Spanische Literatur: Von Jorge Manrique bis zum Barock

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Jorge Manrique: Ein bedeutender Dichter des 15. Jahrhunderts

Jorge Manrique gilt als einer der bedeutendsten Dichter des 15. Jahrhunderts. Diese Einschätzung wird durch seine Verse „Coplas a la muerte de su padre“ (Verse auf den Tod seines Vaters) untermauert. Lope de Vega behauptete selbst, dass dieses Werk es verdiene, „mit goldenen Buchstaben geschrieben zu werden“.

Von ihm sind etwa 40 Kompositionen erhalten geblieben, die sowohl liebevolle als auch spöttische Themen behandeln. In seinen Versen preist der Dichter die Gestalt seines verstorbenen Vaters und stellt ihn als Helden dar, der dem Tod mit Gelassenheit begegnet.

Zentrale Themen und Struktur

  • Der Tod: Das zentrale Thema, um das die Reflexionen des Dichters kreisen.
  • Ruhm: Erscheint als ein Weg, um über den Tod hinaus zu überleben.
  • Struktur: Das Werk besteht aus 40 Strophen in der Form des „pie quebrado“ (gebrochener Fuß), einer für Dichter des 15. Jahrhunderts typischen Form.
  • Metrik: Die von Manrique gewählte Strophenform besteht aus zwei reimenden Halbstrophen (abc, abc). Diese Kombination nennt man eine „Coplas manriqueñas“.

Die spanische Renaissance

Die Renaissance wird in zwei Phasen unterteilt:

1. Die frühe Renaissance (unter Karl I.)

Die erste Phase ist geprägt vom Streben nach Schönheit und einer Öffnung gegenüber Europa. Italienische poetische Strömungen dringen ein und erreichen ihren Höhepunkt mit Garcilaso de la Vega.

  • Themen: Idealisierte Visionen von Liebe und Natur sowie griechisch-römische Mythologie.
  • Metrik: Verwendung von sieben- und elfsilbigen Versen (heroische Verse), Terzinen, Oktaven, Sonetten und der Lira.
  • Stil: Natürlichkeit des Ausdrucks, Einfachheit und das Streben nach formaler Schönheit.

2. Die zweite Renaissance (unter Philipp II.)

Die zweite Phase ist durch eine stärkere Abgrenzung und eine Christianisierung der Literatur gekennzeichnet. Es zeigen sich zudem nationalistische und patriotische Tendenzen.

  • Themen: Religiöse Inhalte.
  • Metrik: Sonette, Liren, Episteln, Elegien und Eklogen.

Der Barock: Kulturelle Situation

Der Barock zeichnet sich durch eine pessimistische Sicht auf das Leben aus, das als voller Illusionen wahrgenommen wird. Der Tod wird hier als erster Schritt zum wahren Glück betrachtet. Es ist eine Zeit des intensiven Realismus.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts reagierten Künstler gegen das Schönheitsideal der Renaissance, da dieses nicht mehr ausreichte, um eine Gesellschaft in der Krise sowie moralische und politische Veränderungen abzubilden. In Italien entstand eine neue Auffassung von Kunst: Die barocke Kunst, die durch komplexe und aufwendige Formen versucht, die Schmerzen des menschlichen Daseins zu reflektieren.

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