Spanische Literatur: Von Lope de Vega bis zur Romantik

Eingeordnet in Spanisch

Geschrieben am in mit einer Größe von 3,82 KB

Lope de Vega und die neue Komödie

Im 17. Jahrhundert schuf das Genie Lope de Vega eine theatralische Formel, die spätere Dramatiker als Lehrer anerkannten und die als neue Komödie bekannt wurde. Das Theater von Lope de Vega diente als Modell. Sein Drama Strafe ohne Rache ist beispielsweise eine freie Version der Medea des Euripides.

Es gibt wesentliche Unterschiede zwischen der neuen und der klassischen Komödie:

  • Struktur: Lope reduzierte das Theater auf drei Akte, während das klassische Theater fünf Akte vorsah.
  • Inhalt: Er mischte Tragik und Komik. Anstelle der antiken Götter und Könige traten Bauern, Könige und Knechte auf.
  • Stil: Die neuen Komödien wurden in Versen verfasst.

Lope war der Ansicht, dass jede Epoche anders ist und die antiken griechischen Regeln für das Spanien des 17. Jahrhunderts nicht mehr relevant waren.

Tirso de Molina

Tirso de Molina stellte einen wichtigen Kontrast zu Lope de Vega dar. Nach seinem Eintritt in das Kloster La Merced in Madrid und einer Zeit in Guadalajara erlebte er zu Beginn des 17. Jahrhunderts eine produktive Phase, in der er religiöse Berufung, Lehre und Theaterproduktion vereinte. Später wurde er für eine pastorale Mission nach Santo Domingo entsandt.

Die Romantik

Die Romantik drückt eine Unzufriedenheit mit der materialistischen Gesellschaft aus, sei es aus traditionalistischer oder revolutionärer Haltung. Sie entstand als Reaktion gegen den Rationalismus und die neoklassizistischen Regeln. Die Romantiker zeichnen sich durch Individualismus, Freiheitsliebe und eine tiefe Verbundenheit zur Natur aus.

Merkmale der Romantik

  • Individualismus: Rebellion gegen alles, was die persönliche Selbstverwirklichung einschränkt.
  • Ablehnung der Wirklichkeit: Flucht und Rebellion als Ausdruck des romantischen Denkens.
  • Freiheit: Das zentrale Fundament der romantischen Philosophie.

Gustavo Adolfo Bécquer

Bécquer schuf eine zeitgenössische Dichtung, die durch Intimität, Reinheit und Sensibilität besticht. Er wich von der klassischen romantischen Lyrik ab und ließ sich von deutscher Dichtung und andalusischen Volksliedern inspirieren. Besonders bekannt sind seine Rimas (Reime) und seine Leyendas (Legenden).

Die Rimas

Bécquers Dichtung sucht formale Perfektion durch Einfachheit und kurze Verse. Seine Reime lassen sich thematisch gliedern:

  • I bis XI: Poesie und Inspiration.
  • XII bis XXIX: Hoffnungsvolle Liebe.
  • XXX bis LI: Verlorene Liebe.
  • LII bis LXXVI: Angst und Melancholie.

Mariano José de Larra

Larra nahm durch seine journalistischen Artikel eine zentrale Rolle in der Literatur ein. Er nutzte einen direkten, persönlichen Stil und verfasste neben Zeitungsartikeln auch historische Dramen wie Macías. Seine Artikel lassen sich unterteilen in:

  • Sittenbilder: Kritische und satirische Betrachtungen der Gesellschaft mit dem Ziel der Modernisierung.
  • Politische Artikel: Analysen der politischen Landschaft des Absolutismus und der liberalen Strömungen.
  • Literarische Artikel: Kritische Bemerkungen über die zeitgenössische Literatur und das Theater.

Die Spätromantik

Die intime Lyrik erreichte ihren Höhepunkt in der Spätromantik mit Gustavo Adolfo Bécquer und Rosalía de Castro. Beide Dichter prägten die Übergangsphase von 1845 bis 1870. Sie lehnten die rhetorische und grandiose Poesie der frühen Romantik ab und bevorzugten eine natürliche, intime und realistische Ausdrucksweise.

Verwandte Einträge: