Soziale Bewegungen: Definition, Merkmale und Wandel
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Was sind soziale Bewegungen?
Soziale Bewegungen sind organisierte, strukturierte und erkennbare Gruppen mit definierten Zielen und einer klaren Ideologie. Sie sind auf Veränderung ausgerichtet und streben danach, politische Entscheidungen durch Bewusstseinsbildung, Bildung und gemeinsame Aktivitäten zu beeinflussen.
Merkmale und Ursprung
Soziale Bewegungen sind kein neues Phänomen. Allen – ob „klassisch“ oder modern – ist die Suche nach Gerechtigkeit und die Ablehnung von Ungerechtigkeit gemein. Ihre Mitglieder definieren sich über den Kampf gegen Armut, Ausbeutung und Unterdrückung.
Zyklische Natur und Zusammensetzung
Soziale Bewegungen sind zyklisch, genau wie Politik und Wirtschaft: Ändern sich die Bedingungen, die zu ihrer Entstehung geführt haben, verschwinden sie wieder. Ihre Zusammensetzung variiert stark:
- Mittelschicht: Viele Bewegungen rekrutieren sich aus der Mittelschicht.
- Arbeiterklasse: Andere Bewegungen sind populär oder stammen aus der Arbeiterklasse.
- Gemischte Gruppen: Viele Bewegungen bestehen aus einer Mischung der genannten Schichten.
Ziele und Strategien
Soziale Bewegungen streben in der Regel nicht nach staatlicher Macht, da dies oft als unvereinbar mit ihrem Wesen angesehen wird. Die meisten von ihnen agieren eher defensiv als offensiv. Sie sind temporär und reagieren auf spezifische Umstände; ändern sich diese, endet ihr Lebenszyklus.
Agenten des sozialen Wandels
Sie fungieren als Agenten des sozialen Wandels oder der Transformation. Dabei folgen sie keinen externen „Rezepten“ oder „Agenden“, sondern entwickeln ihre eigenen Strategien und „Zutaten“.
Vielfalt der Bewegungen
Es gibt eine enorme Vielfalt, die sich aus den jeweiligen Bedürfnissen ergibt:
- Gewerkschaften und Arbeitnehmerbewegungen
- Landwirtschaftliche und ethnische Bewegungen
- Nationalistische, religiöse und feministische Gruppen
- Ökologische Bewegungen und Friedensbewegungen
- Bewegungen für sexuelle Freiheiten
Verhältnis zu Institutionen
Grundsätzlich agieren sie außerhalb politischer und sozialer Institutionen, da sie diese als unfähig betrachten, ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Sie lehnen politische Parteien meist ab und üben Druck von außen auf den Staat aus, selten von innen.
Das „Wir“-Gefühl
Das „Wir“ ist das Motto einer sozialen Bewegung; es reagiert auf die Notwendigkeit, Lösungen für Unterdrückung und Ausbeutung zu finden. Wenn soziale Bewegungen institutionalisiert werden, verlieren sie ihren Status als solche. Sie bevorzugen es, die Menschen zu mobilisieren, anstatt ihre Anliegen in starre Institutionen zu überführen.