Die Zweite Spanische Republik: Verfassung von 1931 & Reformen

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Die Übergangsregierung und die Verfassung von 1931

Die neue Regierung, die aus den Parteien bestand, welche den Pakt von San Sebastián unterzeichnet hatten, wurde von Präsident Alcalá Zamora geleitet. Die Regierung leitete umgehend eine Reihe von Reformen ein und rief Wahlen für die verfassunggebende Cortes aus. Die republikanische Partei gewann diese Wahlen und arbeitete 1931 die Verfassung aus. Diese führte ein uneingeschränkt demokratisches Regime ein, in dem alle Parteien vertreten sein konnten.

Die wichtigsten Neuerungen der Verfassung

  • Individuelle Freiheiten: Breite Anerkennung von Rede-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit.
  • Neue Rechte: Einführung des Rechts auf Scheidung.
  • Allgemeines Wahlrecht: Ohne Unterschied des Geschlechts.
  • Säkularer Staat: Trennung von Staat und Kirche, Gewissensfreiheit und säkulare Bildung.
  • Dezentrale Organisation: Möglichkeiten zur Schaffung autonomer Regionen und Anerkennung regionaler Sprachen neben Spanisch als Amtssprache.
  • Soziale Wohlfahrt: Die Regierung erhielt das Recht, Eigentum von öffentlichem Interesse zu enteignen, und förderte die öffentliche Bildung.

Diese Verfassung war die erste vollständig demokratische in der Geschichte Spaniens. Da sie jedoch ohne breiten Konsens zustande kam – insbesondere bei Fragen zur Religion und Autonomie –, provozierte sie starke soziale Kontroversen. Dies führte dazu, dass sich ein Teil des Landes nicht mit dem neuen Regime identifizierte. Die Atmosphäre spannte sich an: Es kam zu antiklerikalen Ausschreitungen und Verschwörungen gegen die Republik. Im Dezember traten moderate Republikaner aus der Regierung aus, unzufrieden mit den Artikeln zur Religion. Alcalá Zamora trat zurück und Azaña wurde zum Ministerpräsidenten ernannt.

Die Reformen der Zweiten Republik

  • Agrarreform: Ziel war die Umgestaltung der spanischen Agrarstruktur und die Verbesserung der Lebensgrundlage der Landwirte. Sie sah die Enteignung von unbewirtschaftetem Großgrundbesitz und dessen Verteilung an Arbeiter vor. Das zuständige Agrarreform-Institut (ARI) verfügte jedoch nicht über genügend Mittel, was zu Enttäuschungen und neuen Konflikten unter den Bauern führte.
  • Autonomie in Katalonien: 1932 wurde das Autonomiestatut von Núria verabschiedet und die Generalitat eingerichtet.
  • Militärreform: Um den politischen Einfluss der Armee zu begrenzen, wurden Offiziere verpflichtet, der Republik die Treue zu schwören. Zudem wurde der vorzeitige Ruhestand angeboten, um die Anzahl der Beamten zu reduzieren und die Loyalität zu sichern.
  • Arbeitsreformen: Einführung von Mindestlöhnen und Unfallversicherungen zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Arbeitnehmer.
  • Bildungsreform: Bildung galt als Schlüssel zur sozialen Verbesserung. Innerhalb von zwei Jahren wurden 10.000 neue Grundschulen gebaut und das Bildungsbudget um 50 % erhöht.
  • Zivilrecht: Einführung der standesamtlichen Eheschließung und der Scheidung.

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