Spaniens Wirtschaft: Von der Autarkie zum Entwicklungsmodell
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Autarkie und ihre Auswirkungen (1939–1959)
Eines der Hauptziele der ersten Phase des Franco-Regimes war das Erreichen wirtschaftlicher Autarkie. Diese Wirtschaftspolitik förderte die Isolation vom Ausland und lehnte den freien Markt zugunsten staatlicher Eingriffe ab. Die autarke Wirtschaft stützte sich auf drei wesentliche Politikfelder:
- Regulierung des Außenhandels: Importe und Exporte wurden vom Staat vollständig kontrolliert. Dies verknappte die Devisenreserven, führte zu höheren Preisen und verursachte einen massiven Mangel an Konsumgütern. Zudem beeinträchtigte der Mangel an Rohstoffen und Energie die Industrieproduktion erheblich.
- Industrieförderung: Um die militärische und politische Unabhängigkeit zu sichern, wurden öffentliche Unternehmen gegründet. Der Staat investierte massiv in die Investitionsgüterindustrie, unter anderem durch die Gründung der RENFE, die Verstaatlichung der CTNE und die Schaffung des INI im Jahr 1941.
- Landwirtschaft: Der Staat regulierte Produktion, Handel, Preise und Verbrauch der meisten Agrarprodukte. Offizielle Niedrigpreise führten zu einem Rückgang der Produktion und einem erheblichen Sinken der Produktivität.
Das Ergebnis dieser autarken Politik war eine tiefe wirtschaftliche Stagnation, der Zusammenbruch des Außenhandels, ein Rückgang von Produktion und Verbrauch sowie eine sinkende Lebensqualität, was den Modernisierungsprozess der spanischen Wirtschaft stoppte.
Entwicklungsmodell (Developmentalism)
Mitte der 1950er Jahre war offensichtlich, dass die Möglichkeiten für eine wirtschaftliche Entwicklung innerhalb des autarken Systems erschöpft waren. Ein Kurswechsel war notwendig, um die spanische Wirtschaft für die westliche Welt zu öffnen und das Wachstum zu beschleunigen. Die sogenannten Technokraten sahen im Wirtschaftswachstum die wichtigste Garantie für soziale Stabilität. Sie suchten eine technische Reformlösung, ohne die Diktatur infrage zu stellen.
Die erste Maßnahme war der Stabilisierungsplan von 1959, der folgende Ziele verfolgte:
- Stabilisierung der Wirtschaft: Eindämmung der Inflation.
- Innere Liberalisierung: Abschaffung von Wirtschaftsprüfungen und staatlichen Festpreisen.
- Äußere Liberalisierung: Konvertibilität der Peseta, um den Austausch zu erleichtern und ausländische Waren sowie Kapitalinvestitionen zu fördern.
Ergänzt wurde dieses Programm durch Pläne zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. Die Produktivität stieg durch niedrige Löhne und ausländische Investitionen. Sinkende Preise und steigende Exporte stimulierten die Löhne und damit die Nachfrage nach Konsumgütern. Die wirtschaftliche Transformation in den 1960er Jahren führte zur Krise der traditionellen Landwirtschaft. Neue Beschäftigungsmöglichkeiten in der Industrie förderten die Landflucht. Gleichzeitig begann eine Mechanisierung der Landwirtschaft, die den Prozess weiter beschleunigte. Zudem entwickelte sich eine Dienstleistungsgesellschaft: Der Tourismus sorgte für steigende Einnahmen, während der Bankensektor und das internationale Handelsvolumen signifikant wuchsen.