Soziokulturelle Entwicklung und Literatur im 20. Jahrhundert
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Soziokulturelle Synthese
Das 20. Jahrhundert verbesserte die Verteilung von Arbeit und Freizeit sowie den Zugang zu Information und Kultur. Es war nicht nur das Jahrhundert der Popularisierung der Presse, des Telegrafen, des Telefons und des Kinos, sondern auch das Zeitalter von Radio, Fernsehen, PC und künstlichen Satelliten.
In der europäischen Kunstszene ragte die Avantgarde heraus, wobei der Surrealismus eine der repräsentativsten Bewegungen darstellte. Weitere führende Strömungen waren:
- Futurismus: Kunst voller technischer Innovationen.
- Dadaismus: Kampf gegen künstlerische Konventionen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand eine Literatur, die sich der sozialen und politischen Realität verpflichtet fühlte.
Die großen Strömungen des Jahrhunderts
Das Jahrhundert war geprägt von drei zentralen Einstellungen: Existentialismus, Psychoanalyse und Marxismus.
Existentialismus
Eine europäische ideologische Strömung, die abseits traditioneller philosophischer Systeme entstand. Martin Heidegger vertrat die Ansicht, dass der Mensch aus dem Nichts kommt und der Tod sein endgültiges Ziel ist.
Psychoanalyse
Eine therapeutische Methode, entwickelt von Sigmund Freud. Sie basiert auf der Überzeugung, dass widersprüchliche Elemente der Vergangenheit, die durch Vergessenheit verdeckt sind, unbewusst den Geist beleben und Traumata erzeugen können.
Einfluss auf Autoren wie Thomas Mann, James Joyce und D.H. Lawrence. Die deutlichste Anwendung der psychoanalytischen Theorie findet sich im Surrealismus, insbesondere in der Aufwertung des Unterbewusstseins (Vertreter: André Breton, Louis Aragon, Paul Éluard).
Marxismus
Eine wissenschaftlich-philosophische Theorie von Karl Marx und Friedrich Engels. Die marxistische Analyse untersucht die kapitalistische Gesellschaft sowie die Geschichte und Entwicklung ihrer strukturellen Manifestationen. Der Motor dieser Theorie ist der Klassenkampf und die Arbeitsteilung.
Der spanische Rahmen
Vom Desaster von 98 bis 1923
Der Zeitraum zwischen 1875 und 1931 ist in Spanien als Restauration bekannt. Während der Regentschaft prägte der Krieg in Kuba (1895) das Schicksal Spaniens, dessen Ausgang als „Katastrophe von 98“ bekannt wurde. Der Regenerationismus deckte die Probleme des Landes auf und suchte nach Lösungen.
Die Diktatur von Primo de Rivera
Im Jahr 1923 übernahm Miguel Primo de Rivera mit absoluten Befugnissen die Macht. Er unterbrach die verfassungsmäßige Ordnung, etablierte eine starre Zensur und verbot politische Parteien sowie Gewerkschaften. Dennoch startete er ein ehrgeiziges Reformprojekt zur Modernisierung von Bildung und Armee.
Das Franco-Regime
Das diktatorische Regime von General Franco folgte auf den Bürgerkrieg. Die 1940er Jahre waren die schwerste Etappe, geprägt von Repression und Hunger. In den 1960er Jahren verbesserte sich die Situation durch den Massentourismus und eine wirtschaftliche Öffnung.
Spanische Literatur im 20. Jahrhundert
Vom Jahrhundertbeginn bis zum Bürgerkrieg
Zu Beginn des Jahrhunderts wich die Moderne einer Faszination für Luxus und Exotik. Gleichzeitig entwickelte sich die Generation von 98, die sich intensiv mit den Problemen des Landes auseinandersetzte (Unamuno, Valle-Inclán, Baroja, Azorín und Antonio Machado). Ab 1910 versuchte eine Gruppe von Intellektuellen, die Künste und Wissenschaften zu fördern (Novecentismo / Generation von 14).
Die Nachkriegszeit bis heute
Die Lage der Autoren war durch die Zensur der Macht geprägt. In den 1940er Jahren unterschied man zwei poetische Strömungen:
- Poesía arraigada: Intime Poesie mit traditioneller Metrik.
- Poesía desarraigada: Ein Trend, der existenzielle Themen aufgriff (Camilo José Cela, Carmen Laforet).
Die realistische Tendenz der 1940er Jahre mündete in die soziale Literatur der 1950er Jahre, in der der Schriftsteller zum Chronisten der sozialen Wirklichkeit wurde. In den 1960er Jahren kehrte die Poesie zur Introspektion zurück, während Roman und Theater neue Wege der Experimentierfreude einschlugen. Später entstanden die Novísimos, die die Autonomie der Kunst betonten und traditionelle Formen ablehnten.