Spaniens Weg: Diktatur, Republik und Bürgerkrieg
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Die Diktatur von Primo de Rivera (1923–1930)
In der ersten Phase der Diktatur (1923–1925) lag die Regierung in den Händen eines militärischen Direktoriums. Dieses setzte die Verfassung von 1876 außer Kraft, löste die Cortes auf, verbot die Arbeit politischer Parteien, unterdrückte die Arbeiterbewegung sowie den Nationalismus und besiegte die Marokkaner nach der Landung bei Alhucemas.
In der zweiten Phase (1925–1930) bildete Primo de Rivera ein ziviles Direktorium. Er förderte die bewässerte Landwirtschaft, stärkte die Industrie, baute Straßen aus und verbesserte die Eisenbahnen. Doch angesichts der Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise von 1929, der steigenden Arbeitslosigkeit, dem Wiederaufleben der Arbeiterbewegung und des Nationalismus sowie der Opposition von Intellektuellen trat Primo de Rivera 1930 zurück.
Man versuchte erneut, ein parlamentarisches System zu etablieren. Doch die Monarchie war diskreditiert. Bei den Kommunalwahlen im April 1931 siegten die Republikaner in den großen Städten. In dieser Situation floh Alfons XIII. aus dem Land.
Konservative Zweijahresfrist und Volksfront
Nach den Wahlen übernahm die Radikale Partei der Mitte unter der Leitung des Konservativen Lerroux die Regierung. Die neue Regierung und das Ende der Reformen führten zu einer Zunahme von Streiks und Demonstrationen sowie zur Oktoberrevolution 1934 – eine Bewegung, die in Asturien große Intensität erreichte und Barcelona hervorhob. Die Revolution in Asturien betonte die politische Polarisierung und die Zersetzung der Regierung.
Die Regierung der Volksfront stand einer zunehmenden politischen Radikalisierung gegenüber. Im linken Sektor nahm der Einfluss der PSOE zu. Auf der rechten Seite wuchs die radikale Falange Española. Die politische Gewalt manifestierte sich in Straßenangriffen und gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen militanten Falangisten, Kommunisten und Anarchisten (der tragische Frühling 1936). In dieser Situation griffen die Konservativen zu einem Staatsstreich, um die Republik zu stürzen.
Der Bürgerkrieg: Der Staatsstreich
Der militärische Aufstand begann am 17. Juli 1936 in Melilla, Ceuta und Tetuán und verbreitete sich am nächsten Tag in ganz Spanien.
- Im Inneren des Landes: Die Rebellen wurden von konservativen Militärs, Großgrundbesitzern, dem Adel, der Monarchie, Katholiken und den Carlisten unterstützt. Die republikanische Regierung hatte die Unterstützung des progressiven Militärs, landloser Bauern, des Kleinbürgertums und linker Parteien.
- Außerhalb des Landes: Es wurde ein Nichteinmischungskomitee gebildet, um zu verhindern, dass ausländische Unterstützung einen Weltkrieg entfesselt. Die Rebellen erhielten dennoch Hilfe aus Deutschland und Italien, während die Republik von der UdSSR und den Internationalen Brigaden (bestehend aus mehr als 40.000 Freiwilligen) unterstützt wurde.
Militärische Entwicklung des Krieges
Das Ziel des Staatsstreichs war es, die Hauptstadt Madrid einzunehmen. Zwei Armeekorps wurden gegen sie dirigiert: eines aus Navarra und das andere aus Afrika, welches von General Franco geführt wurde. Da sie jedoch auf Widerstand stießen, mussten die Pläne geändert werden.
Der Krieg verlagerte sich an die kantabrische Küste und dann zum Mittelmeer, wodurch das republikanische Gebiet aufgeteilt wurde. Um den Republikanern zu helfen, wurde die Ebro-Offensive gestartet. Am Ende besiegten die Rebellen die Verteidiger und nahmen Katalonien ein. Schließlich rückten die Rebellen nach Madrid vor, das sich ohne Widerstand ergab, ebenso wie andere republikanische Gebiete. Am 1. April 1939 unterzeichnete Franco den letzten Teil des Kriegsberichts: Der Krieg war zu Ende.
Politik und Folgen des Krieges
Auf der republikanischen Seite gab es eine soziale Revolution, welche die Kollektivierung von Land und Industrie, eine Vielzahl von Unruhen, einen starken Antiklerikalismus und die Verabschiedung des baskischen Autonomiestatuts mit sich brachte. Die Regierung wurde durch die Spaltung zwischen Anarchisten und radikalen Kommunisten (die erst die Revolution durchführen wollten, um den Krieg zu gewinnen) und den gemäßigteren Kommunisten (die erst den Krieg für die Revolution gewinnen wollten) geschwächt.
In der nationalistischen Zone wurden alle Reformen der Republik abgeschafft. Franco konzentrierte die gesamte zivile und militärische Macht auf sich und dekretierte die Vereinigung aller unterstützenden politischen Kräfte in einer einzigen Partei.
Die Folgen des Krieges
Der Krieg hatte schwerwiegende Auswirkungen:
- Menschliche Verluste: Schätzungsweise 380.000 Tote und 350.000 politische Flüchtlinge.
- Politisches System: Einführung eines autoritären Systems.
- Zerstörung: Massive Schäden an Gebäuden und Infrastruktur.
- Gesellschaft und Kultur: Sieg konservativer und kirchlicher Gruppen sowie eine kulturelle Verarmung.