Spanische Literatur des Mittelalters: Prosa, Lyrik und Epos
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Die Alfonsinische Prosa und Alfons X. der Weise
Alfonsinische Prosa: Alfons X. der Weise begründete die kastilische Prosa. Dies reichte aus, um die Sprache in den Status einer entwickelten Kultursprache zu erheben. Ein weiser König legte die Rechtschreibung fest, sorgte für die Flexibilität der syntaktischen Strukturen und bereicherte den Wortschatz durch neue Begriffe (Caudal). In seinen Beiträgen verfasste er historische Abhandlungen sowie Texte zu Recht und Wissenschaft.
Mittelalterliche Dichtung: Volkslied und Gelehrsamkeit
Es gibt zwei Arten von Gedichten:
- Traditionelle Volkslieder: Diese sind anonym und beliebt, da sie traditionell sind und einem kollektiven sowie kontinuierlichen Prozess der Umgestaltung unterliegen. Sie können mündlich oder schriftlich überliefert sein.
- Gelehrte Dichtung: Diese ist individuell geprägt, hat einen bekannten Autor und ist ein schriftliches Werk.
Die lyrische Volkstradition
Dies ist eine mündliche Literatur; niemand kennt den genauen Zeitpunkt ihrer Entstehung. Die schriftlich fixierten Worte geben uns einen zeitlichen Rahmen:
- Jarchas: Mitte des 11. bis 14. Jahrhunderts (geschrieben in Mozarabisch).
- Cantigas de Amigo: Ende des 12. bis Ende des 14. Jahrhunderts (geschrieben in Galicisch-Portugiesisch).
- Weihnachtslieder (Villancicos): Mitte bis Ende des 15. Jahrhunderts (geschrieben in der kastilischen Sprache des 15. Jahrhunderts).
Gattungen der Lyrik
In der Liebe gibt es:
- Albas: Gesänge zum Abschied der Liebenden.
- Mayas: Feier der Ankunft des Geliebten.
- Villancicos: Segeln (von Hütern gesungen), Arbeit (um die Arbeit erträglicher zu machen) und Reisen (Berglieder, gesungen von Reisenden in den Bergen).
Metrik und Struktur
Metrik: Jarchas und Weihnachtslieder sind sprunghaft und ungenau. Die Cantigas de Amigo sind regulär und präzise gemessen (Isosyllabismus und Reim).
Struktur: Die Cantigas de Amigo besitzen eine parallelistische Struktur. Die Jarchas und Weihnachtslieder bestehen aus zwei bis vier Zeilen (sie wurden oft zum Kult-Glossar). In den Jarchas ist der Glanz eine Muwashshah, die die Form eines Zejel hat. Die Jarcha steht in der letzten Strophe der Muwashshah und bildet den strukturellen Kern. Die Weihnachtslieder präsentieren den Glanz am Ende der Komposition. Es gibt drei Wege: Zejelesca, parallelistisch und gemischt.
Der mittelalterliche Roman und das Theater
Der Roman: Es gibt zwei Arten von Romanen:
- Abenteuerromane: Zusammenfluss von Liebesgefühlen und der Wirkung klassischer Legenden.
- Ritterromane: Heroische Elemente sowie fantastische, magische und legendäre Geschichten aus Großbritannien.
Theater: Es ist eng mit religiösen Feiern verbunden. Das Auto de los Reyes Magos (Auftrag der Heiligen Drei Könige) ist unser ältestes mittelalterliches Drama (zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts). Dies ist aus dramatischer Sicht ein eher schlichtes Stück: Der Monolog überwiegt gegenüber dem Dialog.
Mester de Juglaría: Das Heldenepos
Der mittelalterliche epische Charakter ist sehr beliebt. Die Chansons de Geste (Heldenlieder) berichten von Taten und Ereignissen. Sie wurden von Spielleuten (Jongleuren) gesungen oder rezitiert und so verbreitet. Diese Gedichte dienten der Information und Nachrichtengabe. Der Begriff bezieht sich auf Erfolge von Personen, mit denen sich die gesamte Gemeinschaft identifiziert. Die großen Epen sind in langen Abschnitten (Laissen) unterschiedlicher Länge mit unregelmäßigem monoreimendem Reim gruppiert.
Evolution der Heldenlieder
- Primitive Epoche oder Ausbildung: Die Lieder gingen verloren.
- Blütezeit: Das Cantar de Mio Cid wurde verfasst; die Lieder waren umfangreich und standen unter dem Einfluss des französischen Epos.
- Zeitalter der Prosifizierungen: Die Lieder wurden zu einer Informationsquelle.
- Zeitalter des Niedergangs: Einige Gedichte sind neu und münden in die Romanze.
Poema del Mio Cid: Es handelt vom kastilischen Helden Rodrigo Díaz de Vivar und ist unser ältestes Epos.
Mester de Clerecía: Gelehrte Dichtung
Verträge: Didaktisch-moralischer Eifer, um wissenschaftliche Fragen offenzulegen.
Metrik: Metrische Regelmäßigkeit; Organisation in Strophenform (Cuaderna Vía). Regelmäßige Verse mit konsonantem Reim.
Stil: Volkstümliche Sprache kombiniert mit gehobener Sprache (über das Lateinische). Erste Periode (Gonzalo de Berceo): Themen umfassen Klassik, Romantik sowie nationale und religiöse Epen. Es gibt drei Klassen: hagiographische, liturgische und mariologische Schriften.
Zweite Periode: Der Erzpriester von Hita
Diese Periode hat einen realistischeren und satirischen Ton. Das wichtigste Werk ist das Buch der guten Liebe (Libro de buen amor).
Das Buch der guten Liebe
Thema: Die Liebe in ihrer menschlichen Dimension sowie im Göttlichen.
Handlung und Struktur: Die Struktur wird durch eine Reihe fiktiver Abenteuer gebildet. Dieser autobiografische Bericht ist das Kernargument des Buches. Es enthält:
- Zwei allegorische Episoden.
- Eine Paraphrase des Pamphilus.
- Eine Reihe von Geschichten und Fabeln.
- Mehrere didaktische, moralische und burleske Abhandlungen.
- Mehrere lyrische Kompositionen religiösen Charakters.
Metrik: Juan Ruiz verwendet den Rahmen der Cuaderna Vía. Jedoch nutzt er anstelle des Alexandriners (14 Silben) oft 16 Silben (8 + 8). In seinen lyrischen Kompositionen verwendet er Verse der "niederen Kunst" (Arte Menor), darunter den Zejel.
Zweck: Das Werk kann als Wegweiser für die menschliche Liebe dienen, aber auch zur göttlichen Liebe anregen, was eine radikal moralisierende Absicht verfolgt.
Quellen: Die Bibel sowie die klassische und mittelalterliche lateinische Literatur.