Soziologische Theorien: Durkheim, Weber, Marx und Comte

Eingeordnet in Psychologie und Soziologie

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 4,19 KB

Soziologische Theorien und Methoden

Emile Durkheim: Die Beiträge zur soziologischen Methode

Durkheim legte in seinem Werk „Die Regeln der soziologischen Methode“ die Grundlagen der Analyse sozialer Tatsachen. Er forderte eine wissenschaftliche Objektivität, die er als erreichbar ansah, indem Soziologen soziale Tatsachen wie Dinge behandeln.

Merkmale sozialer Tatsachen nach Durkheim

  • Allgemeinheit: Die Tatsache ist allen Mitgliedern einer Gruppe oder der großen Mehrheit gemeinsam.
  • Exteriorität: Die Tatsache ist äußerlich zum sozialen Individuum und unabhängig von dessen Willen.
  • Zwang: Sie übt Druck aus, dem sich die Einzelnen anzupassen haben, und bestimmt ihr Verhalten.

Anomie

Die Regellosigkeit bzw. fehlende verbindliche Normen des sozialen Verhaltens bezeichnet Durkheim als Anomie.

Max Weber: Neutralität und verstehende Soziologie

Weber forderte die Neutralität des Wissenschaftlers: Die Sozialwissenschaft soll nicht bewerten, ob ein Phänomen gut oder schlecht ist, sondern es untersuchen.

Die verstehende Soziologie

Weber vertrat eine interpretative, verstehende Haltung gegenüber sozialen Prozessen. Ziel ist es, die inneren Gründe und die Logik des Handelns zu erfassen und den Sinn nachzuvollziehen, den die Handelnden ihrem Verhalten geben.

Soziales Handeln ist ein Verhalten, das mit subjektivem Sinn verbunden ist und sich auf das Handeln anderer Personen bezieht.

Karl Marx: Klassenkampf und Parteilichkeit

Marx sah es als unmöglich an, dass Sozialwissenschaftler neutral bleiben. Er verstand sich als Parteigänger des Proletariats und setzte sich für die gesellschaftliche Transformation hin zum Sozialismus ein.

Seine zentrale These lautet, dass die Geschichte die Geschichte der Klassenkämpfe ist.

Da die Sozialwissenschaft aus den gesellschaftlichen Tatsachen selbst hervorgeht, sei eine vollständige Neutralität des Forschers nicht möglich.

Auguste Comte: Begründer der Soziologie

Auguste Comte prägte den Begriff „Soziologie“. Seine positivistische Lehre übte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts großen Einfluss auf das brasilianische Militär aus.

Durch diesen Einfluss stammt die positivistische Losung „Ordnung und Fortschritt“, die auf der Flagge Brasiliens steht.

Grundbegriffe der Sozialwissenschaft

Soziale Interaktion

Soziale Interaktion ist ein Prozess, bei dem zwei oder mehr Individuen in Kontakt treten und eine Beziehung herstellen, in der sich das Verhalten beider wechselseitig beeinflusst.

Soziale Isolation

Soziale Isolation bezeichnet den Mangel an sozialen Kontakten zu anderen Personen oder Gruppen, bedingt durch körperliche, psychische, kulturelle oder soziale Faktoren.

Interaktivität

Interaktivität beschreibt die Möglichkeit, durch weltweit vernetzte Computer gleichzeitig und unmittelbar auf Informationen aus jedem Teil der Welt zuzugreifen.

Sozialer Kontakt

Sozialer Kontakt ist der Beginn des gesellschaftlichen Lebens und der erste Schritt, bei dem Menschen miteinander in Verbindung treten.

Soziale Beziehungen

Soziale Beziehungen sind Interaktionsverhältnisse, in denen Personen zu einer Einheit zusammengefasst werden.

Soziale Prozesse

Zu den grundlegenden sozialen Prozessen zählen Konkurrenz, Assimilation und Akkommodation.

Akkommodation

Akkommodation ist die Situation, in der sich Einzelpersonen oder Gruppen in einem Konflikt befinden und eine Lösung suchen. Es handelt sich um eine oberflächliche Lösung des Konflikts, die latent bestehen bleibt und jederzeit wieder offen hervortreten kann.

Assimilation

Assimilation ist die endgültige, friedliche Lösung eines sozialen Konflikts. Sie beschreibt einen Anpassungsprozess, durch den sich Individuen oder einst antagonistische Gruppen einander angleichen.

Verwandte Einträge: