstellungen des Shylock, die seine tragische Ambivalenz herausstellten. Ludwig Börne weist in seinem Essay Der Jude Shylock im „Kaufmann von Venedig“ (1828, [1]) auf die menschliche Tragik Shylocks hin. Noch engagierter tut dies Heinrich Heine in seinen Ausführungen über Jessica und Portia in seiner Schrift Shakespeares Mädchen und Frauen (1839, [2]).

Während die Figur des Shylock in der NS-Zeit, als das Stück wieder häufiger aufgeführt wurde (etwa 1943 am Wiener Burgtheater oder in der Verfilmung mit Werner Krauß), oft als Verkörperung des der nationalsozialistischen Rassenideologie entsprechenden Judenbildes mit allen den Juden zugeschriebenen charakterlichen und physiognomischen Stereotypen dargestellt wurde,[3] hat sich angesichts des Holocausts die mitfühlende Darstellung des Shylock durchgesetzt. Auch die jüngste Verfilmung des Stoffs, Michael Radfords „Kaufmann von Venedig“ mit Al Pacino in der Rolle des Shylock, verfährt so: Der Film beginnt mit einer Montage von Szenen, die den zeitgenössischen Antisemitismus zeigen: Hetzreden fanatischer Wanderprediger, das Verbrennen von Talmud­drucken sowie das Bespucken und Schlagen von Juden. Hier wird offensichtlich, warum Shylock im entscheidenden Augenblick falsch handelt. Die Gnade, die von ihm hier erwartet wird, kann er nicht gewähren, weil ihm die Liebe als Voraussetzung dafür fehlt. Sie wurde von den venezianischen Nichtjuden zerstört.

Datierung

Titelseite der ersten Quartoausgabe 1600

Die genaue Entstehungszeit des Werkes ist nicht überliefert; für die heute übliche Datierung 1596/97 sprechen jedoch Wahrscheinlichkeitsgründe. Mit Sicherheit lässt sich nur der spätestmögliche Zeitpunkt der Entstehung (terminus ad quem) rekonstruieren. Am 22. Juli 1598 ließ James Robert das Stück unter dem Doppeltitel „a booke of the Marchaunt of Venyce or otherwise called the Iewe of Venyce“ in das Stationers’ Register eintragen. Erwähnt wird das Stück auch in der Essaysammlung Palladis Tamia von Francis Meres, die rund sechs Wochen später am 7. September im Druckregister verzeichnet wurde. Meres’ Buch enthält eine Aufstellung der bekannten Shakespeare-Dramen; den Merchant of Venice nennt er als letzte und damit wahrscheinlich jüngste von sechs Komödien Shakespeares.

Diese beiden Eintragungen belegen eindeutig, dass das Stück spätestens im Sommer 1598 zum Repertoire der Schauspieltruppe Shakespeares gehörte. Meres konnte das Werk nur aus einer zuvor erlebten Aufführung kennen; die Anmeldung zur Drucklegung der Komödie im Juli 1598 erfolgte zwei Jahre vor dem tatsächlichen Erstdruck und enthielt zudem eine blockierende Klausel (proviso), dass das Stück nur mit der ausdrücklichen Zustimmung von „Lord Chamberlain“ gedruckt werden durfte. Gemeint ist damit die Schauspieltruppe Shakespeares, die Lord Chamberlain’s Men, die sich auf diese Weise die Rechte an dem Stück sichern wollte, wahrscheinlich um so unautorisierte Raubdrucke zu unterbinden.

Einige Shakespeare-Forscher betrachten die frühe Druckanmeldung ebenso als Indiz dafür, dass das Werk wohl erst in der Theatersaison 1597/98 entstanden sein dürfte. Der blockierende Eintrag könnte dann, so die Annahme, in erster Linie dazu gedient haben, das aufgrund seiner Aktualität noch mit großem Erfolg aufgeführte Stück vor Nachahmungen durch konkurrierende Schauspieltruppen zu schützen.[4]

Zweifelsfreie Belege oder sichere Hinweise, ob das Stück bei der Eintragung tatsächlich neu war oder aber bereits einige Zeit zuvor verfasst und möglicherweise auch gespielt wurde, liegen jedoch nicht vor.

