Spanische Literatur: Von Cervantes bis zum Realismus

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Miguel de Cervantes

Miguel de Cervantes Saavedra war ein spanischer Schriftsteller und Dramatiker. Er wurde vermutlich am 29. September 1547 in Alcalá de Henares geboren und starb am 22. April 1616 in Madrid. Da er am 23. April beigesetzt wurde, gilt dieses Datum heute als sein Todestag. Er gilt als die bedeutendste Figur der spanischen Literatur. Bekannt ist er vor allem für sein Werk „Der sinnreiche Junker Don Quijote von der Mancha“, das von vielen Kritikern als der erste moderne Roman und eines der bedeutendsten Werke der Weltliteratur bezeichnet wird. Er erhielt den Beinamen „Prince of Wits“ (Fürst der Geister).

Barockdichtung

Die Barockdichtung zeichnet sich durch eine außerordentliche literarische Qualität aus. Zu den Gattungen zählen Sonette, Dezimen, Letrillas, Silvas und Romanzen. Bedeutende Vertreter sind unter anderem Luis de Góngora, Francisco de Quevedo, Lope de Vega, der Graf von Villamediana und Francisco de Rioja.

Culteranismo und Conceptismo

  • Culteranismo: Betont die formale Schönheit. Ihr Hauptvertreter ist Luis de Góngora, weshalb diese Strömung auch als „Gongorismus“ bezeichnet wird. Sie zeichnet sich durch komplexe Themen und eine mit zahlreichen Metaphern und Ornamenten überladene Sprache aus.
  • Conceptismo: Basiert auf Einfallsreichtum und Raffinesse im Spiel mit Ideen oder Konzepten. Merkmale sind inhaltliche Dichte, Doppeldeutigkeiten, Kürze, Paradoxien und Metaphern. Wichtige Vertreter sind Francisco de Quevedo, Pedro Calderón de la Barca und Baltasar Gracián.

Luis de Góngora

Luis de Góngora (1561–1627) wurde in Córdoba in eine Familie der Oberschicht geboren. Er wurde zum Priester geweiht, jedoch ohne echte Berufung. Im Jahr 1617 wurde er in Madrid zum königlichen Kaplan ernannt. Seine wirtschaftliche Situation verschlechterte sich aufgrund seiner Spielsucht, und er starb verarmt in seiner Heimatstadt. Er lieferte sich über Jahre hinweg einen harten persönlichen und literarischen Schlagabtausch mit Francisco de Quevedo.

Zu seinen Werken zählen 1613 die „Fabel von Polyphem und Galatea“ sowie die „Soledades“. Seine komplexe literarische Sprache wurde zu seiner Zeit kritisiert, später unterschätzt und schließlich im 20. Jahrhundert durch die „Generation von 27“ wiederentdeckt und gewürdigt. In seinen Romanzen verwendete er häufig sieben- und achtsilbige Verse. Seine Letrillas behandeln sowohl religiöse Themen als auch Satire.

San Juan de la Cruz

Geboren 1542 in Fontiveros, ist er der bedeutendste Vertreter der mystischen Poesie. Er versuchte, den Orden der Karmeliter zu reformieren, was zu Konflikten mit Mitgliedern seines eigenen Ordens führte und ihn schließlich ins Gefängnis brachte. Er starb im Jahr 1591.

Wichtige Werke: „Dunkle Nacht der Seele“, „Geistlicher Gesang“ und „Lebendige Liebesflamme“. Seine Schriften beschreiben seine Erfahrungen nach der geistigen Vereinigung mit dem Göttlichen.

Merkmale des idealistischen Romans

  • Die Charaktere sind flach und entwickeln sich nicht durch ihre Erfahrungen.
  • Das Erzähltempo ist langsam, da die Handlung häufig durch eingeschobene Geschichten, Gedichte oder lange Beschreibungen unterbrochen wird.
  • Die Werke spiegeln nicht die Realität des Alltags wider, sondern eine unwirkliche oder mythische Welt.
  • Die Handlung spielt oft an exotischen oder legendären Orten.

Realistischer Roman

Der realistische Roman ist ein Erzählgenre, das im 19. Jahrhundert in Spanien aufkam und den historischen sowie den romantischen Roman ablöste.

Didaktische Prosa

Dialoge und Gespräche

Der Dialog zwischen zwei oder mehr Personen wurde genutzt, um komplexe Fragen rhetorisch zu behandeln. Der plaudernde Ton des Genres war ideal, um ein angenehmes Lernen zu ermöglichen. Besonders geschätzt sind die Renaissance-Dialoge und die Werke der Erasmianer wie Juan Alfonso de Valdés.

Geschichte, Mystik und Askese

Die Lehre erforderte eine anspruchsvolle literarische Prosa, um ein hohes ästhetisches Niveau zu erreichen.

  • Historiographie: Erlaubte fiktive Erzählpassagen, wie Dialoge oder innere Monologe.
  • Askese und Mystik: In zahlreichen Traktaten findet sich eine bemerkenswerte Prosa, wobei besonders Santa Teresa de Jesús hervorzuheben ist.

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