Spanische Nachkriegsliteratur: Epochen und Merkmale
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Die spanische Nachkriegsliteratur
Der Existentialroman prägte das neue spanische Lebensgefühl. Die Erzählungen brachen mit ästhetischen und propagandistischen Konventionen. Bekannte Werke sind Die Familie des Pascual Duarte von Camilo José Cela und Nada von Carmen Laforet.
Der Roman begann mit dem Tremendismo, einem Stil, der eine starke Sprache sowie Gewalt, Kriminalität und die Brutalität der Menschen widerspiegelt. Nada thematisierte die Folgen des Bürgerkriegs durch alltägliche Charaktere, die unter Hunger und Not leiden.
Die 50er Jahre: Sozialer Realismus
In den 50er Jahren kam es zu ersten Protesten, die den thematischen Fokus auf die spanische Realität (Arbeiterklasse) legten, die unter feindlichen Bedingungen gegenüber der bürgerlichen Klasse lebte. Der Stil legte mehr Wert auf den Inhalt: ein einfacher Wortschatz, lineare Erzählweisen und Dialoge verstärkten die Darstellung unangenehmer Aspekte. Wichtige Werke sind La Colmena (Camilo José Cela) und El cuarto de atrás (Carmen Martín Gaite).
Renovación Novelística der 60er Jahre
In den 60er Jahren suchte man nach neuen Techniken, um das stagnierende Genre des sozialen Romans zu erneuern, stark beeinflusst von lateinamerikanischen Schriftstellern. Es entstand eine formale Komplexität, bei der die Sorge um Sprache, Form und Stil in den Vordergrund rückte.
Existentialistische Lyrik
In der Zeit der Isolation (40er Jahre) beeinflussten der Krieg und seine Folgen die Gedichte. Der Ton entwickelte sich in zwei Richtungen:
- Poesía arraigada (verwurzelte Lyrik): Der Dichter abstrahiert von der Wirklichkeit und sucht Ruhe in Liebe, Gott, Familie und Vaterland. Die Dichter kehrten zur klassischen Dichtung (Garcilaso) und traditionellen Metrik zurück.
- Poesía desarraigada (entwurzelte Lyrik): Der Dichter stellt sich der menschlichen Realität von Armut, Hunger und Einsamkeit. Der Inhalt ist wichtiger als die Form; es dominieren freie Verse, einfache Lexik und kraftvolle Metaphern. Ein Beispiel ist Hijos de la ira von Dámaso Alonso.
Soziale Lyrik (Bruch der Blockade)
In den 50er Jahren äußerten Dichter ihre Unzufriedenheit mit der politischen Situation. Sie glaubten, Poesie sollte der Gesellschaft dienen und Ungerechtigkeiten anprangern. Der Inhalt stand hierbei im Mittelpunkt.
Experimentelle Lyrik
In den 60er Jahren wurde die Lyrik vom Instrument der Kommunikation zum Weg der Erkenntnis. Dichter suchten neue Ansätze für Themen und Stil, konzentrierten sich auf die Sprache und die Reinigung der Wege. Es gab eine Rückkehr zur klassischen Metrik, kombiniert mit avantgardistischen Techniken wie dem Surrealismus. Themen waren Intimität, Erfahrung, Subjektivität und Kindheitserinnerungen. Wichtige Vertreter sind Jaime Gil de Biedma und José Ángel Valente.
Historischer und gesellschaftlicher Kontext
Die Nachkriegszeit in Spanien war geprägt von politischer und wirtschaftlicher Isolation, die eine starke Verarmung der Kultur verursachte.
Phasen der Entwicklung
- Isolation (1939–1950): Aufgrund der Unterstützung Deutschlands im Zweiten Weltkrieg kam es zur internationalen Isolation und Autarkie, was zu großer Armut führte.
- Bruch der Blockade (1951–1959): Das Bündnis mit den USA im Kalten Krieg begünstigte die Öffnung Spaniens.
- Öffnung (1960–1975): Auslandsinvestitionen, Einwanderungspolitik und der aufkommende Tourismus prägten diese Phase.
| Merkmale der Nachkriegsliteratur |
|---|
| Die Kunst ist auf eine sekundäre Rolle reduziert. |
| Mangel an Freiheit und starke Zensur. |
| Pessimistischer, existentieller und intimer Ton. |
| Aufteilung in zwei Trends: sozialer Fokus und intimer Ton. |