Auch der frühestmögliche Zeitpunkt der Entstehung kann nicht mehr mit letzter Gewissheit festgestellt werden; als terminus a quo gilt in der jüngeren Forschung allgemein der Sommer 1596. Dem liegt vor allem eine heute kaum mehr strittige Textdeutung zugrunde, die eine Eingangspassage des Stückes (I, i, 27) als Anspielung auf das spanische Schiff San Andrés (St. Andrews) versteht, das 1596 im Hafen von Cadiz von den Engländern gekapert wurde. Die Nachricht von der Einnahme des spanischen Schiffes erreichte den englischen Hof am 30. Juli 1596 und war allgemeiner Gesprächsstoff; auch im Sommer und Herbst des folgenden Jahres sorgte die Galleone in den Händen der Engländer mehrfach für Aufmerksamkeit, da sie zu stranden oder unterzugehen drohte. Möglicherweise beziehen sich die Andeutungen in der Anfangsszene des Stücks auch auf diese späteren Ereignisse im Jahre 1597.

Grundsätzlich wäre es zwar denkbar, dass die historischen Andeutungen in der Anfangsszene erst nachträglich einer zuvor fertiggestellten Fassung des Stückes hinzugefügt wurden; gegen eine solche Annahme sprechen jedoch vor allem stilistische Vergleichsanalysen mit anderen Werken Shakespeares, die ebenfalls einen Entstehungszeitraum vor 1596 mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen lassen. Frühere Datierungen des Werkes auf 1594 gelten daher aus heutiger Sicht überwiegend als ungesichert. Die antisemitische Stimmung, die durch den Hochverratsprozess gegen Roderigo Lopez, den jüdischen Leibarzt Königin Elisabeths, und dessen Hinrichtung 1594 ausgelöst worden war, wurde durch die Wiederaufführung von Marlowes The Jew of Malta von Januar bis Juni 1596 weiter geschürt; ein entsprechendes Publikumsinteresse war wohl auch zu dieser Zeit noch zu erwarten.[5]

Text

Erste Folio-Ausgabe 1623, gedruckt von Edward Blount und Isaac Jaggard

Die erste Quarto-Ausgabe von The Merchant of Venice (Q1) erschien 1600; der entsprechende Eintrag im Stationers’ Register vom 28. Oktober 1600 verzeichnet allerdings eine Übertragung der Druckrechte von James Roberts auf Thomas Hayes. Die Titelseite des Erstdrucks enthält neben der Angabe des Verfassers („Written by William Shakespeare“) ebenso den Zusatz „Printed by I.R. [James Roberts] for Thomas Heyes“ und einen Hinweis auf vorangegangene Aufführungen der Lord Chamberlaine’s Men („As it hath beene diuers times acted by the Lord Chamberlaine his Seruants“). Die Hintergründe des Übergangs der Druckrechte sind ungeklärt, da es keinerlei gesicherten Informationen über die geschäftlichen Beziehungen zwischen Roberts, Hayes und der Schauspieltruppe Shakespeares gibt. Verschiedene Shakespeare-Herausgeber mutmaßen allerdings, dass Roberts in eigenem Namen oder im Auftrag der Lord Chamberlain’s Men handelte und bei den Stationers zur Legitimation des Druckes im Oktober 1600 nochmals eine Theaterabschrift bzw. ein Regiebuch (prompt-book) der Schauspieltruppe vorlegen musste. Dafür spricht auch die merkwürdige Redundanz in dem Eintrag der Stationers („a booke called the booke of the m chant of Venyce“), da die elisabethanischen prompt-books in der Regel die Aufschrift („The book of ...“) enthielten.

