Der Spanische Bürgerkrieg: Politik und Folgen
Eingeordnet in Geschichte
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 4,51 KB
Der Spanische Bürgerkrieg: Politik und Dimensionen
Der Spanische Bürgerkrieg begann mit einem Militärputsch, der die Republik zu vernichten suchte. Was als schneller Coup geplant war, entwickelte sich jedoch rasch zu einem Konflikt, der fast drei Jahre andauerte. Historiker haben hierfür zwei verschiedene Ansätze vorgeschlagen:
- Erstens: Die Darstellung des Bürgerkriegs als ein Konflikt von marginalem, sekundärem Interesse für die damaligen Großmächte.
- Zweitens: Die Betrachtung als Vorspiel zum Zweiten Weltkrieg, in dem die führenden Ideologien der Zeit – Faschismus, Kommunismus und Demokratie – aufeinandertrafen.
Abgesehen davon war die Frage der ausländischen Intervention entscheidend für die Entwicklung des Krieges in Spanien. Die Republik versuchte, den Völkerbund gegen Italien und Deutschland aufgrund ihrer direkten Beteiligung am Krieg zu mobilisieren. Man musste jedoch über ein Jahr warten, bis ein Nichteinmischungsausschuss mit Hauptsitz in London ins Leben gerufen wurde – eine Lösung, die letztlich nicht konsequent umgesetzt wurde.
Internationale Interventionen im Konflikt
Beihilfen für die Rebellen
Die Länder, welche die Rebellen direkt militärisch unterstützten, waren faschistische Regime oder ähnliche Systeme:
- Deutschland: Bot frühzeitig entscheidende militärische Hilfe an, sowohl aus strategischen Gründen als auch, um die Wirksamkeit seiner Kriegsmaschinerie zu testen. Es wurden Panzer, modernste Kommunikationstechnik und Luftunterstützung bereitgestellt sowie finanzielle Hilfe geleistet.
- Italien: Leistete bedeutende Hilfe durch eine hohe Anzahl an Soldaten und wirtschaftliche Mittel. Mussolinis Unterstützung für die Regierung in Burgos war unmittelbar und wurde durch einen Freundschafts- und Anerkennungsvertrag besiegelt.
- Portugal: Leistete einen kleineren Beitrag, entsandte jedoch ebenfalls Freiwillige (die Viriatos) und stellte sein Territorium für militärische Operationen sowie den Waffentransport zur Verfügung.
Die Hilfe für die Republik
Da die Republik ein legitimes demokratisches Regime war, hätte sie eigentlich auf die Hilfe westlicher Demokratien zählen müssen. Doch die einzigen Länder, die sie entscheidend unterstützten, waren die Sowjetunion und Mexiko.
- Die Sowjetunion: Begann ihre Unterstützung im Oktober 1936 und lieferte während des gesamten Krieges kontinuierlich Material, Flugzeuge, Panzer sowie technische und logistische Unterstützung. Die Forderung nach Vorauszahlung zwang die Republik dazu, die Goldreserven der Bank von Spanien in die UdSSR zu schicken.
- Mexiko: Die Haltung Mexikos war von Beginn an unterstützend. Präsident Lázaro Cárdenas ordnete die Entsendung von Munition und Gewehren aus den Beständen der eigenen Armee an.
- Die Internationalen Brigaden: Diese bestanden aus Freiwilligentruppen. Es waren meist linksgerichtete Männer (Anarchisten, Sozialisten, Kommunisten usw.), die aus den USA, Kanada, Frankreich, Großbritannien etc. kamen. Ihr wesentlicher Beitrag konzentrierte sich auf die Verteidigung von Madrid und Guadalajara. Im Jahr 1938 verließen die Brigaden Spanien, um Friedensverhandlungen mit Franco zu erleichtern.
Die Folgen des Krieges
Wie alle Kriege von längerer Dauer forderte auch der Spanische Bürgerkrieg einen hohen Preis an Menschenleben und materiellen Gütern:
- Wirtschaftliche Kosten: Die Landwirtschaft war rückläufig, die Produktion sank drastisch und zahlreiche Häuser sowie Infrastrukturen wurden zerstört.
- Demografische Folgen: Die Zahl der Todesopfer überstieg 300.000 (an der Front und im Hinterland). Rund eine halbe Million Spanier verließen das Land als Exilanten, um der Unterdrückung zu entkommen. Zudem gab es einen deutlichen Geburtenrückgang.
- Moralische Folgen: Das gesellschaftliche Gefüge war erschüttert, was die Aussöhnung zwischen Siegern und Besiegten in der Nachkriegszeit extrem erschwerte.
- Politische Konsequenzen: Die unmittelbare Folge war die Errichtung einer Militärdiktatur unter Franco, die fast vierzig Jahre andauerte. Spanien schlug einen Weg ein, der es nach dem Zweiten Weltkrieg völlig von den westlichen Demokratien isolierte.