Spanische Literaturklassiker: El Cid und Lazarillo
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Cantar de mio Cid: Das Epos des kastilischen Helden
1. Gesang: Das Lied vom Exil
El Cid wird von König Alfonso VI. aus seinem Land verbannt und begibt sich nach Burgos. Während er voranschreitet, erobert er Land von den Muslimen und wird zu einem angesehenen Krieger. Jedes Mal, wenn sein Ruhm durch einen Sieg wächst, lässt er dem König einen wichtigen Teil der Beute zukommen, die er seinen Gegnern abgenommen hat, in der Hoffnung, sich so mit ihm zu versöhnen.
2. Gesang: Das Lied von der Hochzeit
Der Cid erreicht das Mittelmeer und erobert Valencia. Der König erlaubt ihm, dort mit seinen Töchtern und seiner Frau zu leben, und versöhnt sich schließlich mit ihm. Das Ergebnis dieser Versöhnung ist die Heirat der Töchter des Cid mit den Infanten von Carrión.
3. Gesang: Das Lied von der Schande von Corpes
El Cid verteidigt Valencia gegen einen muslimischen Angriff. Die Infanten von Carrión beschließen, ihre Frauen (die Töchter des Cid) zu misshandeln. Der Cid misstraut ihrer Rückreise und schickt einen seiner Männer, um ihnen heimlich zu folgen. Die Infanten von Carrión schlagen ihre Frauen und lassen sie in Corpes zurück. El Cid ruft nach Gerechtigkeit, und die Infanten werden in einem Duell von den Männern des Cid besiegt. Der König genehmigt daraufhin die Hochzeit der Töchter mit den Infanten von Navarra und Aragon. Das Werk endet mit einer feierlichen Hochzeit.
Lazarillo de Tormes: Der erste Schelmenroman
Im Jahre 1554 wurde „Das Leben von Lazarillo de Tormes und seine Schicksale und Widrigkeiten“ veröffentlicht. Mit dem Erscheinen dieses Werkes entstand ein neues Genre: der Schelmenroman (Pikaresker Roman).
Merkmale des Schelmenromans
- Protagonist: Ein Schelm (Pícaro), ein marginalisierter Junge, der seinen Lebensunterhalt als Diener verdient.
- Erzählform: Die Erzählung erfolgt in der 1. Person aus der Sicht des Protagonisten als Autobiografie.
- Struktur: Das Werk wird von einem entscheidenden Moment im Leben des Schelms aus geschrieben und schildert seine Abenteuer.
- Realismus: Es erlaubt uns, die gröberen Aspekte der Realität kennenzulernen. Da es ein anonymes Werk ist, wird vermutet, dass der Autor aufgrund seiner erasmistischen Kritik ein Jude oder ein Konvertit (Converso) war.
In Form eines Briefes verfasst Lázaro seine autobiografischen Chroniken. Er schildert seine Abenteuer, seit er von seiner Mutter einem Blinden übergeben wurde. Lázaro dient unter Hunger und Unglück, bis es ihm schließlich gelingt, eine feste Anstellung zu finden. Seine Autobiografie erzählt von seinem sozialen Aufstieg und seiner gleichzeitigen sozialen Degradierung. Dieses Werk begründet den realistischen Roman und führt den Antihelden ein.
Zusammenfassung der Merkmale
- Autobiografische Struktur: Eine Reihe von episodischen Erinnerungen.
- Erklärung der Gegenwart durch die Vergangenheit: Eine Rechtfertigung für eine akzeptierte Schande.
- Protagonist von niedriger Herkunft: Ein Kind aus armen Verhältnissen.
- Charakterbildung: Mangel an Zuneigung härtet seinen Charakter, nachdem er Schläge des Schicksals erlitten und mehreren Herren gedient hat.
- Handlungsmotiv: Hunger. Um zu überleben, nutzt der Schelm Tricks, wird aber am Ende oft Opfer seiner eigenen List.
Die sieben Herren des Lázaro
Lázaro dient nacheinander folgenden Herren: 1. Dem Blinden, 2. dem Kleriker von Maqueda, 3. dem Edelmann (Escudero), 4. dem Mönch, 5. dem Ablassprediger (Buldero), 6. dem Kaplan und 7. dem Erzpriester von San Salvador, dessen Dienerin er schließlich heiratet.