Die spanische Romantik: Epoche, Merkmale und Hauptvertreter

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Die spanische Romantik

Die neoklassizistische literarische Vorlage blieb in Spanien bis etwa 1830 bestehen. Dennoch war die künstlerische und kulturelle Bewegung, die zwischen 1830 und 1855 dominierte und nach signifikanten Veränderungen bis 1875 als Postromantik (Posromanticismo) andauerte, prägend.

Die spanische Gesellschaft der Zeit (1830–1855)

  • Triumph des bürgerlichen Liberalismus: Einführung einer freien Marktwirtschaft und Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz.
  • Industrielle Revolution: In Spanien kam sie spät und nur schwach an. Das Land blieb rückständig und arm, mit großen sozialen Ungleichheiten.
  • Internationaler Einfluss: Spanien übte international nur wenig Einfluss aus.

Merkmale der spanischen Romantik

  • Romantischer Individualismus: Der Künstler drückt sich durch eine rebellische und ausgegrenzte Haltung aus.
  • Subjektivismus: Die Priorität liegt auf den eigenen Überzeugungen und dem persönlichen Standpunkt des Künstlers.
  • Sentimentalität: Gefühle dienen als Wegweiser für das Handeln und zur Validierung individueller Projekte in einer egoistischen Welt.
  • Irrationalismus: Die Privatsphäre des Einzelnen wird als geheimnisvoll und widersprüchlich betrachtet.
  • Künstlerische Freiheit: Kunst ist das Produkt von Inspiration und unterliegt nicht den traditionellen Vorschriften.

Bedeutende Vertreter

Gustavo Adolfo Bécquer

In Sevilla geboren, ließ er sich früh in Madrid nieder und widmete sich dem Journalismus. Er schrieb mysteriöse Erzählungen, die unter dem Titel Legenden bekannt sind. Er zeichnet sich durch feine Nuancen und eine intensive, eindrucksvolle Beschreibungskraft aus. Seine gereimten Verse übten einen immensen Einfluss auf die nachfolgende poetische Sprache aus.

Rosalía de Castro

Geboren in Galicien, verfasste sie einen Großteil ihres dichterischen Werks auf Galicisch. Ihre Dichtung besitzt einen starken intimistischen Inhalt und vermittelt ihre innere Welt durch Symbole, die von der Natur inspiriert sind. Ihre bedeutendsten Werke sind En las orillas del Sar und Cantares gallegos.

Mariano José de Larra

Er war der wichtigste Prosaschriftsteller der spanischen Romantik und zeigte früh einen Außenseitercharakter. Er zeichnete sich durch seine literarischen Kritiken aus. Als liberaler Politiker suchte Larra nach sozialen Veränderungen und der Förderung moderner spanischer Ideale. Er beging im Alter von 28 Jahren aufgrund einer pessimistischen Lebenssicht Suizid.

José de Espronceda

Sein Leben war turbulent und leidenschaftlich. Als idealistischer, liberaler und radikaler Künstler verkörperte er den typischen Romantiker. Seine Gedichte wurden von „verfluchten“ Charakteren inspiriert (z. B. Canción del pirata), was sich auch in seinen weiteren Hauptwerken widerspiegelt.

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