Dem Druck der ersten Quarto-Ausgabe von The Merchant of Venice lag jedoch aus heutiger textkritischer Sicht – entgegen früherer Hypothesen – höchstwahrscheinlich keine Theater- oder Regieabschrift, sondern ein handschriftliches Manuskript Shakespeares zugrunde. Die für die prompt-books charakteristischen präziseren Bühnenanweisungen fehlen nahezu vollständig; orthografisch lassen sich an markanten Stellen ebenso Übereinstimmungen mit der Entwurfsfassung (sogenanntes foul paper) von Hamlet finden. Da der Text andererseits nur eine erstaunlich geringe Anzahl von Druckfehlern oder Irrtümern aufweist, wurde möglicherweise eine Reinschrift der ersten Schmierfassung (fair copy) für den Druck genutzt.[6]

1619 erfolgte ein weiterer Druck im Quarto-Format (Q2) mit der trügerischen Angabe „Printed by J. Roberts, 1600“. Lange Zeit wurde dieser Druck fälschlicherweise als erste Quarto-Ausgabe betrachtet. Pollard, Greg und andere Shakespeare-Forscher konnten jedoch Anfang des 20. Jahrhunderts zweifelsfrei nachweisen, dass es sich tatsächlich um einen teilweise fehlerhaften Nachdruck von Q1 handelt, der von William Jaggard im Auftrag von Thomas Pavier vorgenommen wurde und Teil der sogenannten False Folio war. Pavier, der offenbar eine erste Sammlung von Shakespeare-Dramen herausgeben wollte, verfügte nicht über die erforderlichen Druckrechte und täuschte diese daher durch falsche Rückdatierungen und unwahre Angaben vor.[7] Dieser zweiten Quarto-Ausgabe (Q2), die an verschiedenen Stellen von Q1 abweicht, wird heute in der Regel keine Textautorität mehr zuerkannt.

Die erste Folio-Ausgabe (F1) von The Merchant of Venice erschien 1623 auf Grundlage des Quarto-Drucks (Q1) von 1600, wie orthografische und typografische Übereinstimmungen zeigen. Allerdings wurde der ursprüngliche Text von Q1 durch verschiedene Bühnen- und Regieanweisungen sowie Akteinteilungen ergänzt, was darauf schließen lässt, dass zusätzlich wahrscheinlich ein prompt-book für die Drucklegung herangezogen wurde.

Weitere Folio-Ausgaben wurden 1632 (F2), 1663 (F3) und 1685 (F4) als Nachdrucke der ersten Folio-Ausgabe veröffentlicht; eine dritte Quarto-Ausgabe (Q3), die überwiegend der Fassung des ersten Quarto-Drucks (Q1) folgt, wurde 1637 von Hayes’ Sohn Laurence gedruckt. Diese nach 1623 erschienenen Ausgaben können als bloße Nachdrucke vorhergehender Druckfassungen jedoch keine größere Textgeltung beanspruchen.[8]

Verfilmungen und Fernsehfassungen

Die erste Verfilmung war, unter der Regie von Lois Weber, der Stummfilm von 1914, The Merchant of Venice. 1923 wurde die Komödie erneut, diesmal von Peter Paul Felner, verfilmt. 1969 zeigte das deutsche Fernsehen eine vielbeachtete Interpretation, in der der jüdische Schauspieler und Regisseur Fritz Kortner die Rolle des Shylock übernahm. Max Eckard spielte die Titelrolle, Sabine Sinjen die Portia, Folker Bohnet den Bassiano, weitere Rollen übernahmen Boy Gobert, Karl Paryla, Gertraud Jesserer und Peter Vogel (Regie: Otto Schenk). In Douglas Hickox’ Horrorfilm Theater des Grauens von 1973 zeigt Vincent Price als Edward Lionheart zusammen mit Diana Rigg eine leichte Abwandlung der Szene, die dort als lebendiges Theater angekündigt und auch durchgeführt wird.

Eine weitere Fernsehfassung wurde am 18. September 1990 ausgestrahlt. Unter der Regie von George Moorse und Peter Zadek und nach einer Übersetzung von Elisabeth Plessen spielten Ignaz Kirchner den Antonio und den Prinzen von Marokko, Eva Mattes die Portia, Gert Voss den Shylock und den Prinzen von Arragon, Heinz Zuber den Salerio, Paulus Manker den Bassanio und Julia Stemberger die Jessica.

2004 drehte Michael Radford eine Hollywood-Fassung mit Al Pacino als Shylock, Jeremy Irons als Antonio, Joseph Fiennes als Bassanio und Lynn Collins als Portia.

