Die Zweite Spanische Republik: Geschichte und Reformen
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Die Zweite Republik
Einführung
Das Ergebnis der Wahlen vom 12. April 1931 bescherte den Republikanern einen Sieg über die Monarchie. Angesichts der Situation verließ König Alfons XIII. Spanien, und zwei Tage später wurde die Republik proklamiert.
Dieser politische Wandel weckte Hoffnungen auf Demokratie, Reformen und die Modernisierung des Staates. Die Republik entstand jedoch in einer schwierigen Zeit: Europa befand sich in einer schweren Krise, geprägt von ideologischen Kämpfen und den Nachwirkungen der sowjetischen Revolution. In Spanien sah sich die Republik zudem einer starken Opposition von links und der radikalen Rechten gegenüber.
Entwicklung
1. Die Provisorische Regierung und die Verfassung von 1931
Die Mitglieder des revolutionären Ausschusses hatten bereits im Pakt von San Sebastián die Gründung einer provisorischen Regierung beschlossen. In dieser Übergangsregierung waren baskische Nationalisten, Kommunisten und Anarchisten vertreten, während die monarchistische Rechte ausgeschlossen blieb.
Die neue Regierung rief Wahlen für die verfassungsgebenden Cortes aus und leitete dringende Reformen ein:
- Agrarreform
- Reform der Armee
- Verhandlungen mit Katalonien und dem Baskenland
Zudem sah sich die Regierung mit Widerständen von Unternehmern, Großgrundbesitzern und der Kirche konfrontiert.
Die Verfassung von 1931
Die Wahlen im Juni 1931 brachten den republikanisch-sozialistischen Parteien die Mehrheit. Im Dezember 1931 wurde die neue, progressive und demokratische Verfassung verabschiedet. Sie legte folgende Grundsätze fest:
- Spanien ist ein integraler Staat, der autonome Regionen unterstützen kann.
- Die gesetzgebende Gewalt liegt bei einem Einkammerparlament.
- Die Exekutive besteht aus dem Ministerrat und dem Präsidenten der Republik.
- Verbot der Verstaatlichung von Versorgungsunternehmen.
- Umfassende Erklärung der Rechte und Freiheiten, inklusive des allgemeinen Wahlrechts für Männer und Frauen.
- Trennung von Kirche und Staat; Einführung der Zivilehe und des Scheidungsrechts, was zu Spannungen zwischen links und rechts führte.
2. Die Reform-Zweijahresperiode (1931–1933)
Unter der republikanisch-sozialistischen Koalition wurden weitreichende Reformen umgesetzt:
- Militärreform: Ziel war eine professionelle und operative Armee. Militärangehörige mussten einen Treueeid auf die neue Ordnung leisten.
- Religiöse Reform: Der Staat wurde als nicht-konfessionell erklärt. Dies beinhaltete die Einführung der Zivilehe, die Aufhebung staatlicher Zahlungen an religiöse Orden und die Entfernung der Religion aus dem Bildungswesen.
- Agrarreform (1932): Ziel war die Enteignung von Großgrundbesitzern zur gerechteren Verteilung von Land, durchgeführt durch das Institut für Agrarreform.
- Zentralstaatsreform: Ermöglichte die Schaffung autonomer Gemeinschaften, wie die 1932 genehmigte Generalitat de Catalunya unter Präsident Macià.
- Soziale und pädagogische Reformen: Einführung des Arbeitsvertragsgesetzes, Festlegung der 40-Stunden-Woche und Förderung der Sozialversicherung. Im Bildungswesen wurde ein säkulares, kostenloses und verpflichtendes Lernmodell eingeführt, wobei über 10.000 Schulen entstanden.
Aufgrund der Radikalisierung der Bauern und der harten Reaktion der Polizei kam es zu Spannungen, die 1933 zum Rücktritt der Regierung und zu Neuwahlen führten.
3. Die konservative Zweijahresperiode (1933–1936)
Die Wahlen von 1933 wurden von Mitte-Rechts-Parteien gewonnen. Ziel war es, die Reformen der vorangegangenen Jahre rückgängig zu machen. Die Regierungen wurden von der Radikalen Partei (Larroux) und der CEDA (katholisch-konservativ) dominiert. Diese Maßnahmen führten zu einer Radikalisierung der PSOE und der UGT.
4. Die Oktoberrevolution von 1934
Die Angst vor einem faschistischen Kurs der CEDA führte zu Aufständen, die jedoch nur in Asturien und Katalonien stattfanden:
- Asturien: Bergleute organisierten eine soziale Revolution, die jedoch von der Legion unterdrückt wurde.
- Katalonien: Die Regierung rief die katalanische Republik innerhalb eines spanischen Bundesstaates aus, was zur Verhaftung der Verantwortlichen führte.
5. Die Volksfront
Die neue Regierung, gebildet aus Republikanern, Sozialisten und Kommunisten, setzte die Reformen der ersten Jahre fort. Dies verärgerte die konservativen Eliten und Großgrundbesitzer, was zu Fabrikschließungen und wirtschaftlicher Instabilität führte. Auf der rechten Seite schürten Falangisten ein Klima der Gewalt, was konservative Kreise zunehmend in Richtung eines Militärputsches drängte.