Spanische Literatur des Goldenen Zeitalters: Mystik & Lyrik

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Johannes vom Kreuz

Karmeliter-Mönch, der zusammen mit der heiligen Teresa von Ávila die Reform des Karmeliterordens vorantrieb. Er studierte in Salamanca.

Seine Poesie folgt der Linie von Garcilaso de la Vega und verarbeitet die mystische Erfahrung der Vereinigung der Seele mit Gott durch die Metapher der Liebenden. Sein Werk ist stark allegorisch geprägt. Zu seinen Hauptwerken zählen:

  • Dunkle Nacht der Seele
  • Geistlicher Gesang
  • Flamme der lebendigen Liebe

Askese und Mystik

Die Askese beschreibt einen Lebensstil der Zurückweisung materieller Güter, geprägt von Einfachheit, Bescheidenheit und dem Verzicht auf Luxus. Das asketische Opfer ist der erste Schritt auf dem Weg der Mystik, deren Ziel die Vereinigung der Seele mit Gott ist. Dies geschieht in drei Stufen:

  1. Läuterung (Purgatio)
  2. Erleuchtung (Illuminatio)
  3. Einigung (Unitio)

Fernando de Herrera

Ein Autor mit humanistischer Bildung, der eine bedeutende Sammlung von Gedichten veröffentlichte, darunter Sonette, Kanzonen, Elegien und pastorale Dichtungen.

Garcilaso de la Vega

Er verkörpert das Ideal des Renaissance-Menschen. Sein Werk umfasst 40 Sonette, 4 Lieder, die Ode an die Blume von Knidos, 2 Elegien, 1 Epistel und 3 Eklogen.

Entwicklung seines Werks

  • Gedichte vor 1533: Der Ton ist geprägt von der Liebe im Stil des Cancionero mit starkem Einfluss von Petrarca.
  • Gedichte nach 1533: Die Sentimentalität wird weicher und melancholischer. Die Sonette greifen verstärkt auf die mythische Vergangenheit zurück.

Fray Luis de León

Augustiner-Mönch und Professor an der Universität von Salamanca. Er wurde aufgrund der Übersetzung des Hohelieds in die Volkssprache inhaftiert.

Poetisches Werk

  • Metrik: Verwendung der Lira und geglätteter Strophenformen.
  • Themen: Erhöhung der Tugend, Beherrschung der Leidenschaften und Betrachtung der universellen Harmonie, die von Gott als Musiker geschaffen wurde.
  • Stil: Eine neue, verfeinerte und präzise poetische Sprache, die sich an Garcilaso orientiert.

Luis de Góngora

Sein Werk umfasst sowohl populäre als auch gelehrte Gedichte. Zu seinen bekanntesten Werken gehören: Fabel von Polyphem und Galatea, Die Einsamkeiten und das Lobgedicht auf den Herzog von Lerma.

Der Gongorismus (Culteranismo)

Góngora entwickelte zwei Stile. Sein späterer Stil basiert auf einer Konzentration stilistischer Verfahren und stellt eine poetische Revolution dar. Er ist elitär, komplex und weit vom einfachen Volk entfernt. Trotz der Kritik an seiner Dunkelheit verbreitete er neue Formen und begründete eine eigene poetische Strömung: den Culteranismo.

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