Spaniens Krise: Von der Katastrophe 1898 bis zur Diktatur
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Die Katastrophe von 1898 und das Ende der Herrschaft von Alfonso XIII.
Die Katastrophe von 1898
Die wichtigste Krise während der Regentschaft von Maria Christina war der Aufstand in Kuba und auf den Philippinen.
Das Versprechen, Kuba mehr Autonomie zu gewähren, wurde nicht erfüllt. Politische Spannungen zwischen der Kolonie und der Metropole verschärften sich. Eine protektionistische Wirtschaftspolitik reservierte Kuba als Absatzmarkt für spanische Hersteller und behinderte den Handel mit den USA, dem wichtigsten Abnehmer kubanischer Produkte.
Der Aufstand auf den Philippinen
Auch auf den Philippinen begann ein Aufstand. Die separatistische Bewegung, bekannt als Katipunan, wurde zunächst hart unterdrückt. Die Regierung verstärkte ihre militärische Präsenz durch die Entsendung großer Truppenkontingente. Die spanische Armee war jedoch nur unzureichend modernisiert und die Soldaten waren schlecht vorbereitet. Zudem erhielten die Aufständischen Unterstützung durch die USA, die als aufstrebende imperiale Macht ein starkes Interesse an der Karibik und dem Pazifik zeigten.
Der Spanisch-Amerikanische Krieg
Im Jahr 1898 löste die Explosion des amerikanischen Kreuzers Maine im Hafen von Havanna eine wütende Pressekampagne aus, die Sabotage unterstellte. Dies diente den USA als Vorwand, Spanien die Sabotage vorzuwerfen und ein Ultimatum zur Aufgabe Kubas zu stellen. Nach der Ablehnung durch Spanien erklärten die USA den Krieg. Der Konflikt endete schnell mit der Zerstörung der spanischen Flotte. Im Vertrag von Paris trat Spanien Kuba, Puerto Rico und die Philippinen an die USA ab.
Die Niederlage und der Verlust der letzten Kolonien – bekannt als die „Katastrophe von 1898“ – hinterließen einen tiefen Eindruck in der spanischen Öffentlichkeit.
Die Diktatur von Primo de Rivera (1923–1930)
General Primo de Rivera rechtfertigte seinen Staatsstreich mit dem Ziel, die spanische Einheit gegen Nationalismus und soziale Gewalt zu bewahren sowie den Krieg in Marokko zu beenden.
- Militärregierung: Primo de Rivera löste die Cortes auf, suspendierte die Verfassung und schränkte Freiheiten sowie die Aktivitäten von Gewerkschaften und Parteien ein.
- Erfolge: Der Krieg in Marokko wurde durch die Landung bei Alhucemas und die Niederlage von Abd el-Krim beendet. Zudem verbesserten sich die öffentliche Ordnung und die Wirtschaft.
Ab 1925 versuchte er, die Diktatur durch ein ziviles Verzeichnis nach faschistischem Vorbild zu verstetigen. Dies mobilisierte die politische Opposition gegen ihn.
Die „Dictablanda“ von Berenguer
General Dámaso Berenguer ersetzte Primo de Rivera und leitete eine Phase ein, die als Dictablanda (weiche Diktatur) bekannt wurde. Er kehrte zur Verfassung von 1876 zurück, was der Opposition die Reorganisation ermöglichte. Republikaner, katalanische Nationalisten, Sozialisten und galicische Gruppen unterzeichneten den Pakt von San Sebastián, um eine vereinte Front gegen die Monarchie zu bilden und den Übergang zur Republik vorzubereiten.