Soziales Lernen: Theorien und psychologische Prinzipien
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Soziales Lernen: Theorien
Der triadische reziproke Determinismus beschreibt die Wechselwirkung zwischen Reiz, Reaktion und dem Individuum. Dabei ist entscheidend, wie der Körper auf Reize reagiert und welchen symbolischen Wert wir diesen beimessen.
Symbolischer Interaktionismus
Die Schule des symbolischen Interaktionismus betrachtet Reize nicht nur als biologische oder soziale Gegebenheiten, sondern als gesellschaftliche Werte. Wir beeinflussen unsere Umwelt durch die Bedeutung, die wir ihr geben.
Banduras Ansatz
Bandura versucht, menschliches Verhalten ohne philosophische Rückschlüsse zu erklären. Er postuliert einen Determinismus, bei dem die vermeintliche Freiheit oft eine Illusion ist.
Soziale Imprägnierung
Soziale Imprägnierung bezeichnet die Einflüsse der Medien auf das Publikum. Diese ungeschriebenen Regeln und symbolischen Konstruktionen der Welt führen zu Belohnungen oder Bestrafungen innerhalb des sozialen Umfelds.
Nutzen und Belohnung
Die Uses-and-Gratifications-Theorie erklärt: Wenn das Publikum einen positiven Nutzen aus Medien zieht, bleibt es dabei. Menschen setzen sich Ziele; Abweichungen werden als Bestrafung (Gewissensbisse) empfunden, während Annäherungen als Belohnung wirken.
Vorausschauende Reaktionen
Dies sind kleine, vorweggenommene Belohnungen, die motivieren, ein bestimmtes Verhalten beizubehalten, um das ultimative Ziel zu erreichen.
Vicarious Learning
Das stellvertretende Lernen beschreibt die Fähigkeit, durch die Beobachtung anderer zu lernen. Wir bauen soziale Realität durch Medienwirkung auf, beeinflussen diese aber gleichzeitig auch selbst.
Demokratie und Medien
Ein Problem der modernen Demokratie ist die periphere Route der Informationsverarbeitung: Wir analysieren politische Botschaften oft nur oberflächlich, statt uns mit den Inhalten der Programme auseinanderzusetzen.
Grundprinzipien des Verhaltens
Wissenschaftliche Grundprinzipien postulieren universelle Mechanismen, die für jeden gelten. Dabei gilt: Verhalten ist das Ergebnis aus der Person und den jeweiligen Umständen.
Motivationale Prinzipien
- Suche nach Zugehörigkeit: Der Mensch ist ein Herdentier; Intelligenz entwickelt sich durch Interaktion.
- Streben nach Kompetenz: Es geht um die Anpassung an die Umwelt und das Überleben durch gezielte Informationsaufnahme und -verarbeitung.
- Selbstbild und Selbstwertgefühl: Ein positives Selbstbild basiert stark auf der Wahrnehmung durch andere, insbesondere durch die Eltern in der Kindheit.
Prozessuale Prinzipien
- Konservatismus: Wir neigen dazu, Informationen konservativ zu verarbeiten, was Umdenken erschwert. Psychische Kanäle bestehen aus kognitiven Fähigkeiten, Evaluation und Verhalten.
- Zugänglichkeit: Informationen, die leichter abrufbar sind, beeinflussen Entscheidungen stärker als objektiv wichtigere Daten (z. B. durch ständige Wiederholung in der Werbung).
- Duale Verarbeitung: Menschen nutzen oft kognitive Abkürzungen (Heuristiken), um Energie zu sparen.
Es gibt zwei Verarbeitungswege: den zentralen (logisch) und den peripheren (intuitiv/heuristisch). In den Medien überwiegt meist die periphere Verarbeitung, da sie weniger Anstrengung erfordert.
Gestalten und soziale Normen
Diese Theorie besagt, dass soziale Sanktionen unser Verhalten prägen. Medien und Werbung fungieren hierbei als Wegweiser, indem sie zeigen, welche Handlungen gesellschaftlich belohnt oder bestraft werden. Wir sind dabei jedoch selektiv und behalten die Möglichkeit zur individuellen Anpassung.