Die vier Sozialprinzipien: Solidarität, Subsidiarität & Co.

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Sozialprinzipien im Überblick

Solidarität

Solidarität beschreibt die Beziehung zwischen dem Individuum und allen sozialen Gruppen. Sie zielt darauf ab, dass sich die Glieder um das Wohl des Ganzen sorgen und umgekehrt. Im 1. Korintherbrief wird unter dem Bild des Organismus das notwendige Zusammenspiel der einzelnen Organe aufgezeigt. Solidarität als soziale Liebe tritt u. a. in der Gerichtsrede des Matthäus-Evangeliums als verbindliches ethisches Prinzip in Erscheinung. Im Galaterbrief heißt es: „Einer trage des anderen Last, so erfüllt ihr das Gesetz Christi“. Ein Beispiel hierfür ist die innerbetriebliche Solidarität, wenn Entlassungen durch den Gehaltsverzicht aller Beschäftigten vermieden werden können.

Subsidiarität

Dieses Prinzip betont die Rechte des Einzelnen bzw. der untergeordneten Einheit in dem Sinne, dass das Recht auf Selbsthilfe der Fremdenhilfe vorausgeht. Es schützt den Einzelnen bzw. die Gruppe vor Unterdrückung unter dem Vorwand der Hilfeleistung. Wichtig ist der Respekt vor der Eigenständigkeit. Es gilt der Grundsatz der Hilfe zur Selbsthilfe. Im gesellschaftlichen Kontext müssen geeignete Rahmenbedingungen zur Unterstützung der Entfaltung des Einzelnen geschaffen werden (z. B. Finanzierung von Bewerbungstraining durch Arbeitslosenclubs).

Gemeinwohl

Das Gemeinwohl entspricht den wahren Interessen jedes menschlichen Individuums, auch wenn es zum Nutzen der Gemeinschaft Privatinteressen beschränken muss. Es definiert den Bereich, in dem ein Vorrang der Gesamtinteressen vor Einzelinteressen besteht, und bestimmt die individuellen Pflichten gegenüber der Gemeinschaft. Ein Beispiel ist die Verstaatlichung der Hypo Real Estate. Grundsatz gemäß Art. 14 Abs. 2 GG: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Gemeinschaft dienen.“

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist unter dem Blickwinkel menschlichen Handelns zu sehen, das sich der Verantwortungsethik verpflichtet weiß. Die Verwirklichung des biblischen Schöpfungsauftrags in Gen 2,15 – „Gott, der Herr, nahm also den Menschen und setzte ihn in den Garten von Eden, damit er ihn bebaue und hüte“ – entspringt der Liebe des Schöpfers zur Schöpfung und verleiht dem menschlichen Handeln Verantwortung. Wenn es um den langfristigen Erhalt von Ressourcen geht (Brennstoffe, Klimawandel), ist wiederum der enge Zusammenhang von Selbst-, Nächsten- und Gottesliebe ersichtlich.

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