Bühnenadaptionen

Der bekannte englische Dramatiker Arnold Wesker veröffentlichte erstmals 1977 eine Neufassung der Shakespeareschen Komödie. In seinem Werk The Merchant, das auch als Shylock erschien und unter diesem Titel 1977 von Nina Adler ins Deutsche übersetzt wurde, stellt Wesker Shakespeares Shylock-Figur in einen neuen Deutungszusammenhang. Im historischen und sozialen Kontext der venezianischen Welt von 1563 steht Weskers Shylock unter den Zwängen, die von den dortigen staatlichen Instanzen den Juden auferlegt werden: Er lebt in einem Ghetto, ist in seiner beruflichen Tätigkeit auf den Geldhandel eingeschränkt und wird vom venezianischen Staat durch willkürliche Besteuerung skrupellos ausgebeutet. In Weskers Stück ist nicht der Jude Shylock geldgierig, sondern die jungen Adeligen der alteingesessenen Familien, die sogar in ihrem Liebeswerben ausschließlich von materiellen Beweggründen geleitet werden. Der wahre Reichtum Shylocks liegt bei Wesker nicht in seinem Geldvermögen, sondern in seinen Büchern, welche die Leidensgeschichte seines Volkes zum Ausdruck bringen und es Shylock erlauben, seine eigene Lebenssituation in einem übergeordneten Zusammenhang zu begreifen. Mit diesem Wissen ist er den venezianischen Protagonisten überlegen und in der Lage, deren moralisch-ethische Substanzlosigkeit im Umgang mit dem Recht zu durchschauen. Antonio ist in Weskers Spiel der Freund Shylocks und bewundert dessen Intellektualität und Menschlichkeit. Der Vertrag wird zwischen den beiden nur geschlossen, weil das venezianische Gesetz dies für jegliche geschäftliche Beziehung zwischen Juden und Nicht-Juden so verlangt. Das von Shakespeare übernommene Pfand des Pfundes Fleisch wird in Weskers Stück von Shylock und Antonio gewählt, um ihrer Verachtung für die venezianischen Gesetze Ausdruck zu verleihen. So ist es bei Wesker auch nicht Shylock, sondern der venezianische Staat, der die buchstabengetreue Anwendung des Vertrages als ein Instrument der Vernichtung einfordert. Wie in Shakespeares Vorlage gelingt es auch hier Portia, den Kopf von Shylock und Antonio aus der Schlinge zu ziehen; allerdings werden Shylocks Bücher wegen seiner Verspottung des Gesetzes konfisziert. Die humanistische, aufklärerische Haltung scheitert damit bei Wesker an einem mechanistischen Verständnis von Legalität, das vor allem in Rassismus und Antisemitismus begründet liegt.[9]

Textausgaben

Englisch
  • John Drakakis (Hrsg.): William Shakespeare: The Merchant of Venice. The Arden Shakespeare. Third Series. Arden, London 2010, ISBN 978-1-903-43681-3.
  • M. M. Mahood (Hrsg.): William Shakespeare: The Merchant of Venice. The New Cambridge Shakespeare. Cambridge University Press, Cambridge 2012, ISBN 978-0-521-53251-8.
  • J. L. Halio (Hrsg.): William Shakespeare: The Merchant of Venice. The Oxford Shakespeare. Oxford University Press, Oxford 2008, ISBN 978-0-19-953585-9.
Deutsch
  • Ingeborg Heine-Harabasz (Hrsg.): William Shakespeare: The Merchant of Venice. Englisch-Deutsche Studienausgabe. Stauffenburg, Tübingen 1982, ISBN 3-86057-547-3.
  • Frank Günther (Hrsg.): William Shakespeare: Der Kaufmann von Venedig. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2003, ISBN 3-423-12485-7.

