Die Zweite Spanische Republik: Reformen und Krisen (1931-1933)
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Die Zweite Spanische Republik (ab 1931)
Die Zweite Spanische Republik wurde am 12. April 1931 gegründet. Der Wahlsieg der republikanischen Parteien in den großen Städten wurde als klarer Auftrag zum politischen Wandel gedeutet. Diese Phase war jedoch von internen und externen Herausforderungen geprägt:
- Interne Faktoren: Mangelnde demokratische Tradition, soziale Konflikte, das langsame Tempo der Reformen sowie der Widerstand konservativer Gruppen.
- Externe Faktoren: Die Auswirkungen des Börsenkrachs von 1929 und der aufkommende Faschismus in Europa gefährdeten das demokratische System.
Die verfassungsgebende Phase dauerte von April bis Dezember 1931. Die provisorische Regierung setzte sich aus Republikanern, Sozialisten sowie katalanischen und galizischen Nationalisten zusammen. Am 28. Juli 1931 wurde Alcalá Zamora zum ersten Präsidenten der verfassungsgebenden Versammlung gewählt.
Der Reformer-Zweijahreszeitraum (1931–1933)
In dieser Zeit wurden umfassende Reformen eingeleitet:
Militärreform
Kriegsminister Azaña strebte eine Modernisierung und Demokratisierung des Militärs an, um die zivile Macht zu stärken. Zu den Maßnahmen gehörten:
- Die Verabschiedung eines Gesetzes zur Pensionierung von 7.000 Offizieren.
- Die Abschaffung der Ehrengerichte und des Obersten Rates der Militärjustiz.
- Die Schaffung der Guardia de Asalto.
Bildung und Kultur
Ziel war die Förderung einer liberalen und säkularen Bildung:
- Ausbau des Schulwesens um 100.000 Plätze und Einstellung von 7.000 neuen Lehrern.
- Einführung einer laizistischen, obligatorischen und kostenlosen Schule, um die religiöse Hegemonie im Bildungswesen zu beenden.
- Förderung kultureller Projekte in ländlichen Gebieten und Einrichtung von Bibliotheken.
Territoriale und Agrarreform
Die Regierung wollte die Dominanz des Großgrundbesitzes brechen und die Lebensbedingungen der Landwirte verbessern:
- Agrarreformgesetz: Enteignung von Großgrundbesitz (teilweise mit Entschädigung).
- Das Agrarreform-Institut (ARI) übernahm die praktische Umsetzung, wie Inventarisierung und Siedlungsprojekte.
Widerstand gegen die Reformen
Die Reformen stießen auf massiven Widerstand:
- Militär: Putschversuch durch Sanjurjo im Sommer 1932.
- Kirche und Konservative: Bildung der CEDA unter Gil Robles.
- Monarchisten: Bestrebungen zum Sturz der Republik (u. a. Fal Conde, Spanische Erneuerung unter Calvo Sotelo).
- Faschisten: Gründung der Falange Española (1933) durch Primo de Rivera.