Spanische Barocklyrik: Góngora, Lope de Vega und Quevedo
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Luis de Góngora: Innovation und poetische Sprache
Luis de Góngora steht für die Innovation und die poetische Sprache seiner Zeit. Seine Praxis umfasst sowohl die Arte Menor (Kleinkunst) als auch die petrarkistische Kunstpoesie.
Gattungen der Kleinkunst
- Maurische Romanzen
- Pastorale Werke
- Burleske Dichtungen
Besonders hervorzuheben ist "Die Fabel von Pyramus und Thisbe" sowie seine Letrillas, die vor allem durch ihren burlesken und satirischen Charakter glänzen.
Die Sonette Góngoras
In seinen Sonetten behandelt er das Thema der Liebe und die Aufstachelung zum Genuss (Carpe Diem). Weitere Gruppen umfassen burleske Themen sowie eine dritte Gruppe, die sich der Enttäuschung und der Vergänglichkeit des Lebens widmet.
Große Dichtungen und Stil
Zu seinen bedeutendsten Werken zählen die "Fabel von Polyphem und Galatea" (geschrieben in Stanzen) und die "Einsamkeiten" (Soledades, geschrieben in Silvas). Das Hauptthema ist die Liebe, aber auch pastorale Motive treten hervor.
Sein Stil ist durch einen hohen Schwierigkeitsgrad aufgrund mythologischer Anspielungen, die Nutzung eines kultivierten Lexikons sowie die Anhäufung rhetorischer Ressourcen wie Wortspiele und Hyperbaton charakterisiert.
Lope de Vega: Umfangreiche und vielfältige Lyrik
Das dichterische Werk von Lope de Vega ist äußerst umfangreich und vielfältig. Es beinhaltet sowohl Kompositionen der Kleinkunst (Letrillas, Weihnachtslieder, Balladen) als auch italienische Lyrik (Sonette, Lieder, Eklogen, Briefe).
Romanzen und petrarkistische Dichtung
Lope war der Schöpfer der "Neuen Romanze", die maurische Kultur, pastorale Liebe und religiöse Typen umfasst. Seine petrarkistische Poesie behandelt Liebesthemen, Mythologie und Epen wie "La Dragontea" (oft als Snakeroot übersetzt) oder "Die Schönheit der Angelika".
Religiöse Poesie und Spätwerk
In "Die heiligen Reime" sammelt er Sonette der Reue, Hingabe und des Schuldbekenntnisses. Seine letzte poetische Veröffentlichung war "Göttliche und menschliche Reime des Lizentiaten Tomé de Burguillos", eine gemischte Gruppe aus Sonetten, Eklogen und Romanzen, in der besonders die burlesken und satirischen Sonette hervorstechen.
Sein Stil zeichnet sich durch die Einfachheit des Ausdrucks und die Nachahmung des klassischen Stils im Gegensatz zu Góngora aus.
Francisco de Quevedo: Thematische Vielfalt
Quevedo besticht durch die große Qualität seiner Arbeit und seine thematische Vielfalt. Er verfasste sowohl bedeutende Kunstpoesie als auch Werke der Kleinkunst.
Liebeslyrik und moralische Dichtung
Seine Liebespoesie folgt dem petrarkistischen Modell: die Schönheit der unerreichbaren Geliebten, Leid, Trauer, Wahnsinn und metaphysische Aspekte. Die moralische Dichtung ist vom stoischen Einfluss und der christlichen Moral geprägt, mit Themen wie der Vergänglichkeit des Lebens, dem Betrug der Erscheinungen, dem Tod sowie der Zensur von Lastern und der Verteidigung der Tugend.
Satire, Burleske und religiöse Werke
In seiner satirischen und burlesken Poesie kritisiert er menschliches Verhalten, soziale Typen und deklassiert Mythen sowie die heroische Dichtung Góngoras. Seine religiöse Poesie umfasst Reflexionen über Sünden und die Passion Christi. Zudem schrieb Quevedo Gelegenheitsdichtung, Lobreden und beschreibende Poesie.
Der Stil Quevedos
Quevedos Stil in der ernsten Poesie ist geprägt von Sektentum, Hyperbeln und einem warnenden Ton. In der satirischen Dichtung nutzt er Karikaturen, erniedrigende Metaphern, Wortspiele, Übertreibungen sowie vulgäre und umgangssprachliche Wendungen, um Lachen zu provozieren. Er gilt als Meister der Lexikonschöpfung und der Parodie von Redewendungen.