Das spanische Theater vor 1936

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Das spanische Drama vor 1936 lässt sich in zwei Hauptströmungen unterteilen: das innovative, experimentelle Theater und das konservative Theater des frühen 20. Jahrhunderts.

Das konservative Theater

Das konservative Theater dominierte das späte 19. Jahrhundert. Dazu zählen die bürgerliche Komödie (Benavente), das neoromantische Versdrama und die Sittenkomödie. Es richtete sich primär an das Bürgertum und festigte konservative Prinzipien mit romantischen und modernistischen Einflüssen. Es wird in drei Gruppen unterteilt:

  • Komödien der Sitten: Ein Porträt des Bürgertums. Jacinto Benavente ist hier ein zentraler Name. Zu seinen Werken zählen „La malquerida“ und „Los intereses creados“.
  • Das Komödientheater: Skizzen und Gemälde lokaler Bräuche, geprägt durch die Brüder Álvarez Quintero (z. B. „El patio“ oder „El genio alegre“) sowie Carlos Arniches.
  • Astrachan-Theater: Pedro Muñoz Seca schuf dieses Genre, das auf absurden Situationen und reinem Humor basiert. Ein berühmtes Beispiel ist die Parodie „La venganza de Don Mendo“.

Ergänzt wird dies durch das poetische Theater, das historische Themen modern aufbereitet. Wichtige Autoren sind Manuel und Antonio Machado („La Lola se va a los puertos“), Eduardo Marquina („Las hijas del Cid“) und Francisco Villaespesa.

Innovatives und experimentelles Theater

Dieses Theater zeichnete sich durch soziale und existenzielle Themen sowie avantgardistische Ansätze aus. Es gliedert sich in vier Gruppen:

  • Geistiges Theater: Schematische Dramen, beeinflusst durch den Surrealismus. Hauptvertreter ist Miguel de Unamuno, der sich mit existentiellen Konflikten auseinandersetzte.
  • Die Generation von 27: Eine Gruppe, die ein avantgardistisches Theater anstrebte, um das Publikum zu erreichen. Wichtige Autoren sind Rafael Alberti („El hombre deshabitado“, „Fermín Galán“) und Miguel Hernández („Auto sacramental“).
  • Valle-Inclán: Er begründete den modernen Stil des „Esperpento“. Charakteristisch ist die Deformation der Tragödie, die Animalisierung der Figuren (Menschen werden zu Hunden, Schweinen oder Marionetten) und die Verwendung starker Kontraste.
  • Federico García Lorca: Er aktualisierte die Tragödie, indem er klassische Themen (Lope de Rueda, Calderón, Shakespeare) mit surrealistischen Einflüssen (Buñuel, Dalí) verband.

Das Werk von Federico García Lorca

Lorca durchlief eine avantgardistische Phase und die der „unmöglichen Komödien“. In seinen Werken nimmt die Frau eine zentrale Rolle ein. Besonders hervorzuheben ist seine berühmte tragische Trilogie:

  • „Bodas de sangre“ (Bluthochzeit): Eine Braut flieht an ihrem Hochzeitstag mit ihrem Liebhaber.
  • „Yerma“: Das Drama einer Frau, die unter ihrer Unfruchtbarkeit leidet.
  • „La casa de Bernarda Alba“ (Bernarda Albas Haus): Sein wohl bekanntestes Werk, das kurz vor seinem Tod entstand und den Höhepunkt seines Schaffens darstellt.

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