Das spanische Theater von 1939 bis 1970: Eine Übersicht

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Das spanische Theater von 1939 bis 1970

Das Drama folgte einer ähnlichen Entwicklung wie der Roman und durchlief die gleichen Etappen. Aufgrund seiner besonderen Eigenschaften – halb literarische Gattung, halb Aufführung – stand es unter dem Druck extra-literarischer Faktoren: Kommerz und Zensur.

Obwohl Arniches und Benavente weiterhin erfolgreich schrieben, verursachte der Krieg eine unvermeidliche Zäsur: Valle-Inclán, García Lorca und Muñoz Seca starben (die letzten zwei gewaltsam), und viele flohen ins Exil. Unter den Exilanten ragt Alejandro Casona hervor, Autor eines poetischen Dramas, das Konflikte zwischen Illusion und Wahrheit thematisiert. In den sechziger Jahren kehrte er nach Spanien zurück, wo seine Werke – teils vor dem Krieg geschrieben (La sirena varada, Lope-de-Vega-Preis 1934; Nuestra Natacha), teils im Exil (La dama del alba) oder in Spanien (El caballero de las espuelas de oro, über Quevedo) – aufgeführt wurden.

Trends im Theater der vierziger Jahre

Neben leichter Unterhaltung, Revuen und Varieté, die primär der Zerstreuung dienten, etablierte sich ein handwerklich gut gebautes Theater in der Tradition der „hohen Komödie“ von Benavente. Mit eleganten, flüssigen Dialogen wurden moralische oder soziale Fragen behandelt – etwa familiäre Probleme, Eifersucht, Ehrgeiz oder Ehebruch. Dies geschah teils in einem ernsteren, ideologischen Ton (J.I. Luca de Tena, J.M. Pemán, J. Calvo Sotelo), teils in einem leichteren, sentimentalen Stil (Edgar Neville, López Rubio, Víctor Ruiz Iriarte).

Besondere Erwähnung verdienen E. Jardiel Poncela und M. Mihura. Ihr Theater nutzt die komischen Möglichkeiten der Sprache durch Missverständnisse, brillante Dialoge und Wortspiele. Oft verbirgt sich hinter dem Humor jedoch ein bitterer, skeptischer Blick auf die Wirklichkeit. Beide teilen eine „logische Absurdität“, die das Publikum durch törichte oder absurde Situationen überrascht.

  • Jardiel Poncela (1904–1952): Erreichte bereits vor dem Krieg Popularität. Zu seinen Stücken gehören Cuatro corazones con freno y marcha atrás oder Eloísa está debajo de un almendro.
  • Miguel Mihura (1906–1977): Gründer der Zeitschrift La Codorniz. Sein 1952 veröffentlichtes Stück Tres sombreros de copa, das zwanzig Jahre zuvor aufgrund seiner avantgardistischen Ästhetik abgelehnt wurde, wurde zum großen Erfolg beim jungen universitären Publikum. Er bot eine Vision der Gesellschaft, die sich gegen eine konventionelle, „kitschige“ Welt richtete.

Sozialrealismus

In der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre entstand das sozialrealistische Theater, das durch folgende Merkmale gekennzeichnet war:

  • Soziale Themen: Politische Ungerechtigkeit, Migration, Intoleranz.
  • Grundstimmung: Pessimistisch, bitter und hoffnungslos.
  • Charaktere: Flache Figuren ohne psychologische Komplexität, die als Vertreter einer sozialen Schicht fungieren.
  • Sprache: Einfach, direkt, teils heftig.

Der wichtigste Vertreter ist Alfonso Sastre, ein Anwalt des Protesttheaters. Sein Stück Escuadra hacia la muerte (1953) wurde nach drei Aufführungen verboten. Weitere Autoren dieser Gruppe sind Carlos Muñiz (El tintero) und Lauro Olmo (La camisa).

Antonio Buero Vallejo

Er wurde 1949 durch den Gewinn des Lope-de-Vega-Preises mit Historia de una escalera bekannt. Sein Theater behandelt moralische Probleme: die schwierige, schmerzhafte, aber notwendige Suche nach der Wahrheit. Buero nutzt tragische Elemente, in denen der Mensch für seine Taten verantwortlich ist.

Seine Werke lassen sich in drei Gruppen unterteilen:

  • Realistische Dramen: Kritische Prüfung der spanischen Gesellschaft (z. B. Historia de una escalera).
  • Historische Dramen: Die Vergangenheit dient als Analyseinstrument (z. B. El concierto de San Ovidio, Las Meninas).
  • Symbolische Dramen: Geprägt durch den „Eintaucheffekt“, der den Zuschauer in die innere Landschaft der Charaktere führt (z. B. El tragaluz, El sueño de la razón).

Das Theater in den 1960er Jahren

In den späten sechziger Jahren überwand das Theater den Realismus und experimentierte mit neuen Formen, die sozialkritisch und politisch engagiert waren. Es entstanden freie Gruppen, die außerhalb des kommerziellen Theaters agierten, wie das TEI (Teatro Experimental Independiente), Els Joglars oder La Cuadra. Zudem prägten avantgardistische Dramatiker wie Francisco Nieva und Fernando Arrabal mit seinem provokativen „Panik-Theater“ die Szene.

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