Spanische Lyrik: Vom Bürgerkrieg bis zur Moderne

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Im Jahr 1936 bricht der Bürgerkrieg aus und spaltet poetische Gruppen sowie die Gesellschaft in zwei Seiten. Die Dichtung wird in dieser Zeit zur Kultur- und Propagandawaffe.

1. Lyrik im Exil

  • Dichter der Generation von 14: Juan Ramón Jiménez.
  • Dichter der Generation von 27: Federico García Lorca.
  • Dichter am Beginn ihres Schaffens: Juan Gil-Albert konnte heitere und reflektierende Poesie mit moralisch-bürgerschaftlichem Engagement in Einklang bringen. Arturo Serrano Plaja schreit gegen menschliches Leid an. Germán Bleiberg: Seine Gedichte entwickeln sich von klassischen Tönen zu einem freien poetischen Ausdruck.

2. Poesie in Spanien nach dem Krieg

2.1 Die ersten Nachkriegsjahre

In dieser Phase finden wir Dichter, die Zeitgenossen von Miguel Hernández waren. Die Generation ist gespalten.

2.1.1 Poesía Arraigada (Verwurzelte Dichtung)

Diese Gruppe von Dichtern veröffentlichte ihre Werke in der Zeitschrift Garcilaso. Die Grundstimmung ist optimistisch. Themen: Religiosität, Landschaft, Liebe und Schönheit. Vertreter: Dionisio Ridruejo, Luis Rosales, Leopoldo Panero und Luis Felipe Vivanco.

2.1.2 Poesía Desarraigada (Entwurzelte Dichtung)

Diese Dichter veröffentlichten ihre Werke in der Zeitschrift Espadaña. Es ist eine kritische und widersprüchliche Poesie mit tragischem Ton. Der Stil ist sehr einfach und weniger auf Ästhetik bedacht. Herausragende Vertreter: Dámaso Alonso, Gabriel Celaya, Blas de Otero und José Hierro.

2.1.3 Andere Tendenzen

Es gibt Tendenzen, die der verwurzelten und entwurzelten Dichtung entgegenstehen. Hervorzuheben ist der Postismo von Carlos Edmundo de Ory, der Poesie und Kunst verbindet und ein „iberischer Surrealismus“ sein möchte. Eine weitere poetische Bewegung ist Cántico aus Córdoba: eine intime, ästhetisch orientierte Poesie.

2.2 Die soziale Poesie

Der soziale Realismus konsolidiert sich. Wichtige Werke dieser Zeit sind Pido la paz y la palabra von Blas de Otero, Cantos íberos von Gabriel Celaya und Historia del corazón von Vicente Aleixandre. Die Dichter zeigen Solidarität mit den Mitmenschen und deren Problemen. Themen: Spanien mit starkem politischem Fokus (z. B. Gottes auf Spanien von Carlos Bousoño).

2.3 Von der sozialen Poesie zu einer neuen Lyrik

Neben sozialen Fragen entwickeln sich neue Tendenzen. Vertreter: Jaime Gil de Biedma, Ángel González und José Ángel Valente. Diese Dichter haben einige gemeinsame Merkmale:

  • Grundlegende Sorge um den Menschen.
  • Einsamkeit und Skepsis.
  • Rückkehr zum Intimen.
  • Ablehnung der rein prosaischen sozialen Poesie; Suche nach einer persönlichen und geläuterten Sprache.
  • Interesse an avantgardistischen Experimenten.

2.4 Die Novísimos

Die erste Anthologie erschien unter dem Titel Nueve novísimos poetas españoles. Sie versammelt Gedichte von Manuel Vázquez Montalbán, Pere Gimferrer (Herausgeber der Anthologie), Leopoldo María Panero und anderen. Sie repräsentieren die Generation von '68. Es sind Dichter, die nach dem Krieg geboren wurden. Themen: Unbehagen gegenüber gesellschaftlichen Bereichen; sie bleiben sarkastisch und skeptisch gegenüber der Konsumgesellschaft. Sie verfolgen ästhetische Ziele. Ihr zentrales Ziel ist die Erneuerung der poetischen Sprache und der Bruch mit der Logik einer absurden Welt. Man kann sagen, dass wir hier einer neuen Avantgarde gegenüberstehen.

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