Spanische Literatur und Theater nach 1945

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Poesie in den vierziger Jahren

In den vierziger Jahren war die spanische Poesie geprägt von religiösen und existenziellen Unruhen. Die Lyrik der Nachkriegszeit begann mit zwei bedeutenden Werken der Autoren der Generation von 27: Kinder des Zorns (Dámaso Alonso) und Schatten im Paradies (Vicente Aleixandre), die beide den Weg für jüngere Dichter ebneten.

Diese Bücher spiegeln eine pessimistische und ängstliche Welt wider, die als sinnloses Chaos präsentiert wird und eine tiefe Unzufriedenheit mit der Realität zeigt.

Die Ära unter Franco

Spanien lebte unter der Diktatur von General Franco. Die Merkmale dieses Zeitraums waren:

  • Beschränkung von Freiheiten: Rede-, Presse-, Religions- und Versammlungsfreiheit.
  • Kulturelle Stagnation: Langsame Regeneration der spanischen Kultur, zerrissen durch das Exil prominenter Persönlichkeiten sowie durch ideologische Zensur und Repression.
  • Autarkie und Not: Eine wirtschaftliche Lage, die erst spät zu einer schrittweisen Modernisierung führte.

Die soziale Dichtung

In den frühen 50er Jahren dominierte die soziale Dichtung in Spanien. Die Hauptmerkmale sind:

  • Literatur als Instrument: Antwort auf eine Vorstellung von Literatur als Mittel für politischen und sozialen Wandel. Die Poesie dient als Zeugnis und Kritik an der spanischen Realität, um das Gewissen der Leser zu rühren.
  • Denunziation: Ziel ist es, soziale Ungerechtigkeit und Unfreiheit anzuprangern, wobei der autobiografische Ausdruck von Gefühlen vermieden wird.
  • Klartext: Verwendung einer bewussten, banalen und verständlichen Sprache, um greifbare Ergebnisse zu erzielen.

Dichter eines halben Jahrhunderts

In den späten 50er Jahren trat eine neue Generation von Dichtern auf, die unmittelbar nach dem Bürgerkrieg geboren wurden. Ihre Eigenschaften:

  • Rückkehr zum Ich: Explizite ideologische Festlegungen verschwinden zugunsten autobiografischer Komponenten, um die individuelle Erfahrung in historischen Umständen zu verarbeiten.
  • Themen: Liebe, Erotik, das Vergehen der Zeit, die Beschwörung der Adoleszenz oder Kindheit sowie die soziale Realität Spaniens als Hintergrund persönlicher Erfahrungen.
  • Sprache: Konversationell und intim, im Gegensatz zur deklamatorischen Art der sozialen Dichter.

Mihura und die Komödie des Absurden

Die Komödie der Torheit versucht, die Sentimentalität und Heuchelei bürgerlicher Konventionen zu entlarven. Ein funktionales Werk ist Drei Zylinder für Buenos Aires (Tres sombreros de copa) von Miguel Mihura. Humoristische Ressourcen des Stücks sind unter anderem die Ansammlung von unnützen oder zweckentfremdeten Gegenständen auf der Bühne.

Buero Vallejo und das soziale Theater

Antonio Buero Vallejo ist der bedeutendste Dramatiker des sozialen Theaters. Sein Theater konfrontiert das Publikum mit dem tragischen Zustand des Menschen, der in ein Leben voller Schmerz und Unsicherheit geworfen ist. Strategien des Autors sind:

  • Scheiternde Charaktere: Figuren, die bei ihrem Versuch, die Gesellschaft gerechter und freier zu gestalten, scheitern.
  • Immersionseffekt: Der Zuschauer wird direkt in die Gedankenwelt der Charaktere versetzt.

Arrabal und das experimentelle Theater

Fernando Arrabal ist der Hauptvertreter des experimentellen Theaters, das in den 60er Jahren als Reaktion auf das soziale Theater entstand. Merkmale:

  • Parabel und Allegorie: Die Werke spiegeln nicht die Realität wider, sondern dienen als Allegorie über den menschlichen Zustand. Es ist kein realistisches Drama, sondern eine symbiotische Form.
  • Nonverbale Zeichen: Diese spielen eine besonders wichtige Rolle.
  • Absurde Dialoge: Poetisch und fernab der gewöhnlichen Sprache.
  • Provokation: Ein Drama, das Themen wie Sex, Gewalt und Wahnsinn präsentiert.

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