Die spanische Moderne: Machado und Juan Ramón Jiménez

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Die Moderne in Spanien

Die Moderne erreichte Spanien gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Ein Meilenstein war das Jahr 1892, das Jahr der Hundertjahrfeier der Entdeckung Amerikas, in dem bedeutende Schriftsteller der Zeit aufeinandertrafen und die nachfolgende Generation maßgeblich beeinflussten.

Manuel Machado

Manuel Machado, der Bruder von Antonio Machado, war einer der wichtigsten Vertreter der spanischen Moderne. Er entwickelte eine originelle Poetik, die durch eine große Vielfalt an Schattierungen besticht – von der Leichtigkeit seiner Kompositionen über das Bohème-Leben, die Liebe und Stierkämpfe bis hin zur Melancholie und religiösen Themen. Er kombinierte den Einfluss der neuen Ästhetik, des Symbolismus und des Parnassismus mit andalusischer Sinnlichkeit.

Juan Ramón Jiménez

Juan Ramón Jiménez (1881–1958), Nobelpreisträger für Literatur, wurde in seinem Leben und Werk maßgeblich durch seine Frau Zenobia Camprubí geprägt. Seine Poesie strebte nach Nacktheit, ästhetischer Reinheit und philosophischer Tiefe.

Die drei Schaffensphasen von Jiménez

  • 1. Modernistische Phase (1900–1914): Sensorisch, geprägt von Farben und einfachen Linien (z. B. Arias tristes, Platero y yo).
  • 2. Geistige Phase (1915–1936): Hier entstand sein Hauptwerk Diario de un poeta recién casado, das eine dreifache Vision des Reisens thematisiert: physisch (New York), sentimental (Reife der Liebe) und literarisch (Einfluss angelsächsischer Poesie).
  • 3. Phase der Vollendung (1937–1958): Lyrik, die sich auf das Wesentliche und die Idee konzentriert, wie in Espacio und Animal de fondo.

Antonio Machado

Antonio Machado (1875–1939) war ein zentraler Dichter, dessen Werk stark durch den Tod seiner Frau Leonor Izquierdo und seine spätere Muse Pilar de Valderrama (Guiomar) beeinflusst wurde.

Merkmale und Themen

  • Einflüsse: Romantik (Bécquer, Rosalía de Castro), Symbolismus und eine kritische Perspektive auf die Situation Spaniens.
  • Themen: Das Wesen der Dinge, der unaufhaltsame Lauf der Zeit, die Landschaft als Spiegel der Seele, die Liebe und die religiöse Skepsis.
  • Stil: Nüchterne, klare Sprache mit einer Vorliebe für alexandrinische und dodekasyllabische Verse.

Wichtige Werke

Solitude, Galerien und andere Gedichte: Dieses Werk thematisiert Zeit, Tod, Erinnerungen und Träume. Die Symbolik (Abend, Wasser, Gärten) ist charakteristisch für Machados melancholischen Stil.

Campos de Castilla (1912): Dieses Werk markiert den Übergang vom individuellen zum kollektiven Gefühl. Es thematisiert die Landschaft als Kanal für Meditation und patriotische Sorge um die Zukunft Spaniens. Besonders hervorzuheben ist das lange Gedicht La tierra de Alvargonzález, ein dramatisches Werk über Gier und Neid.

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