Spaniens politischer und gesellschaftlicher Wandel seit 1975
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1. Politische Entwicklungen und der Niedergang der PP
Die Regierung handelte ohne Rücksicht auf die Ansichten anderer politischer Kräfte. Diese Einstellung missfiel der spanischen Bevölkerung. Darüber hinaus kam die Frage des Prestiges hinzu, da die Regierung ohne angemessene Geschwindigkeit und Transparenz bei der Bearbeitung von Gesetzesentwürfen agierte. Doch die entscheidende Ursache für die Niederlage der PP bei den Wahlen im März 2004 war der Irakkrieg.
Das Foto von den Azoren (Aznar, Blair und Bush), auf dem der Krieg erklärt wurde, sowie die absolute Unterwerfung unter das Weiße Haus führten zu einem massiven Vertrauensverlust in die PP. Der Irakkrieg schadete der Regierung, insbesondere im Kontext der schrecklichen Anschläge vom 11. März (11-M), bei denen die Regierung das Land nur zögerlich über die wahren Urheber informierte: Al-Qaida. Diese Haltung wurde von der Mehrheit der Spanier als Informationsunterdrückung wahrgenommen und war der eigentliche Grund für die Niederlage der PP bei den Parlamentswahlen am 14. März und den unerwarteten Sieg der PSOE unter José Luis Rodríguez Zapatero.
2. Gesellschaftliche Veränderungen
Nach dem Tod Francos begannen tiefgreifende Transformationen, die sich in den 80er und 90er Jahren beschleunigten und Spanien zu einem modernen, demokratischen Land machten. Spanien hat sich nicht nur von einem Auswanderungsland zu einem Einwanderungsland gewandelt.
- Einbeziehung von Frauen: Die zunehmende Erwerbstätigkeit von Frauen führte zur weiblichen Emanzipation und tiefgreifenden Veränderungen der Familienstruktur.
- Internationale Wahrnehmung: Das Jahr 1992 war entscheidend für das Image Spaniens in der Welt, maßgeblich geprägt durch die Olympischen Spiele in Barcelona.
- Demografischer Wandel: Die 90er Jahre waren zudem durch einen starken Rückgang der Geburtenraten und dramatische technologische Fortschritte gekennzeichnet.
3. Die wirtschaftliche Entwicklung
Der Übergang zur Demokratie war von einer tiefen Krise begleitet. Die erste sozialistische Regierung ergriff Maßnahmen zur wirtschaftlichen Modernisierung, die als „industrielle Umstrukturierung“ bekannt wurden, auch wenn die Arbeitslosigkeit weiterhin sehr hoch blieb. Die Universalisierung von Gesundheitsversorgung, Bildung und Arbeitslosenhilfe waren zentrale staatliche Bemühungen.
Trotz steigender Steuerbelastungen und ausländischer Investitionen kam es in den 90er Jahren zu wirtschaftlichen Spannungen. Die Regierung stieß an ihre Grenzen, das Defizit stieg, und Arbeitsmarktreformen wurden durch Demonstrationen beantwortet. Die Jahre 1992 und 1993 waren von einer harten Wirtschaftskrise geprägt, die 1996 im Sieg der PP gipfelte. Diese leitete eine neue Wirtschaftspolitik ein, durch die sich Spanien rasch erholte und den EU-Beitritt festigte. Durch Steuersenkungen und den Abbau von Defiziten sowie Arbeitslosigkeit konnte die PP schließlich bei den Wahlen im März 2000 die absolute Mehrheit erringen.