Die spanische Romantik und Aufklärung
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Die Romantik: Eine kulturelle Revolution
Die Romantik ist eine tiefe kulturelle Revolution, die eine neue Sensibilität in der Subjektivität einführte. In der Geschichte fällt die Entstehung der neuen Ästhetik in Spanien mit der Entwicklung der Bourgeoisie und einer neuen sozialen und wirtschaftlichen Ordnung zusammen. Im Bereich der Literatur triumphierte die Bewegung vor allem im Theater. In der Fiktion wurden ab den 1820er-Jahren Titel veröffentlicht, denen neue Ansätze und Poesie folgten. Die Lyrik war ein späteres Genre; es gibt jedoch eine Reihe repräsentativer Werke bis zum Jahr 1840.
Historischer und kultureller Kontext
Die Einführung des kapitalistischen Systems und des liberalen Staates führte zum Aufstieg des Bürgertums. Der Transformationsprozess war komplex und unzureichend; die Einziehung von Gütern bereicherte die Reichen und verschlechterte die Bedingungen für die Bauern. Es gab jedoch auch viele Fortschritte, wie die Entwicklung der Textil- und Bergbauindustrie, der Eisenbahn und so weiter. Die Entwicklung der Presse und der Rohstoffindustrie spielte eine führende Rolle in der Kultur der damaligen Zeit. Das kulturelle und gesellschaftliche Leben fand neben Institutionen auch in Theatern, Konzerten und bei Stierkämpfen statt – der Unterhaltung der Bourgeoisie. Zu diesem Zeitpunkt erlebte die Kunst einen großen Aufschwung.
Eigenschaften der Romantik
- Individualismus: Die Romantik betont die Bedeutung des Individuums und beansprucht dessen Freiheit als höchsten Wert.
- Subjektivität: Eine subjektive Vorstellung von der Wirklichkeit wird behauptet.
- Marginale Typen: Es besteht ein besonderes Interesse an gesellschaftlichen Randfiguren.
- Historischer Charakter: Der historische Charakter des künstlerischen Werks wird hervorgehoben.
- Flucht aus der Realität: Irrationalismus und das Mittelalter dienten als Kulisse für den Ausdruck von Idealen.
Themen und Stile der Epoche
Zentrale Themen sind Freiheit, Macht und Gerechtigkeit, der Sinn des Lebens, das Schweigen Gottes, das Schicksal der Menschen sowie deren Geheimnisse und die Liebe. Die Bewegung lehnt die Konventionen der poetischen Sprache ab und rechtfertigt die Mischung der Genres. Der Stil betont die Verwendung von Ausrufen, um Stimmungen auszudrücken. Es dominierten ein spezifisches Lexikon und linguistische Ressourcen, die für die Manifestation der Subjektivität angemessen waren.
Entwicklung der Romantik in Spanien
Erste Phase
Beginn der Ausstrahlung der Ideen der deutschen Romantik. Es dominierte eine traditionelle Auffassung, gekoppelt an die konservative Verteidigung des Katholizismus als kulturelles Zeichen.
Zweite Phase
Der Triumph der neuen Bewegung, zu dem der Einfluss der französischen Romantik hinzukam. Die Rückkehr der Liberalen aus dem Exil führte zu einer neuen, progressiv ausgerichteten Orientierung.
Dritte Phase
Übergang zum Realismus. In der Poesie entwickelte sich eine innige Tendenz mit deutschem Einfluss und Volksdichtung.
Der Essay (Ensayo)
Ein Text reflexiven Charakters, der eine Meinung über Aspekte der Wirklichkeit zum Ausdruck bringt. Manchmal wird das Selbst projiziert, wenn der Schriftsteller einen Charakter erschafft, sodass ein Rahmen der Fiktion entsteht.
Die Schriften von Padre Feijóo
Als universeller Autor und Kritiker der Gelehrsamkeit ist er einer der Initiatoren der modernen Studien in Spanien. Der Zweck der Schriften von Padre Feijóo war es, populäre oder wissenschaftliche Irrtümer zu bekämpfen, um eine Modernisierung der spanischen Mentalität zu erreichen. Feijóos Werk befasst sich mit verschiedenen Themen (Ökonomie, Philosophie, Politik usw.). Seine Texte sind einem breiten Publikum gewidmet und in einem vertrauten, nahen Stil verfasst.
Cadalso und die Marokkanischen Briefe
Dies war das bekannteste Werk; es handelt sich um eine Sammlung von Essays über Spanien. Der Autor (José Cadalso) nutzt die Briefform, um drei Versionen der Wirklichkeit anzubieten: die des Spaniers Nuño, die des Marokkaners Gazel und die des weisen Marokkaners Ben-Beley. Die Vision von Spanien stimmt insofern mit den Idealen der Aufklärung überein.
Gaspar Melchor de Jovellanos
Er studierte Rechtswissenschaften und arbeitete als Richter in Sevilla und Madrid. Er trat in die Royal Academy ein, wurde jedoch nach Gijón verbannt. Nach seiner Ernennung zum Justizminister wurde er erneut nach Gijón verbannt und später eingesperrt. Er widersetzte sich dem Pakt mit den Franzosen und war Teil des Central Board gegen die napoleonische Invasion. Er starb in Puerto de Vega. Jovellanos war einer der bedeutendsten Vertreter Spaniens im 18. Jahrhundert und spielte eine wichtige politische Rolle unter Karl III. und Karl IV. Sein literarisches Schaffen umfasst Poesie, Theater und Prosa-Essays.
- Themen: Vorurteile gegenüber den wichtigsten Problemen der Gesellschaft seiner Zeit (Landwirtschaft, Asturien, Industrie).
- Werke: Bericht über das Bodenrecht, Unterhaltungsshows und Bericht über die öffentlichen Ämter.