Spanische Literaturgeschichte und Linguistik im Überblick
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Spanische Literaturgeschichte und Linguistik
Das Epos: Cantar de Mio Cid
1. Gesang: Die Verbannung des Cid
Der Held wird zu Unrecht ins Exil geschickt. Das Bild des traurigen Helden prägt den Aufbruch. Der Schmerz erreicht die Stadt Burgos; die Menschen sehen ihn voller Mitgefühl von ihren Balkonen aus. Der Abschied von der Familie: Er begibt sich nach San Pedro, um sich von seiner Frau und seinen Töchtern zu verabschieden. Der Ruhm des Cid: Er gewinnt durch seine Taten einen hervorragenden Ruf bei allen Weggefährten.
2. Gesang: Die Hochzeit der Töchter
Die Erben von Carrión: Die Infanten von Carrión, die aus vornehmsten Familien stammen, wollen die Töchter des Cid heiraten. Sie wagen es jedoch nicht, direkt vor den König zu treten. Der Cid akzeptiert die Ehe: Er ist über die Verbindung nicht sehr glücklich, doch da der König die Vermählung beantragt, akzeptiert er sie.
3. Gesang: Die Schande von Corpes
Die Feigheit der Erben von Carrión: Ein Löwe entweicht, während der Cid schläft. Während alle anderen ihn verteidigen, verstecken sich die Infanten voller Angst. Die Schmach von Corpes: Aus Demütigung misshandeln sie die Töchter des Cid im Wald von Corpes. Wiederherstellung der Ehre: Der König sorgt für Gerechtigkeit. Der Cid und seine Familie erlangen ihre Ehre zurück, während die Ritter aus Carrión besiegt werden. Die Größe des Cid: Seine Töchter werden schließlich die Erben der Kronen von Navarra und Aragón.
Sprache und Stilmittel:
Der Juglar (Spielmann) benötigt besondere Fähigkeiten, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu halten. Zu den Ressourcen gehören Appositionen (z. B. „der in guter Stunde sein Schwert gürtete“), die Anrufung der Zuhörer, die Verwendung des direkten Stils, Pleonasmen sowie eine große verbale Vielfalt ohne einleitende Verben.
Grundlagen der Kommunikation
Mitteilung: Der Sender überträgt die Meldung. Der Empfänger erhält die Nachricht und dekodiert sie. Die Nachricht ist die verschlüsselte Sendung, die dem Empfänger etwas mitteilt. Der Code umfasst die Zeichen und Regeln der Nachricht. Der Kanal ist das physische Medium der Übertragung (z. B. Luft, Raum und Zeit). Der Kontext bezeichnet die Umstände bei der Übermittlung der Signale. Das linguistische Zeichen besteht aus Signifikant (Lautbild) und Signifikat (Bedeutung).
Sprachfunktionen (Funciones del Lenguaje)
- Referenziell: Berichtet objektive Tatsachen (Prozesse, argumentative Texte, Beschreibungen und Erzählungen).
- Emotiv: Ausdruck von Gefühlen und Empfindungen.
- Phatisch: Einleitung, Aufrechterhaltung oder Beendigung des Kontakts zwischen Sender und Empfänger.
- Konativ: Appell an den Empfänger.
- Metasprachlich: Wenn sich die Sprache auf sich selbst bezieht.
- Poetisch: Zieht die Aufmerksamkeit auf die Art der Nachricht.
Adjektive und ihre Funktionen
Spezifizierende Adjektive: Sie schränken die Bedeutung des Substantivs ein (z. B. „die Schüler der Klasse“, um sie von anderen Schülern abzugrenzen).
Explikative Adjektive: Sie schränken die Bedeutung nicht ein, sondern heben eine Eigenschaft hervor (oft durch Pausen oder Kommata markiert, z. B. „die fleißigen Schüler“).
Die Arbeit von Alfonso X. dem Weisen
Alfonso X. versammelte christliche, jüdische und muslimische Gelehrte, um Texte zu übersetzen. Er übernahm die Verantwortung für die Richtigkeit der Texte auf Spanisch. Wir verdanken ihm orthografische Normen, die Stabilisierung der Stimmen und einen fließenden Ausdruck.
Ursprünge der Prosa: Dank der Könige wurde die Verwendung der kastilischen Prosa gegenüber dem Lateinischen gefördert. Fernando III. adoptierte Kastilisch als Sprache für notarielle Urkunden und erklärte es zur offiziellen Verwaltungssprache. Sein Sohn, Alfonso X. der Weise, setzte dies fort. In dieser Zeit erscheinen frühe Erzählungen und Fabeln.
Wichtige Autoren und Werke
- 13. Jahrhundert: Alfonso X. (Estoria de España / Crónica General).
- 13. Jahrhundert: Gonzalo de Berceo (Milagros de Nuestra Señora).
- 14. Jahrhundert: Arcipreste de Hita (Libro de Buen Amor).
- 14. Jahrhundert: Don Juan Manuel (El Conde Lucanor).
Grammatik: Das Genus (Geschlecht)
- Ambigenes Genus: Unbelebte Gegenstände können mit maskulinen oder femininen Adjektiven/Artikeln kombiniert werden (z. B. das Meer / die See).
- Epicönum (Männliches/Weibliches Geschlecht): Substantive, die sich auf Lebewesen beziehen, ohne zwischen männlich und weiblich zu unterscheiden (z. B. die Giraffe oder der Wurm).
- Genus Commune (Gemeinsames Genus): Substantive, die sowohl maskulin als auch feminin sein können, wobei sich nur der Artikel ändert (z. B. der Pianist / die Pianistin).