Spanische Lyrik: Von der Generation 36 bis heute
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Spanische Lyrik bis 1960: Die Generation von 50
Die Förderung von 1955 (Generation 50) verzichtet auf eine strikte Aufschlüsselung der Themen und des Stils der 50er Jahre. Die Gruppe setzt sich aus Autoren wie Claudio Rodríguez (Poesie der Geschenke) und den Dichtern der Schule von Barcelona zusammen, die eine kritische Haltung einnehmen: Gil de Viedma, José Agustín Goytisolo und Barral.
Ebenfalls zu erwähnen sind Caballero Bonald, González, Carlos Sahagún (Gedichte des Kompromisses), J. A. Valente und Laugen. Der allgemeine Trend ist eine intime Poesie des Symbolismus und der persönlichen Erfahrung. Teilweise wird die Poetik von Machado übernommen.
Das Wort wird in vollem Umfang gewürdigt, wobei dem Cover-Wert eine größere Bedeutung zukommt. Ironischerweise entwickelte sich die Lyrik ab den 60er Jahren weiter. José Hierro ist hier mit Werken wie „Fünf der 42“ und „Halluzinationen“ zu nennen, die noch eine vage Traumhaftigkeit (insoñacia) aufweisen.
Die Poetik der 70er Jahre: Experimentelle Lyrik
Diese Strömung stand der älteren Poesie nicht direkt entgegen, versuchte jedoch, der früheren Intimität zu entfliehen. Die Lyrik entfernte sich weiter von der Wahrheit und konzentrierte sich stärker auf die Sprache. Die Dichter flohen vor der Umweltpoesie.
- Pere Gimferrer: Besonders hervorzuheben ist sein Werk „Arde el mar“. Seine spätere Liebeslyrik nutzt eine klassische, schwere Sprache im Stile von Góngora.
- Einflüsse: Rückbesinnung auf Autoren wie Luis Cernuda oder Vicente Aleixandre mit surrealistischer Poesie.
- Manuel Vázquez Montalbán: Eine kulturelle Poesie, die andere Formen wie Massenkultur, Kino, Comics, Fernsehen und Radio einbezieht.
- Guillermo Carnero: Thematisiert kritische Fragen.
- Leopoldo María Panero: Gilt als radikaler als sein Vater.
Allgemeine Merkmale dieser Zeit sind Intimität sowie verstärkte Themen wie Liebe und Erotik bei Gimferrer und Montalbán.
Von den 80er Jahren bis heute
In dieser Epoche existieren verschiedene Trends nebeneinander:
Die Poesie der Erfahrung
Diese Richtung genießt den größten Ruhm. García Montero ist hier federführend; er knüpft an Machado und Alberti an. Zudem kehren Autoren der Generation von 50 und später zurück, wie Gil de Viedma und Juan Luis Panero. Andrés Trapiello verfasst zudem Artikel und Essays.
Kulturalismus und Minimalismus
- Kulturalismus: Er beginnt mit den Novísimos. Wichtige Vertreter sind Guillermo Carnero, Luis Antonio de Villena und Luis Alberto de Cuenca.
- Minimalismus: Die Tendenz, sich auf den Kernbegriff zu beschränken und alles Unwesentliche zu entfernen. A. Sánchez Robayna steht hierbei im Vordergrund.
Avantgarde und Neoromantik
Die experimentelle Avantgarde-Dichterin Blanca Andreu wird oft als „himmlisch“ beschrieben. Weitere Akzente setzen Jenaro Talens sowie Antonio Colinas, der eine neoromantische, neosymbolistische und intimistische Lyrik vertritt.
Poesie der Stille
Neben dem Kulturalismus existiert die Poesie der Stille, die nur den Gedanken im Bewusstsein trägt. Hier ragen Celia Amorós und José Hierro heraus, wobei Letzterer alle Trends sammelt, wie in seinem Werk „New York Notebook“.
Die Lyrik der 40er Jahre: Generation 36
Die Dichter dieser Generation wurden zwischen 1909 und 1922 geboren und etablierten sich in einer Zeit besonderer poetischer Blüte. Das Spektrum reicht von den frühen Meistern (Rubén Darío, Machado, J. R. Jiménez) bis zum brillanten Ensemble der Generation von 27, die den Krieg in ihrer Jugend erlebten. Nach dem Krieg bildeten sich zwei Haupttrends heraus:
Tief verwurzelte Poesie (Poesía arraigada)
Diese Lyrik hat einen klassizistischen Charakter. Die Texte der Generation von 36 wurden in Zeitschriften wie Garcilaso und Escorial gesammelt. Sie orientiert sich an der Renaissance und Garcilaso de la Vega, nimmt jedoch oft einen kühlen, akademischen Ton an. Klassische Formen wie das Sonett werden geschätzt, Themen sind Liebe, Religion und Patriotismus.
Entwurzelte Poesie (Poesía desarraigada)
Diese Strömung erscheint 1944 mit „Hijos de la ira“ (Kinder des Zorns) von Dámaso Alonso. Es ist eine tragische Lyrik mit existenziellem Ton, die Ekel, Angst und Verzweiflung des Menschen in einer chaotischen Welt ausdrückt. Religiöse Themen erhalten eine existenzielle Note. Der Stil basiert auf einfacher, harter und leidenschaftlicher Umgangssprache mit enormer Bildgewalt. Zudem ist Vicente Aleixandre mit „Sombra del Paraíso“ zu nennen.
Die 50er Jahre: Soziale Poesie
Um 1955 veröffentlichte Blas de Otero „Pido la paz y la palabra“ und Gabriel Celaya die „Cantos Iberos“. Sie verstehen die Lyrik als Zeugnis, um Ungerechtigkeit anzuprangern und Solidarität mit den Unterdrückten zu entwickeln. Der Stil ist einfach, nah an der Umgangssprache und sehr ausdrucksstark.