Spanische Renaissance: Literatur und bedeutende Autoren
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Die spanische Renaissance und ihre Literatur
Garcilaso de la Vega (1501–1536)
Garcilaso de la Vega war ein typischer Edelmann der Renaissance: tapfer, gebildet, dem Militärdienst und dem Hofleben verpflichtet. Seine poetischen Werke verkörpern die wesentlichen Themen und Stilmittel dieser Epoche.
- Sonette: Er verfasste 40 Sonette, deren Form und Komposition stark von der italienischen Literatur beeinflusst sind. Fast alle behandeln das Thema Liebe und sind von der höfischen Dichtung der Liederbücher inspiriert.
- Eklogen: Er schrieb drei Eklogen, die einen idyllischen und pastoralen Charakter aufweisen.
Fray Luis de León (1527–1591)
Geboren in Belmonte (Cuenca), war er ein Augustiner-Mönch und Professor an der Universität von Salamanca. Fray Luis schrieb bedeutende Werke in Prosa und Lyrik:
- Prosa: Zu seinen wichtigsten Arbeiten zählen die Bibelübersetzungen "Hohelied" und "Buch Hiob" sowie "Die perfekte Frau" (eine Abhandlung über das Idealbild der Frau). Sein Meisterwerk in Prosa ist "De los nombres de Cristo" (In den Namen Christi), ein in Dialogform verfasstes Werk über die Bezeichnungen Christi in der Bibel.
- Lyrik: Er ist berühmt für seine poetischen Werke, denen er selbst zu Lebzeiten keine große Bedeutung beimaß. Dazu gehören die "Ode an das zurückgezogene Leben", "Prophezeiung des Tajo" und die bekannte "Noche Serena".
San Juan de la Cruz (1542–1591)
Juan de Yepes, besser bekannt als San Juan de la Cruz, trat bereits in jungen Jahren dem Karmelitenorden bei. Nach einer Begegnung mit Santa Teresa de Jesús widmete er sich der Reform des Ordens. Er komponierte drei große Werke der mystischen Poesie:
- Spiritual Canticle (Geistlicher Gesang)
- The Dark Night (Die dunkle Nacht)
- Living Flame of Love (Lebendige Liebesflamme)
Die Poesie von San Juan de la Cruz verbindet auf einzigartige Weise die Tradition der erotischen Dichtung mit der religiösen Mystik.
Der Roman: Lazarillo de Tormes
Im 16. Jahrhundert entsprach der Roman noch nicht der heutigen Definition; lange Erzählungen wurden oft als Geschichte oder Traktat bezeichnet. Es dominierten Ritterromane sowie romantische und pastorale Erzählungen. Im Jahr 1554 wurde "Das Leben des Lazarillo de Tormes" veröffentlicht.
Das Werk ist ein Bericht in der Ich-Perspektive, in dem Lazarus sein Leben einem unbekannten Leser schildert, den er mit "Eure Exzellenz" anspricht. Lazarus lebt in Toledo, wo er eine junge Frau heiratet. Er versucht dem Leser zu erklären, dass er den Gerüchten über die mangelnde Treue seiner Frau keinen Glauben schenkt.
Das Werk besteht aus einem Prolog und sieben Kapiteln. Es gilt als das erste realistische Werk der spanischen Literatur, da der Protagonist kein strahlender Held, sondern ein Antiheld ist.