Sozialismus, Anarchismus & dialektischer Materialismus
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Utopischer Sozialismus und Anarchismus
Utopischer Sozialismus
In der Mitte des 19. Jahrhunderts erschienen jene Denker, die die Notwendigkeit zur Durchführung sozialer Reformen verteidigten, welche durch die Missstände der Industrialisierung hervorgerufen wurden. Sie setzten sogar konkrete Vorschläge in der Produktion und Verteilung des Reichtums um. Zu ihnen gehörten vor allem Saint-Simon und Fourier. Die Naivität und mangelnde wissenschaftliche Fundierung ihrer Projekte brachte ihnen unter anderem die Kritik der Marxisten ein.
Anarchismus
Dies ist eine weitere philosophische und soziale Strömung, die eine radikale Umgestaltung der Gesellschaft anstrebt. Der Name leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet übersetzt "ohne Gesetz und Autorität" (Macht). Die Hauptideologen des Anarchismus waren:
- Michail Bakunin
- Pierre-Joseph Proudhon
Sie lehnten jede Form von Herrschaft ab. Dies motivierte sie dazu, die Zerstörung des Staates als die einzige Möglichkeit zu befürworten, um die Menschen außerhalb staatlicher Zwänge wirklich frei, gut und solidarisch leben zu lassen.
Wirtschaftsliberalismus
In England trat eine Reihe von Denkern auf, die den Wirtschaftsliberalismus und den Kapitalismus legitimierten, allen voran Adam Smith und David Ricardo. Nach diesen Autoren sind die Gesetze des Kapitalismus natürlich und unveränderlich, weshalb man sie respektieren muss. Daher ging man davon aus, dass das Gesetz von Angebot und Nachfrage sowie die sich aus seiner Anwendung ergebenden Konsequenzen – wie etwa soziale Unsicherheiten – unvermeidlich und für das System notwendig seien.
Der dialektische Materialismus
Karl Marx teilte Hegels Begriff der Wirklichkeit, die nicht statisch, sondern dynamisch und veränderlich ist. Als Produkt der Kräfte und materiellen Verhältnisse, die bei Hegel die Realität bildeten, kehrte Marx dessen idealistische Überzeugung jedoch in einen konsequenten Materialismus um. Dieser Materialismus besagt, dass Ideologien nicht eigenständig existieren, sondern dass die materielle Realität die Ideologie produziert.
Mit anderen Worten: Es ist nicht der Geist, der in seiner Entwicklung die Realität bestimmt und die Geschichte konstruiert, sondern es sind die konkreten sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen, welche die Geisteshaltung eines Volkes prägen. Es ist die Infrastruktur (ökonomische Basis) einer Gemeinschaft, welche die Superstruktur (Überbau wie Kultur, Ideologie, moralische Normen etc.) bestimmt.
Marx war einerseits ein Hegelianer, weil er Hegels Auffassung der geschichtlichen Entwicklung als dialektischen Prozess teilte. Er war andererseits jedoch auch ein Antihegelianer, weil er in diesem Prozess nicht das Wirken des Geistes sah, sondern den Gegensatz und die Überwindung der verschiedenen Systeme zur Produktion materieller Güter. Aus diesem Grund wird der Marxismus als dialektischer Materialismus bezeichnet. Er versteht sich als eine Methode zur Analyse der sozialen Realität mit wissenschaftlichem Anspruch. Nach den Marxisten sollte er dazu dienen, die Gesetze und Mechanismen zu entdecken, welche die historische Entwicklung bestimmen und die soziale Zukunft prognostizieren.