Spanische Barockliteratur: Lyrik, Prosa und Theater

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Spanische Barockliteratur: Strömungen und Gattungen

Lyrik: Culteranismo und Conceptismo

  • Culteranismo: Formale Nutzung der Schönheit durch Hyperbeln, Latinismen und Metaphern in Handschriften (Luis de Góngora).
  • Conceptismo: Wortspiele und semantischer Witz wie Ironie, Paradoxa und rhetorische Figuren (Baltasar Gracián, Francisco de Quevedo).

Narrative Prosa: Schelmenroman und Philosophie

Novela Picaresca (Schelmenroman): Ein Genre, das eine pessimistische und enttäuschte Vision der Gesellschaft vermittelt (Mateo Alemán mit Guzmán de Alfarache und Francisco de Quevedo mit El Buscón / Der Sonderling).

Philosophischer Roman: Baltasar Gracián kombiniert in El Criticón den allegorischen Roman mit den Regeln des byzantinischen Romans.

Das Theater des Siglo de Oro

Lope de Vega und die „Nueva Comedia“

Lope de Vega: Er verfasste traditionelle Poesie, Liebes-Sonette, religiöse und epische Dichtung sowie Burlesken im Geschmack der Renaissance. Er war zudem als Erzähler tätig und pflegte die kurze cervantinische Novelle, den byzantinischen Roman, den Schäferroman sowie den Dialogroman.

Die neue Komödie: Lope de Vega begründete ein leichteres Theater durch den Bruch mit den klassischen Regeln der drei Einheiten (Zeit, Ort und Handlung). Er mischte Tragik und Komik, stellte edle Charaktere neben plebejische Figuren und nutzte Polymetrie sowie Volkslieder. Themen: Religiöse Stoffe, historische Legenden, zeitgenössische Liebeskomödien und Verwechslungsspiele.

Calderón de la Barca

Stil und Innovation: Er nutzte eine gehobene Sprache und einen kultivierten Stil mit sehr ausgearbeiteten Charakteren. Zudem führte er zahlreiche spektakuläre bühnentechnische Innovationen ein.

Themen und Werke: Mythologische und religiöse Dramen sowie philosophische Dramen. Zu seinen Hauptwerken zählen Der Richter von Zalamea und Das Leben ist ein Traum.

Bedeutende Autoren und ihre Werke

Luis de Góngora

Er war der Schöpfer der anspruchsvollen Culterana-Poesie, einer dunklen und komplexen Sprache mit metaphorischen Erfindungen. Er schrieb Burlesken sowie Gedichte in traditioneller Form. In seinem Werk wird die Wirklichkeit durch Metaphern verklärt, wie in der Fabel von Polyphem und Galatea.

Francisco de Quevedo

Seine Poesie kombiniert volkstümliche und gelehrte Elemente, ernste und burleske Töne im Stil des Conceptismo. Zu seinen lyrischen Werken gehören Romanzen, Letrillas und Sonette.

Quevedos Prosa: Er verfasste eine reiche Prosa zu politischen und moralischen Themen. Seine Werke sind sehr vielfältig: moralische und allegorische Satiren, politische und moralisch-philosophische Schriften, literarische Kritik sowie festliche oder burleske Texte.

El Buscón (Der Sonderling): Eines der bedeutendsten Werke des Schelmenromans. Es spiegelt den moralischen Verfall der Zeit und den barocken Stil wider. Es handelt sich um den autobiographischen Bericht eines Protagonisten aus einfachen Verhältnissen über seine Missgeschicke im Dienste vieler Herren.

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