Spanien unter Alfonso XIII: Krise und Reformversuche

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Spanien im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts

In der Regierungszeit von Alfonso XIII. wurde versucht, die parlamentarische Monarchie der Restauration zu erneuern. Die bestehenden Probleme konnten jedoch nicht gelöst werden. Diese Epoche wurde maßgeblich durch zwei Ereignisse beeinflusst: die Katastrophe von '98 und den Ersten Weltkrieg.

Erneuerung des parlamentarischen Systems

Um das parlamentarische System der Restauration zu reformieren, war es notwendig, die politischen Funktionen zu normalisieren und marginalisierte Parteien einzubeziehen. Dies beinhaltete:

  • Die Aufnahme aktueller Autonomiebestrebungen in den wirtschaftlich stärksten Regionen des Landes.
  • Die Erfüllung der berechtigten Forderungen des Proletariats.
  • Die Beruhigung der Armee, deren Ängste durch das Marokko-Problem verstärkt wurden.

Während der Regierungszeit wurden diese Probleme jedoch nicht mit ausreichendem Engagement angegangen, was die Krise der Monarchie bis 1931 beschleunigte.

Wirtschaft in der Regierungszeit von Alfonso XIII.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlebte Spanien eine Phase des Wirtschaftswachstums. Nach dem Verlust von Kuba und den Philippinen befürchtete man eine Katastrophe, doch es kam zu einer finanziellen Anpassung:

  • Landwirtschaft: Verbesserte Leistung durch den Einsatz von Maschinen, Düngemitteln und den Ausbau der Bewässerung.
  • Industrie: Erhöhter Energieverbrauch sowie Aufschwung in der Textilindustrie (Katalonien) und Schwerindustrie (Baskenland).
  • Boom der Neutralität: Die Neutralität im Ersten Weltkrieg führte zu einer großen Nachfrage nach Waren durch die kriegführenden Länder. Erstmals seit vielen Jahren war die Zahlungsbilanz positiv, was Spanien erlaubte, Forderungen im Ausland zu erfüllen.
  • Nachkriegskrise: Mit der Erholung Europas wandelte sich die Bilanz für Spanien wieder ins Negative.

Soziale Situation und gesellschaftliche Gruppen

Die Aristokratie und die Großbourgeoisie prägten das gesellschaftliche Leben. Das Kleinbürgertum und Unternehmer strebten nach einem gehobenen Lebensstil in den Städten. Im Gegensatz dazu stand die Unterschicht:

  • Bauern in Andalusien und der Extremadura, die auf Großgrundbesitzen arbeiteten.
  • Kleinbauern in Galizien.
  • Arbeiter, die in bescheidenen Stadtvierteln lebten.

Krise von 1917 und Zersetzung der Restauration

Am 12. November 1912 ermordete ein Anarchist José Canalejas (Führer der Liberalen Partei), was eine tiefe Krise innerhalb der Partei auslöste.

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