Sinnesorgane: Aufbau und Funktion von Ohr, Auge und Gehirn

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Geschmackssinn

Die Geschmacksknospen befinden sich in den Zungenpapillen sowie am Gaumen, Rachen und Kehlkopf. Sie sind chemosensitiv und reagieren auf im Speichel gelöste Substanzen.

Gehör- und Gleichgewichtssinn

Die Ohren sind die Organe des Hörens und des Gleichgewichts. Sie ermöglichen die Wahrnehmung von Schallwellen sowie die Orientierung im Raum durch die Überwachung der Kopfhaltung.

Struktur des Ohrs

  • Ohrmuschel: Eine Hautfalte, die durch Knorpel gestützt wird und in den Gehörgang führt, welcher am Trommelfell endet.
  • Paukenhöhle: Liegt im Schädel und enthält drei Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss und Steigbügel), die das Trommelfell mit dem Innenohr verbinden. Die Ohrtrompete dient dem Druckausgleich.
  • Innenohr: Besteht aus einem knöchernen Labyrinth, das mit Perilymphe gefüllt ist. Darin liegt das häutige Labyrinth mit Endolymphe. Es unterteilt sich in die Bogengänge (Gleichgewicht) und die Cochlea (Gehör).

Funktionsweise

  • Hören: Schallwellen werden durch die Ohrmuschel und den Gehörgang geleitet, bringen das Trommelfell zum Schwingen und werden über die Gehörknöchelchen auf die Flüssigkeit im Innenohr übertragen. Mechanorezeptoren wandeln diese Schwingungen in Nervenimpulse um, die über den Hörnerv an das Gehirn geleitet werden.
  • Gleichgewicht: Bewegungen des Kopfes führen zu Verschiebungen der Endolymphe in den Bogengängen. Rezeptoren in der Wand erfassen diese Bewegung und senden entsprechende Informationen an das Gehirn.

Sehsinn

Die Augen sind die Organe des Sehens. Sie bestehen aus dem Augapfel und den zugehörigen Hilfsorganen.

Struktur des Auges

  • Anhangsorgane: Augenbrauen, Augenlider, Tränendrüsen und Wimpern.
  • Augapfel: Besteht aus:
    • Iris: Ringmuskulatur unter der Hornhaut.
    • Pupille: Öffnung in der Mitte der Iris.
    • Bindehaut: Transparentes Epithel, das Lederhaut und Hornhaut bedeckt.
    • Linse: Transparente Linse hinter der Iris.
    • Netzhaut: Schicht, in der sich die Sehzellen befinden.
    • Aderhaut: Dunkle Schicht im Inneren des Auges.
    • Sklera: Harte, weiße Schicht, die dem Auge Form verleiht.

Funktionsweise

Rezeptoren der Netzhaut nehmen das reflektierte Licht auf und erzeugen Nervenimpulse, die über den Sehnerv an das Gehirn geleitet werden. Es gibt zwei Arten von Rezeptoren:

  • Stäbchen: Nehmen Licht geringer Intensität wahr, jedoch keine Farben.
  • Zapfen: Sind empfindlich gegenüber Farben, benötigen jedoch mehr Licht.

Zur scharfen Abbildung dienen die Akkommodation (Anpassung der Linsenkrümmung) und die Pupillenregulation (Anpassung an die Lichtintensität).

Die Rolle der Großhirnrinde

Die Großhirnrinde empfängt über sensorische Nerven Impulse von den Sinnesorganen und übersetzt diese in bewusste Wahrnehmungen. Der motorische Kortex ist für die Erzeugung von Nervenimpulsen zuständig, die über motorische Neuronen an die Erfolgsorgane (Effektoren) geleitet werden, um Reaktionen auszuführen.

Willkürliche Handlungen

Bei bewussten Handlungen werden Reize in den sensiblen Bereichen der Hirnrinde verarbeitet. Über Nervenverbindungen werden motorische Areale aktiviert, die eine bewusste Antwort planen und über Motoneuronen an die entsprechenden Effektoren leiten.

Reflexe

Reflexe sind schnelle, unwillkürliche Reaktionen, die vom Rückenmark gesteuert werden, ohne dass die Großhirnrinde direkt eingreift. Die zugrunde liegende Struktur ist der Reflexbogen, der aus einem reizempfindlichen Rezeptor besteht.

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