Spanische Literatur nach dem Bürgerkrieg: Lyrik und Prosa
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Die spanische Lyrik nach dem Bürgerkrieg
Der Bürgerkrieg bedeutete einen brutalen Einschnitt in das dichterische Schaffen, die Trends der Poesie und die Exillyrik. Die Liste der Dichter, die ins Exil gingen, ist lang. Abgesehen von Machado lassen sich drei Gruppen unterscheiden: die Poets of the Generation of '14 (JRJ), die Group of '27 (Vicente Aleixandre) und Dichter, die vor dem Krieg kaum mit ihrer Arbeit begonnen hatten. Ein zentrales Thema ist der Verlust der Heimat.
Miguel Hernández: Leben und Werk
Sein Werk, tragischerweise durch den Krieg unterbrochen, bildet die Brücke zwischen zwei Phasen der spanischen Lyrik: seiner Frühreife und den Kontakten zur Generation von '27 sowie der Generation von '36. Er ist ein außergewöhnlicher Dichter, dessen Worte direkt aus dem Herzen zu kommen scheinen.
- Frühe Phase und Fülle: Erreicht mit dem Buch El rayo que no cesa (Der Strahl, der nicht aufhört). Themen: Leben, Liebe und Tod.
- Krieg und Gefangenschaft: Mit dem Krieg begann eine Reihe engagierter Gedichte wie Viento del pueblo (Menschenwind). Im Gefängnis entstanden das Cancionero y romancero de ausencias (Gesangbuch und Balladen der Abwesenheit).
Trends der Nachkriegslyrik
1. Erste Nachkriegsjahre
Die Dichter in Spanien folgten verschiedenen Wegen:
- Verwurzelte Poesie: Gruppiert um die Zeitschrift Garcilaso (z. B. Luis Rosales).
- Entwurzelte Poesie: Geprägt durch Dámaso Alonsos Hijos de la ira (Kinder des Zorns). Eine tragische Poesie, die angesichts einer chaotischen Welt von Leiden und Qualen überwältigt ist.
Weitere Strömungen: El Postismo (Carlos Edmundo de Ory), die Song Group (Pablo García Baena) und die soziale Poesie (Blas de Otero, Gabriel Celaya), die Dichtung als Werkzeug zur Weltveränderung sah.
Blas de Otero: Die drei Stufen
- Existenzielle Phase: Entwurzelte Poesie, geprägt von Existenzangst und der Suche nach dem Sinn des Lebens.
- Soziale Poesie: Ab 1955 (Pido la paz y la palabra). Solidarität mit den Leidenden in einfacher Sprache.
- Spätphase: Ab den 60er Jahren Rückkehr zur Privatsphäre bei gleichzeitiger Beibehaltung sozialer Themen.
2. Die Gruppe von 50
Dichter wie Ángel González und Jaime Gil de Viedma. Fokus auf persönliche Erfahrung, Rückkehr zum Intimen und Alltäglichen sowie Skepsis gegenüber der Welt.
3. Die neuesten Dichter (ab 1970)
Bekannt durch die Anthologie Nueve novísimos poetas españoles (Vázquez Montalbán, Pere Gimferrer). Sie verbinden das Persönliche mit dem Öffentlichen, nutzen provokante Leichtigkeit und sind kritisch gegenüber der Konsumgesellschaft.
4. Klassische Generationen und Trends
Vielfältige Strömungen wie Barock (Antonio Carvajal), Minimalismus (Amparo Amoros), neue Erotik (Rossetti) und die Poesía de la experiencia (García Montero).
Der spanische Roman nach dem Bürgerkrieg
Der Bürgerkrieg markierte einen völligen Bruch mit der früheren Literatur. Politische, wirtschaftliche und soziale Einflüsse prägten die Produktion.
1. Die 40er Jahre
Rückkehr zum traditionellen Realismus oder Nutzung von Phantasie und Humor. Camilo José Celas La familia de Pascual Duarte markierte einen Meilenstein des „Tremendismo“ (Darstellung einer schrecklichen, schmutzigen Realität). Carmen Laforets Nada (1944) zeigte isolierte Charaktere ohne Kontakt zur Außenwelt.
2. Die 50er Jahre
Wiedergeburt des Romans als Instrument der sozialen Denunziation. Fokus auf städtische Umgebungen, objektive Erzählweise und einfache Sprache (z. B. El Jarama von Sánchez Ferlosio).
3. Die 60er Jahre
Industrialisierung und gelockerte Zensur führten zu neuen narrativen Trends. Luis Martín-Santos' Tiempo de silencio revolutionierte die Struktur durch innere Monologe und Ironie. Autoren wie Juan Goytisolo und Juan Benet experimentierten mit neuen Techniken.
4. Von den 70ern bis zur Moderne
Die „Generation von 68“ entwickelte sich von experimentellen Formen hin zu traditionelleren Erzählweisen (Eduardo Mendoza, La verdad sobre el caso Savolta). Moderne Autoren wie Antonio Muñoz Molina oder Carlos Ruiz Zafón (Der Schatten des Windes) führen diese Tradition fort.