Die spanische Restauration und der katalanische Nationalismus

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Die spanische Restauration (ab 1874)

Nach der Ersten Republik radikalisierte sich die politische Lage. Im Jahr 1874 leitete Cánovas del Castillo die Restauration der Monarchie unter Alfonso XII ein (Sandhurst-Manifest). Ziel war es, die instabile politische Vergangenheit zu überwinden und die Arbeiterbewegung zu befrieden.

  • Verfassung von 1876: Einführung des Zensuswahlrechts und grundlegender Freiheitsrechte.
  • Politisches System: Der König fungierte als Schiedsrichter. Das System war jedoch von Wahlbetrug und der Marginalisierung radikaler Parteien geprägt.
  • Das „Desaster von 1898“: Nach verschiedenen Konflikten (1878, 1892, Maine-Zwischenfall) verlor Spanien 1898 seine letzten Kolonien, was wirtschaftliche, politische und moralische Krisen zur Folge hatte.

Die katalanische Renaissance (Renaixença)

Ab 1833 begann die Renaixença, eine kulturelle Wiedergeburt mit dem Ziel, die katalanische Identität und das nationale Selbstbestimmungsrecht zu stärken. Sie entstand als Reaktion auf soziale Ungleichheit, Unterdrückung und den zentralistischen Staat. Ein wichtiger kultureller Meilenstein waren die Jocs Florals (Blumenspiele) ab 1859.

Soziale Unruhen

  • Bullangues (1835): Revolutionäre Aufstände mit Forderungen nach mehr kommunaler Autonomie und besseren Arbeitsbedingungen.
  • Jamàncies: Proteste, die mit der Forderung nach Brot begannen und in scharfer Kritik an der Regierung mündeten.

Politische Entwicklung des katalanischen Nationalismus

Die Wurzeln des Föderalismus liegen bei Pi i Maragall, der eine Dezentralisierung forderte. Ab 1880 wandelte sich der katalanische Nationalismus von einer kulturellen zu einer organisierten politischen Bewegung:

  • 1882: Gründung des Centre Català.
  • 1887: Konservative Kräfte (u. a. Domènech i Montaner) gründeten die Lliga de Catalunya.
  • 1892: Die Unió Catalanista verabschiedete die Bases de Manresa, ein Entwurf für eine katalanische Autonomiestatut, der in Madrid auf heftige Ablehnung stieß.

Krisen und Traditionalismus

Die Krise von 1899: Nach dem Verlust der Kolonien führte die Steuerreform von Villaverde zu massiven Protesten der Arbeitgeber in Barcelona (Generalstreik der Händler). Dies markierte den Bruch zwischen der katalanischen Bourgeoisie und dem spanischen Staat.

Parallel dazu entwickelte sich der katalanische Traditionalismus (Vigatabisme), maßgeblich geprägt durch Torras i Bages und sein Werk La tradició catalana (1892).

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