Spanische Agrarlandschaften: Typen, Regionen & Dynamik
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Spanische Agrarlandschaften: Typen und Merkmale
Die Agrarlandschaft ist eine Kombination aus Lebensraum und Kulturlandschaft. Die Analyse erfolgt deskriptiv, basierend auf den sichtbaren Aspekten, wobei der Fokus auf landwirtschaftlichen Gebieten liegt. Ergänzend dazu werden sozioökonomische Aspekte (soziales System und technische Faktoren) betrachtet.
Es werden folgende Haupttypen ländlicher Gebiete unterschieden:
- Gemischte ländliche Gebiete (Landwirtschaft und Viehzucht)
- Bewässerte ländliche Gebiete (Regadío)
- Mediterrane Trockenlandwirtschaft (Secano)
- Bergregionen (Landwirtschaft, Wälder und Wiesen)
Gemischte ländliche Gebiete (Landwirtschaft und Viehzucht)
Diese Gebiete sind durch eine Kombination aus Landwirtschaft und Viehzucht geprägt. Sie finden sich hauptsächlich in der feuchten, atlantisch geprägten Iberischen Halbinsel (z. B. Galicien und die Küste). Das ozeanische Klima und die relativ hohe Durchschnittshöhe sind charakteristisch; nur 19 % der Fläche liegen unter 200 m über dem Meeresspiegel.
Merkmale der Mischkultur-Regionen
- Vegetation: Vorherrschend sind Laubwälder und naturnahe Wiesen.
- Viehzucht: Die Tierhaltung ist dominant und wird durch Ackerbau ergänzt. Kantabrien und Asturien sind Viehzuchtgebiete (geschlossene Felder), die 15 % des nationalen Rinderbestands ausmachen und einen Großteil der nationalen Milchproduktion liefern.
- Siedlungsstruktur: Im Baskenland ist das Baserri (Bauernhaus) die typische ländliche Wohneinheit, bestehend aus der Familie und dem umliegenden Hof, der eine Agro-Einheit bildet. In Galicien dominiert die Streusiedlung.
- Wirtschaft: Die gemischte Landwirtschaft leistet nur einen geringen Beitrag zum BIP. Die Viehzucht basiert oft auf der Kreuzung einheimischer Rassen mit anderen Populationen.
Bewässerte ländliche Gebiete (Regadío)
Die Siedlungen bestehen aus kleinen, relativ dicht beieinander liegenden Dörfern. Die landwirtschaftlichen Betriebe sind in der Regel mittelgroß, und die Parzellen sind als Openfield (offene Felder) organisiert.
Regionale Anbaukulturen im Regadío
- Kastilien: Bewässerungsflächen dienen dem Industrie-, Futter- und Gemüseanbau.
- Extremadura: Schwerpunkt auf Tabak, Reis, Obst und Gemüse.
- Andalusien, Aragonien: Zitrusfrüchte, industrielle Kulturen und Gartenbau.
- Valencia und Murcia: Stark auf Zitrusfrüchte und Gemüseproduktion ausgerichtet.
- Balearen: Kleine Flächen für Gartenbau und Bewässerungskulturen.
- Kanarische Inseln: Zuckerrohr, Bananen und frühe Exportprodukte (Tomaten und Kartoffeln).
Mediterrane Trockenlandwirtschaft (Secano)
Dieses Gebiet umfasst den Großteil des spanischen Binnenlandes und der Mittelmeerküste. Es ist das klassische Gebiet der Getreide- und extensiven Viehwirtschaft auf offenen Feldern.
Siedlung und Struktur: Die Bevölkerung konzentriert sich in großen, oft abgelegenen Kernen. Kleinere landwirtschaftliche Parzellen finden sich meist in der Nähe von Flüssen oder wichtigen Wasserquellen.
Regionale Merkmale der Trockenlandwirtschaft
- Kastilien (Nördliche Submeseta): Hauptsächlich Getreide (Weizen). Weinbau nimmt nur eine geringe Fläche ein. Olivenbäume fehlen hier weitgehend.
- Kastilien (Südliche Submeseta): Olivenöl und Weinbau nehmen große Flächen ein.
- Südliches Kastilien-León und Extremadura: Dominiert von großen Weideflächen (Dehesas). Die Landwirtschaft (Getreide, kleine Gärten zur Selbstversorgung) ist von geringerer Bedeutung. Die extensive Viehzucht ist wichtig: Stiere in Salamanca, Rindfleisch in Extremadura und das Iberische Schwein in beiden Regionen. Schafe leben in den großen Ebenen der Mancha.
- Andalusien und Extremadura: Das andalusische Bauernhaus (Cortijo) hat eine höhere Prävalenz als der Weidehof, leistet aber einen kleineren Beitrag zur Tier- und Forstwirtschaft.
- Navarra, La Rioja, Aragón und Katalonien: Die Hochebenen sind von der Mediterranen Trilogie (Olivenhaine, Weinberge und Getreide) besetzt.
- Valencia, Murcia und Balearen: Olivenhaine, Weinberge und Mandelbäume sind von großer Bedeutung.
Bergregionen (Landwirtschaft, Wälder und Wiesen)
Die Berglandwirtschaft befindet sich im Niedergang. Klimatische Probleme, relative Isolation und geringe Produktivität in Land- und Viehwirtschaft führen zur Entvölkerung dieser Gebiete.
Merkmale der Berglandwirtschaft
- Siedlung: Die kleinen Siedlungen verdichten sich in den Tälern oder an sonnigen Hängen.
- Landwirtschaft: Es dominieren geschlossene Felder und Kleinbetriebe, oft in Terrassen an den Hängen angelegt.
- Wirtschaft: Vorherrschend ist die Subsistenzwirtschaft (gemischte Landwirtschaft und Viehzucht), die oft kombiniert wird, um die Ernährung mit Fleisch und Milch zu ergänzen.
Dynamik und Herausforderungen ländlicher Gebiete in Spanien
Die ländlichen Gebiete Spaniens unterliegen signifikanten Veränderungen:
Positive Entwicklungen:
- Rückgang der Agrarbevölkerung.
- Abnehmende Zahl der Betriebe, aber Zunahme der Betriebsgröße (Konsolidierung).
- Zunehmende Zahl von Landwirten, die ihre eigenen Betriebe führen.
- Wachsender ländlicher Tourismus und Jagdwesen.
Zukunftssorgen und Herausforderungen:
- Übermäßige Abhängigkeit von EU-Subventionen (Garantien liefen bis 2013).
- Trend zur Globalisierung der Wirtschaft seit der Gründung der WTO, die eine Öffnung der Agrarmärkte für Produkte aus allen Ländern (nicht nur Industrieländern) vorsieht.
- Sinkende Preise und die schwindende Zahl der landwirtschaftlichen Familienbetriebe.
- Zunahme von landwirtschaftlich orientierten Gesellschaften, die stärker privatisiert und rein markt- und sozialwirtschaftlich reguliert sind.