Literatur

  • Stephen Greenblatt: Will in der Welt. Wie Shakespeare zu Shakespeare wurde. Berlin-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-8270-0438-1.
  • Anat Feinberg-Jütte: Siebtes Bild: Shylock. In: Julius H. Schoeps, Joachim Schlör (Hrsg.): Bilder der Judenfeindschaft. Antisemitismus – Vorurteile und Mythen. Bechtermünz-Verlag, Augsburg 1999, ISBN 3-8289-0734-2, S. 119–126.
  • Wolfhard Keiser: William Shakespeare: Der Kaufmann von Venedig (The Merchant of Venice). 2. Auflage. Bange Verlag, Hollfeld 2006, ISBN 3-8044-1809-0 (Königs Erläuterungen und Materialien 32).
  • Ina Schabert: Shakespeare-Handbuch. Die Zeit, der Mensch, das Werk, die Nachwelt. Kröner, 5. durchgesehene und ergänzte Auflage Stuttgart 2009, ISBN 978-3-520-38605-2.
  • Sabine Schülting: The Merchant of Venice. In: Interpretationen – Shakespeares Dramen. Philipp Reclam jun., Stuttgart 2010 [2000], ISBN 978-3-15-017513-2, S. 129–155.
  • Ulrich Suerbaum: Der Shakespeare-Führer. Reclam, Ditzingen 2006, ISBN 3-15-017663-8, 3. rev. Auflage 2015, ISBN 978-3-15-020395-8.

Weblinks

 Commons: Der Kaufmann von Venedig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikiquote: Der Kaufmann von Venedig – Zitate (englisch)
 Wikisource: Der Kaufmann von Venedig – Quellen und Volltexte (englisch)

Einzelnachweise

Friedmar Apel (Hrsg.): Ein Shakespeare für alle, Zweitausendeins, Frankfurt/M. 1995.

Übersetzung von August Wilhelm Schlegel, Project Gutenberg.

Zeno Ackermann (Hrsg.): Shylock nach dem Holocaust. Zur Geschichte einer Erinnerungsfigur. S. 66f.

Vgl. M. M. Mahood: The New Cambridge Shakespeare 2000, Introduction S. 1f., John Russel Brown: Arden Shakespeare (Second Series) 2006, S. XIIf. und XXII. Siehe auch Jay L. Halio: Oxford Shakespeare 2008, S. 285f., sowie Schabert, Shakespeare-Handbuch 2009, S. 506 sowie 197–199 und 205.

Vgl. John Russel Brown: Arden Shakespeare (Second Series) 2006, S. XXVIf. und M. M. Mahood: The New Cambridge Shakespeare 2000, S. 1f. Siehe auch Jay L. Halio: Oxford Shakespeare 2008, S. 27f., sowie Schabert, Shakespeare-Handbuch 2009, S. 406.

Vgl. Jay L. Halio: Oxford Shakespeare 2008, S. 85ff., und John Russel Brown: Arden Shakespeare (Second Series) 2006, S. XI–XIII und XVf.

Vgl. Schabert: Shakespeare-Handbuch 2009, S. 211f.

Vgl. John Russel Brown: Arden Shakespeare (Second Series) 2006, S. XIII–XX. Siehe auch Jay L. Halio: Oxford Shakespeare 2008, S. 88–93.

  1. Vgl. Bernhard Reitz: „Forget Things and you’ll go to pieces“: Jüdische Identität zwischen Erinnerung und Annäherung, Utopie und Holocaust im englischen Drama der Gegenwart. In: Beate Neumeier (Hrsg.): Jüdische Literatur und Kultur in Großbritannien und den USA nach 1945. Wiesbaden 1998, ISBN 3-447-04108-0, S. 25–42, hier S. 35–37.
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Werke von William Shakespeare

Tragödien: Romeo und Julia | Macbeth | König Lear | Hamlet | Othello | Titus Andronicus | Julius Caesar | Antonius und Cleopatra | Coriolanus | Troilus und Cressida | Timon von Athen

Komödien: Ein Sommernachtstraum | Ende gut, alles gut | Wie es euch gefällt | Cymbeline | Verlorene Liebesmüh | Der Kaufmann von Venedig | Die lustigen Weiber von Windsor | Viel Lärm um nichts | Perikles, Prinz von Tyrus | Der Widerspenstigen Zähmung | Die Komödie der Irrungen | Maß für Maß | Der Sturm | Was ihr wollt | Zwei Herren aus Verona | Die beiden edlen Vettern | Das Wintermärchen

Historiendramen: Richard III. | Richard II. | Heinrich IV., Teil 1  | Heinrich IV., Teil 2 | Heinrich V. | Heinrich VI. | Heinrich VIII. | König Johann

Andere Werke: Sonette | Venus und Adonis | Lucretia | Der verliebte Pilger | Der Phoenix und die Turteltaube | Der Liebenden Klage

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