Spanische Nachkriegslyrik: Gabriel Celaya, Blas de Otero und die Poesie der 50er bis 70er Jahre
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Gabriel Celaya und die spanische Avantgarde
Gabriel Celaya begann mit surrealistischer Poesie, wandte sich dann existentialistischen Gedichten zu und führte schließlich die soziale und Avantgarde-Dichtung zu ihrem Ende.
Themen und Merkmale der Lyrik von Gabriel Celaya
- a) Die Unsicherheit des Einzelnen, der seinen Anspruch in der Welt sucht.
- b) Existenzialistische Poesie, charakterisiert durch einen einfachen und umgangssprachlichen Ton.
- c) Ethisches Engagement.
- d) Verschmelzung mit dem poetischen „Wir“ (nosotros).
- e) Literatur als „Waffe und Solidarität“.
- f) Soziale Dimension: In der Poesie der 60er Jahre lässt man die Avantgarde hinter sich und verabschiedet sich von der Sentimentalität.
- g) Das Scheitern des marxistischen Humanismus.
Blas de Otero und die Dichtung des Gewissens
Blas de Otero: Der Zweck seiner Dichtung ist es, das Gewissen wachzurütteln, ausgehend vom Existenzialismus hin zur sozialen Poesie.
Er beginnt mit religiöser Dichtung (Ángel fieramente humano), in der er die Angst vor dem Tod und das existenzielle Drama zum Ausdruck bringt. Es ist der Kampf des Menschen, der Gott sucht, aber nur Antworten in der leeren Einsamkeit findet. Mit Pido la paz y la palabra richtet sich Blas de Oteros Poesie stärker auf das soziale Gegenüber.
Poesie des Wissens in den 60er Jahren
Ende der 50er Jahre wandte sich eine Gruppe von Dichtern – ohne die soziale Poesie völlig aufzugeben – einer sorgfältigeren Ausarbeitung der Dichtersprache zu, was zu einer Verschiebung vom Kollektiven zum Persönlichen führte. Die Poesie wurde zu einem Instrument, um die Realität zu erkennen.
Die Reisenden Gruppen der 60er Jahre
In dieser Periode organisierten sich zwei bedeutende Dichtergruppen:
- Die Gruppe aus Barcelona: Carlos Barral, José Agustín Goytisolo, Jaime Gil de Biedma.
- Die Gruppe aus Madrid: Claudio Rodríguez, Ángel González, José Ángel Valente.
Themen der Poesie
- Die Zeit und das flüchtige Leben.
- Zerstörung und Traurigkeit.
- Das Gedenken an die Vergangenheit.
- Kindheit und Jugend als verlorenes Paradies.
- Die Liebe (oft als verlorener Verlust ausgedrückt, verbunden mit intimer Erotik).
- Das Ziel der Freundschaft.
Hauptmerkmale
- a) Meditativer und reflexiver Charakter.
- b) Verwendung einer umgangssprachlichen Sprache.
- c) Vorherrschaft der freien Verse (verso libre).
- d) Einsatz von Humor und Ironie als Mittel, um sich von der Realität zu distanzieren.
Die Jüngsten: Die Poesie der 70er Jahre
Die Veränderung der spanischen Poesieproduktion seit den späten 60er Jahren spiegelt sich in der Anthologie von José María Castellet wider: Nueve novísimos poetas españoles (1970).
Wichtige Autoren
Manuel Vázquez Montalbán, Ana María Moix, Carme Riera, Félix de Azúa, Guillermo Carnero, Leopoldo María Panero und Pere Gimferrer.
Merkmale der 70er-Jahre-Poesie
- Vorliebe für Massen- und Populärkultur: Referenzen aus der Welt der Popkultur (es stechen Luis Antonio Villena, Luis Alberto Cuenca und Antonio Colinas hervor).
- Kulturelle Offenheit: Vorliebe für europäische und hispanoamerikanische Literatur.
- Städtekultur: Präsenz urbaner Kultur, Exotik und der Schönheit von Städten wie Venedig, die in Symbolen eingefangen wird.