Sozialismus, Marxismus & Anarchismus: Die Arbeiterbewegung
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Sozialismus und Anarchismus
Die politischen Ideologien zur Verteidigung der Arbeiterklasse wurden maßgeblich vom sozialistischen Gedankengut inspiriert. Die Grundpfeiler des sozialistischen Denkens umfassen:
- Der Sozialismus plädiert dafür, dass politische Rechte und Freiheiten ohne soziale Gleichheit unzureichend sind. Es gibt keine wirkliche Demokratie ohne eine effektive Chancengleichheit.
- Die grundlegenden Ideen basieren auf Kooperation, Kollektivierung, der gerechten Verteilung des Reichtums und der Abschaffung des Privateigentums.
- Das Ziel ist es, die Gesellschaft zu transformieren, eine gerechtere soziale Ordnung zu etablieren, soziale Gleichheit mit politischen Rechten zu verbinden und eine gerechte Verteilung des Reichtums zu verwirklichen.
Der Frühsozialismus und seine Merkmale
Der sogenannte Frühsozialismus (oft auch utopischer Sozialismus genannt) entstand in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts (XIX.), vor allem in Frankreich und England. Da diese frühen Lösungen zur Überwindung der sozialen Ungleichheit oft als unpraktikabel und undurchführbar galten, erhielten sie diesen Namen. Seine Merkmale sind:
- Eine sozialistische Gesellschaft ist für alle wünschenswert und soll durch das Wohlwollen und die Solidarität der Menschen initiiert werden. Die Vertreter glaubten nicht an eine Revolution als Mittel zur Umsetzung der neuen Gesellschaft.
- Sie verurteilten die moralischen Auswirkungen des Kapitalismus und kritisierten ihn scharf.
Der Marxismus
- Eine politische Ideologie, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts (ca. 1840) entstand. Sie analysiert die Widersprüche der bürgerlichen Gesellschaft, übt scharfe Kritik an ihr und schlägt ein alternatives Modell der politischen und wirtschaftlichen Organisation vor.
- Die Schöpfer und wichtigsten Vertreter sind Karl Marx und Friedrich Engels. Sie veröffentlichten das "Kommunistische Manifest", das den Klassenkampf thematisiert, sowie das Werk "Das Kapital", welches eine vernichtende Analyse des Kapitalismus bietet.
- Nach den Marxisten können soziale Ungleichheiten nur durch den Klassenkampf beseitigt werden. Die Arbeiterklasse muss das Privateigentum an den Produktionsmitteln abschaffen, welche stattdessen kollektiviert werden sollten. Dies setzt voraus, dass das Proletariat die politische Macht erobert (Diktatur des Proletariats). Dieser revolutionäre Prozess kann friedlich oder gewaltsam ablaufen, wird jedoch immer vom Proletariat getragen.
Der Anarchismus
- Eine politische Ideologie, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf der Grundlage der Ideen von Pierre-Joseph Proudhon und Michail Bakunin entstand.
- Die Anarchisten vertraten die Ansicht, dass das Proletariat die Gesellschaft durch die Schaffung von Kommunen und Verbänden außerhalb des Staates verändern sollte. Sie forderten die Abschaffung von Staat und Regierung, die Auflösung der Armee sowie der Kirche und stellten sich gegen jede Form von Autorität.
- Sie verteidigen die individuelle Freiheit, die Solidarität und die Gleichheit unter den Menschen und lehnen Privateigentum ab.
- Der Anarchismus hat zwei Strömungen: eine gewaltfreie, politische Aktion und eine gewaltsame Verteidigung (terroristische Tendenz mit Attentaten).
Die Internationalisierung der Arbeiterbewegung
Die Arbeiterbewegung erkannte schnell, dass die Revolution international sein muss. Britische, französische, deutsche und italienische Gewerkschaften förderten im Jahr 1864 die Gründung der Internationalen Arbeiter-Assoziation (IAA / AIT) als Reaktion auf diese globalen Probleme. Eine aktive Rolle spielten dabei Marx, Engels und Bakunin.