Die spanische Agrarkrise und der Staatsinterventionismus

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Die Agrarkrise in Spanien

Die spanische Landwirtschaft orientierte sich am Anbau von Getreide, Oliven und Wein sowie an der Schafzucht für die Herstellung von Wollerzeugnissen. Spanien war stark von der Krise betroffen. Die Ursache war das Eintreffen von Produkten aus Ländern mit einer wettbewerbsfähigeren extensiven Landwirtschaft (Argentinien, USA, Kanada, Russland) in Europa, die es sich leisten konnten, zu niedrigeren Preisen zu verkaufen.

Ursachen und Folgen des Preisverfalls

Der Rückgang der Preise in der Peripherie Spaniens, wo die Versorgung aus dem Ausland deutlich einfacher war, führte dazu, dass auch die Preise für die spanische Produktion sanken. Die sinkenden Einnahmen führten zu einem Rückgang der Gewinne. Diese Schwierigkeiten führten zu Protesten, die von der Land League koordiniert wurden – einer Organisation, die für die Einführung von Schutzzöllen eintrat. Wegen sinkender Gewinne sanken die Löhne, was eine Periode bäuerlicher Unruhen auslöste.

Die Krise des Weinbaus und die Reblausplage

Zudem gab es eine Krise im Weinbau. Zunächst stieg die Nachfrage nach spanischem Wein aufgrund des Produktionsrückgangs in Frankreich, der durch die Reblausplage (ein Insektenbefall aus Amerika) verursacht wurde. Die Weinexporte erlebten einen dramatischen Anstieg. Aber um 1879 überquerte die Reblaus die Pyrenäen, und die Plage verbreitete sich in Spanien, wodurch langsam alle Kulturen verloren gingen. Die einheimischen Reben verschwanden. Um der Krise zu begegnen, wurden alle Weinberge mit amerikanischen Reben neu bepflanzt; man importierte einen neuen Stamm aus Kalifornien, der immun gegen die Reblaus (Phylloxera) war.

Staatsinterventionismus im 20. Jahrhundert

Eines der Merkmale der spanischen Wirtschaft des frühen 20. Jahrhunderts war die Beschränkung des Wettbewerbs zwischen den Unternehmen und die anhaltenden staatlichen Eingriffe in die Wirtschaft. Die Unternehmen trafen Vereinbarungen zur Preisfestsetzung und teilten den Markt durch Quoten auf. Dies führte zu Verkaufspreisen, die höher als in anderen Ländern waren, was die Nachfrage weiter einschränkte.

Wettbewerbsbeschränkungen und Monopolbildung

Die Stahlindustrie war einer der Sektoren mit der stärksten Wettbewerbsbeschränkung. Die Firma Altos Hornos de Vizcaya monopolisierte praktisch die spanische Stahlproduktion. Der Staatsinterventionismus zeigte sich in zwei Beispielen:

  • Die Gewährung von Beihilfen für private Investitionen in technologisch fortgeschrittene Branchen, was die Modernisierung der spanischen Industrie stimulierte.
  • Ein verstärkter Protektionismus durch Zollgesetze, um die ausländische Konkurrenz zu verhindern (ein wichtiger Fall war die Kohle).

Maßnahmen und Auswirkungen des Staates

Diese Maßnahmen hatten unterschiedliche Folgen:

  • Negative Auswirkungen: Sie stützten Branchen mit niedriger Produktivität, die im Ausland nicht wettbewerbsfähig waren.
  • Positive Effekte: Sie förderten die technologische Weiterentwicklung, halfen bei der Marktstrukturierung durch die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur und begünstigten die Entstehung neuer Wirtschaftszweige.

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