Spanische Lyrik des 20. Jahrhunderts: Aleixandre, Alberti & Jiménez
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Vicente Aleixandre: Surrealismus in der Weltliteratur
Vicente Aleixandre führte den Surrealismus auf das höchste ästhetische Niveau der Weltliteratur. Seine poetische Phase beginnt mit den surrealistischen Werken „Espadas como labios“ (Schwerter wie Lippen) sowie „La destrucción o el amor“ (Die Zerstörung oder die Liebe).
Sein Werk „Sombra del paraíso“ (Schatten des Paradieses) thematisiert die Kindheit und erinnert an die Jahre vor dem Bürgerkrieg, bevor es in die Phase von „Historia del corazón“ (Geschichte des Herzens) übergeht. In seiner dritten Phase neigt er zur Meditation über das Alter, den Lauf der Zeit und die Vision des Lebens vom Ende des Weges aus.
Rafael Alberti: Zwischen Avantgarde und Exil
Rafael Alberti wurde in Cádiz geboren, zog jedoch mit 15 Jahren nach Madrid. Er gab sein Studium der Malerei auf, widmete sich der Lektüre klassischer Dichter und erkannte seine Liebe zur Poesie. Während des Bürgerkriegs ergriff er Partei für die Republik, was ihn ins Exil zwang, aus dem er erst mit der Demokratie zurückkehrte.
Zu seinen bekanntesten Werken zählen:
- „Marinero en tierra“ (Seemann an Land): Ein Werk der Avantgarde.
- „Sobre los ángeles“ (Über die Engel): Hier verarbeitete er seine innere Krise in Gedanken und Gefühlen.
Er schrieb auch politische Gedichte, wobei er die ästhetische Qualität stets mit den politischen Problemen seiner Zeit zu verbinden wusste.
Juan Ramón Jiménez: Poetische Berufung und Perfektion
Juan Ramón Jiménez besaß eine obsessive und exklusive poetische Berufung. Seine Karriere war von drei wesentlichen Einflüssen geprägt:
- Der plötzliche Tod seines Vaters löste eine obsessive Angst vor dem Tod und den Wunsch nach Unsterblichkeit aus.
- Er entwickelte eine sensible Persönlichkeit und einen tiefen Groll gegen jene, die seine Arbeit nicht verstanden.
- Er war ein herausragender Prosaist (bekannt durch „Platero y yo“).
Erste Schaffensperiode
Diese Phase war geprägt von großer Inspiration, romantischer Moderne und formaler Perfektion, um Gefühle von Traurigkeit, Einsamkeit und Träumen auszudrücken. Das Werk „Estío“ markiert den Beginn eines Stils der Einfachheit.
Die Phase der kreativen Fülle
Im Jahr 1916 reiste er nach New York, um Zenobia zu heiraten. In dieser Phase führte er die Konzepte der Ewigkeit und des Augenblicks ein und wandte sich der „poesía desnuda“ (nackte Poesie) zu – einer einfachen und prägnanten Ausdrucksweise der eigenen Gefühle.
Amerikanische Etappe und Spätwerk
Mit Beginn des Bürgerkriegs emigrierten Juan Ramón Jiménez und Zenobia in die USA. Dort schrieb er „Animal de fondo“, eine hermetische Dichtung. In seinen letzten Jahren verfasste er mit „Espacio“ eine Reihe von Erinnerungen und Empfindungen, die durch die Technik der freien Assoziation an die Oberfläche traten. Sein letztes Buch, „Ríos que se van“, war eine Liebeserklärung an seine bereits schwer kranke Frau Zenobia.
Stilistische Merkmale
Sein Stil zeichnet sich durch eine Fülle abstrakter Begriffe aus, mit denen er seine Empfindungen präzise beschreibt. Er nutzt eine verschönernde Adjektivierung und setzt die Synästhesie meisterhaft ein.