Spanische Literatur des Mittelalters: Manrique und Manuel
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Jorge Manrique
Jorge Manrique war ein Adliger und Soldat, der zeit seines Lebens danach strebte, sich einen Namen in der Gesellschaft zu machen.
Werk (Obra)
- Liebesdichtung: Passt in das Thema der höfischen Liebe.
- Spottdichtung (Mock-Poesie).
- Moralische Poesie: Enthält die Verse über den Tod seines Vaters (Coplas a la muerte de su padre).
- Meditation: Er meditiert über den Lauf der Zeit.
Themen
- Der Tod als Gleichmacher: Erscheint durch Fieber, Kriege oder Alter. Manrique lebte in ständiger Angst vor dem bevorstehenden Tod. Jorge verwendet den Tod als allegorische Figur, die zu seinem Vater kommt, um ihn zu holen.
- Ruhm (Fama): Das Bedürfnis nach einem beispielhaften Andenken im Volk.
- Vanitas vanitatum: Der Glaube, dass nichts auf Erden von dauerhaftem Wert ist.
- Ubi sunt?: Der Schmerz über den Verlust derer, die uns in der Welt vorangegangen sind.
- Tempus fugit: Die Zeit flieht; die Gegenwart existiert kaum, und die Zukunft rückt ständig näher.
- Planto (Klage): Tränen über das Verschwinden von Angehörigen.
Struktur
- Verse I–XIII: Beziehen sich auf die allgemeine Sterblichkeit.
- Strophen XIV–XXIV: Beziehen sich auf das Leben des Ruhms.
- Coplas XXV–XL: Zeigen das ewige Leben auf.
Stil
Die Gedichte (Coplas) haben eine Struktur, die aus 12 Versen besteht (zwei Sextette). Es handelt sich um Arte Menor (kurze Verse) mit dem Reimschema 8a 8b 4c 8a 8b 4c, bekannt als Pie Quebrado (gebrochener Versfuß).
Der Tonfall ist nüchtern. Es werden Synonym-Paare und rhetorische Figuren verwendet. Manrique nutzt sowohl die alte als auch die neue Sprache sowie erläuternde Adjektive.
Historische erzählende Prosa
Diese war dazu gedacht, kriegerische Fakten (bélicos) zu vermitteln. Später weitete sich das Themenspektrum aus und zeigte Interesse an Eroberungen, königlichen Hochzeiten, Todesfällen von Prominenten oder auch Reiseberichten.
Don Juan Manuel
Er setzte die Arbeit seines Onkels, Alfonso X., fort und gilt als der wichtigste Vertreter der Prosa des 14. Jahrhunderts.
Themen
Sein Werk bietet eine breite Palette von Themen: Eitelkeit, Gerechtigkeit, Jagd und Freundschaft. Diese werden mit einer klaren didaktischen und moralischen Absicht behandelt.
Stil
Er pflegt einen Stil mit einem breiten Wortschatz und einer präzisen Ausdrucksweise. Charakteristisch ist der häufige Einsatz von kopulativen Sätzen.
Werk (Obra)
Es umfasst Arbeiten wie das Buch der Strafen und Ratschläge an seinen Sohn Don Fernando, das Buch der Ritter und Knappen, das Buch der Stände und das Buch von Patronio oder Graf Lucanor.
Das Buch von Graf Lucanor und Patronio
Diese fiktiven Geschichten mit didaktischer Absicht bestehen aus drei Teilen:
- Enxiemplos-Sammlungen: Ausdruck der Absicht und Sittenlehre.
- Sammlung von hundert Sentenzen (Gewinnen).
- Abhandlung über das Seelenheil.
Der junge Graf bittet seinen Berater Patronio um Rat in Situationen am Hof. Patronio antwortet, indem er ein Beispiel (Ejemplo) anführt. Die Geschichten enden stets mit einer Moral.
Ritterliche Prosa
Abenteuergeschichten begannen sich im 13. Jahrhundert zu entwickeln und erreichten ihren Höhepunkt im Laufe des 14. Jahrhunderts.
Die Hauptfigur identifiziert sich über ihre Taten und verfolgt nur den Ruhm (Fama). Liebe und Handlungen finden in Gebieten statt, die von fantastischen und fabelhaften Kreaturen bevölkert sind. Die Struktur ist offen und hat kein fest definiertes Ziel.
- Artusrunde: Konzentriert sich auf die Legende von König Artus und seinen Rittern der Tafelrunde.
- Trojanischer Zyklus: Basiert auf den Geschichten über den Krieg von Troja. Zudem wird Geschichte modelliert, wobei Kämpfe, Waffen und die Figur des Helden detailliert beschrieben werden.