Die spanische Literatur der Generation von '98
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Die Romane des Jahres 1902
Im Jahr 1902 wurden vier Romane veröffentlicht, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Wiederbelebung des Romans markierten. Diese Romane sind durch folgende Merkmale gekennzeichnet:
- Überwindung des Realismus: Der Ausdruck von Subjektivität und die innere Welt der Charaktere stehen der äußeren Realität gegenüber.
- Pessimismus und Sinnlosigkeit des Daseins: Die Protagonisten sind durch einen Mangel an Lebenswillen charakterisiert. Dies endet oft mit der Sorge um den Suizid.
- Spanische Realität: Kritisiert werden die übermäßige Macht der Kirche und der Armee; es werden regenerationsorientierte Maßnahmen vorgeschlagen.
Einige dieser Romane sind: Liebe und Pädagogik (Unamuno), Der Wille (Azorín), Der Weg zur Vollkommenheit (Pío Baroja) und Herbstsonate (Valle-Inclán). Diese Autoren gehören zur Generation von '98.
Pío Baroja
Pío Baroja wurde 1872 in San Sebastián geboren. Er studierte Medizin, widmete sich jedoch später der Literatur. Nach seinem Exil in Frankreich und der Schweiz während des Bürgerkriegs kehrte er nach Madrid zurück, wo er 1956 starb. Er schrieb mehr als 50 Romane, die der Beobachtung der Realität gewidmet sind.
Das Leben wird als ein ständiger Kampf begriffen, der keinen Zweck hat. Seine Protagonisten setzen sich mit Angst, Dynamik und Abenteuern auseinander. Einige Titel sind Die Suche, Zalacaín der Abenteurer... Barojas vollkommenster Roman ist Der Baum der Erkenntnis. Er erzählt von Andrés Hurtado, einem Arzt, der in der Wissenschaft keine Antworten auf seine Sorgen findet. Das Leiden wird durch Ataraxie gemildert und endet schließlich mit dem Suizid. Barojas Stil zeichnet sich durch kurze Sätze und das Fehlen rhetorischer Mittel aus.
Miguel de Unamuno
Miguel de Unamuno wurde 1864 in Bilbao geboren, lebte jedoch meist in Salamanca, wo er als Dozent tätig war und 1936 starb.
In seinen Romanen treten folgende Themen auf:
- Die Sehnsucht nach Unsterblichkeit: Der Mensch glaubt an Gott und das ewige Leben. Ein Hauptthema findet sich im Roman San Manuel Bueno, Märtyrer, in dem ein Priester sagt, dass Religion für das Leben der Menschen sehr wichtig sei.
- Leben und Fiktion: In Nebel tritt Augusto Pérez Unamuno gegenüber und versucht, ein Leben zu führen, das eigentlich eine Geschichte unter der Kontrolle der Phantasie ist. Er zieht eine Parallele zwischen dem Charakter und dem Autor sowie zwischen dem Menschen und Gott.
Unamuno verwendet in seinen Romanen häufig den Dialog.