Spanische Literatur: La Celestina und Jorge Manrique

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La Celestina: Ein Meisterwerk des Übergangs

La Celestina ist ein Werk, das vollständig durch den Dialog und für das Vorlesen konzipiert wurde, da seine Größe und der rhetorische Ton seiner Zeilen es einzigartig machen. Fernando de Rojas, ein konvertierter Jude und Bachelor der Rechtswissenschaften, ist der Autor des gesamten oder des größten Teils des Werkes. Er gab an, ein Manuskript dessen gefunden zu haben, was heute der erste Akt ist, und fuhr fort, indem er zunächst fünfzehn und dann die restlichen fünf Akte verfasste.

Bedeutung und Themen von La Celestina

La Celestina markiert den Übergang zwischen dem Mittelalter und der Renaissance und ist ein Klassiker von universellem Wert. Dies liegt an mehreren Gründen:

  • Die Bedeutung der Themen: Liebe, Gier und Tod.
  • Die Charakterisierung, vor allem die der alten Kupplerin – eine der großen Schöpfungen der Weltliteratur.
  • Die Tiefe, die den Konflikt zwischen zwei Mentalitäten (einer mittelalterlichen und einer der Renaissance) sowie zwei sozialen Gruppen (den Adligen und den Demütigen) widerspiegelt.

Die Renaissance: Eine Ära des Wandels

Die sozialen und kulturellen Veränderungen, die während des 15. Jahrhunderts stattfanden, gipfelten im 16. Jahrhundert. Diese Phase der tiefgreifenden ideologischen Erneuerung in Wissenschaft und Kunst, mit der das moderne Zeitalter begann, kennen wir unter dem Namen Renaissance.

  • Der Mensch gilt als Zentrum der Welt und Herr seines eigenen Schicksals.
  • Neugier und Geist werden als erhaben betrachtet.
  • Es erfolgt eine Trennung zwischen dem Religiösen und dem Weltlichen.

Jorge Manrique: Verse auf den Tod seines Vaters

Jorge Manrique (1440–1479) war ein Edelmann, der aktiv an den Bürgerkriegen der Zeit teilnahm und in einer Kriegshandlung starb. Sein Meisterwerk sind die Verse auf den Tod seines Vaters (Coplas a la muerte de su padre). Das Gedicht besteht aus 40 Strophen und ist eine Trauerelegie, die durch den Tod seines Vaters motiviert wurde. Es gliedert sich in drei Teile:

  1. Eine allgemeine Reflexion über Leben und Tod (Strophen I–XIII): Die Vergänglichkeit des Daseins, der geringe Wert der Dinge in der Welt und der Kontrast zwischen dem Irdischen und dem Ewigen.
  2. Die Darstellung der Macht des Todes (Strophen XIV–XXIV): Mit einer Parade berühmter Zeitgenossen, deren sozialer Status und Reichtum sie nicht verschonten – Könige, Fürsten, Höflinge...
  3. Die Beschwörung eines besonderen Toten (Strophen XXV–XL): Hier wird der Vater von Jorge Manrique geehrt, indem seine Tugenden und Errungenschaften gelobt werden. Schließlich wird die Ankunft des Todes betrachtet, der ihn mit dem Versprechen auf ein besseres Leben tröstet.

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